Vortrag Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten

Der Grund, warum BDSMler sich auch mit dem Thema STD (sexual transmittable diseases) befassen ist simpel. Auch wenn Gruppensex-Orgien eher die Ausnahme sind, ist der Partnertausch nicht unüblich und an gewissen Parties wird doch sehr wild durcheinander gespielt. Auch sind Überschneidungen zum Beispiel zur Polyamorie-, oder der Gay-Szene durchaus vorhanden. Daher kann es nicht schaden sich über die Risiken zu informieren, ist bei uns die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr wohl höher als in einer klassischen Zweierbeziehung ohne wechselnde Partner.

Da das Bedürfnis nach Aufklärung besteht, haben die Zwischenwelten sich diesem angenommen und den Arzt und Leiter des Checkpoints Zürich, Michael Kluschke für einen Vortrag zum Thema eingeladen. Um das Ganze noch nachhaltiger zu machen und dieses Engagement möglichst zu unterstützen, haben wir angeboten diesen, so gut wie möglich zu protokollieren und ein Factsheet über die einzelnen Krankheiten zu erstellen.

Der Checkpoint (Konradstr. 1), welcher von der Aidshilfe Zürich unterstützt wird, dient hauptsächlich Männern die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben.  Diese Einrichtung gibt es seit 10 Jahren. Sie wurde ursprünglich als Teststelle eröffnet, ist  mittlerweile aber ausgerüstet um die getesteten Krankheiten auch behandeln zu können. Nach anfänglich 2 Stunden pro Woche wird inzwischen schon der dritte Arzt eingestellt, und auch das Bedürfnis nach einem Frauenarzt wächst.

Es werden ungefähr 270 HIV-Patienten betreut, bisher 4000 HIV-Tests durchgeführt und ca. 1500 Tripper-/Chlamydien. Der Checkpoint ist somit die wohl aktivste Institution, welche in Zürich gegen Geschlechtskrankheiten vorgeht.

Da die Bilder nichts für schwache Nerven sind haben wir sie euch gesammelt auf dieser Seite zusammengestellt, so könnt ihr den Text ganz in Ruhe lesen.

Inhalt:

  • Krankheiten
  • Syphilis
  • Gonokokken (Tripper)
  • Clamydien
  • Mykoplasmen + Ureaplasmen
  • Trichomonaden
  • Humane Papillomviren
  • Pilze
  • Herpes
  • Hepatitis
  • Aids
  • Fazit
  • Lexikon

Syphilis

Bakterium

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungswahrscheinlichkeit liegt bei 60%.
Syphilisanstieg um 14 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1269, 89% Männer (57%MSM)
Während die Syphilis in frühen Stadien ansteckend bis hochansteckend ist, ist die Infektiösität in den späteren Stadien wesentlich geringer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Syphilis ist eine Schmierinfektion bei Haut/Schleimhautkontakt.
Infektion möglich an allen 3 Körperöffnungen sowie über Verletzungen und direktem Kontakt mit der Flüssigkeit, welche die Geschwüre absondern.
Nachweisbar nach 2-3 Wochen im  Abstrich aus dem Geschwür, nach 12 Wochen kann Lues ausgeschlossen werden, die Ausnahme ist eine verzögerte AK-Bildung bei HIV positiven Patienten. Schwangere können das Kind infizieren.

Therapiekontrolle nötig?
Ja, nach  3 Monaten immer über venöse Blutentnahme und Vergleich mit den Vorwerten

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner unbedingt informieren und testen lassen, Verzicht auf Sex während der ersten Behandlungswoche

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Die Krankheit ist nicht persistent, man kann sich aber erneut anstecken mit Syphilis

Test und Behandlungskosten
Syphilis Schnelltest 25 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- und Syphilis-Infektionsstatus von vor drei Monaten.

Krankheitsverlauf
10 Tage bis 3 Monate nach Infektion bildet sich an der Stelle der Infektion ein Primäreffekt. Dies kann aussehen wie ein Mückenstich, eine kleine offene Stelle, ein kleines gerötetes Geschwür in Form eines Vulkankraters, das aber in 95 % der Fälle nicht schmerzt. Dieses sondert eine farblose Flüssigkeit ab die viele Erreger enthält und äußerst ansteckend ist.

4-6 Wochen danach verschwindet dieser und die Krankheit beginnt sich auszubreiten in Form von Hautrötungen, man fühlt sich eventuell krank, die Lymphknoten könnten anschwellen. Syphillis kann auch ohne alle diese Symptome auftreten, oder durch ganz andere, zum Beispiel kreisrunder Haarausfall am Kopf, Schuppenflechte (Psoriasis) Ein ganz deutliches Zeichen für Syphilis sind Rötungen an Hand- und Fußsohlen.

Nach 3 bis 5 Jahren werden die inneren Organe befallen und es können Gummata Gummiartige Geschwüre auftreten, klassisch ist der Befall der Hauptschlagader, deren Stabilität angegriffen wird und die platzen kann.

Nach 10 bis 15 Jahren kann  das Rückenmark und das Gehirn angegriffen, was in der Regel demenzartig wirkt, aber tatsächlich auch kurzzeitig geistige Höhenflüge verursachen kann. Beim Rückenmark kann es einen steifen Gang verursachen. Die Kontrolle über Blase und Darm wird gestört.

Auch werden Nerven angegriffen, was zuerst Schmerzen und erhöhtes Schmerzempfinden verursacht, und danach sowohl Schmerz- als auch Wärmeunempfindlichkeit auslöst.

Diagnose
Abstriche, PCR, Dunkelfeldmikroskopie, Immunfluoreszenz-Test, und diverse andere.
Im Blut ist der vom eigenen Körper produzierte Antikörper zum Teil erst nach mehreren Wochen nachweisbar, der Erreger selbst kann – wie bei vielen Geschlechtskrankheiten – gar nicht nachgewiesen werden im Blut. Die bekannten Soforttests sind nur in 4 von 5 Fällen verlässlich. Sie prüfen das Blut auf einen der zwei Antikörper, der allerdings nach einer durchgemachten Syphilis lebenslang nachweisbar bleibt, so dass dann eine erneute Infektion mit Syphilis nur durch eine venöse Blutentnahme ausgeschlossen werden kann. Der Schnelltest wird nach durchgemachter Syphilis immer positiv anzeigen. Daher wären die vorherigen Blutwerte zum Vergleich nötig um eine Diagnose zusihern. Je häufiger man sich infiziert hat, umso schwerer wird diese zu erkennen. Auf jeden Fall ist es von Vorteil die Ergebnisse nach einer Syphilis aufzubewahren.

Therapie
Therapie innerhalb des ersten Jahres nach Ansteckung:
Einmalig Penicillin 2,4 Mio IE ins Gesäß spritzen. Penicillin wirkt eine Woche lang, nach 10 Tagen kann man sich bereits wieder anstecken.
Alternativ Doxycyclin 200mg/Tag 2 Wochen lang als Tablette, Sonne vermeiden wegen Ausschlagsgefahr
Ab dem 2. Jahr Injektion von 2.4 Mio IE Penicillin 3 mal im Wochenabstand wiederholen, in der ersten Woche noch unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Vorbeugung / Impfung
Durch die Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann die Übertragungswahrscheinlichkeit der Syphilis und anderer Geschlechtskrankheiten wesentlich verringert werden. Aber insbesondere Menschen, die Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten ihr Blut regelmäßig auf Syphiliserreger untersuchen lassen, da in Europa die Anzahl der Syphilisfälle seit dem Jahr 2004 deutlich ansteigt.
Eine Impfung gegen Syphilis existiert nicht.

Gonokokken (Tripper)

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 23 % auf 1895 im 2015. 80% Männer, 32% MSM
30-60% Ansteckungsgefahr beim Blasen/Deep Throat. Mann zu Frau 60%, Frau zu Mann 20 % / oral zu urethral 26%, Mutter zu Kind bei Geburt 30 %

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Schleimhautkontakt, Das Bakterium überlebt an der Luft bis 24 Stunden,
Schwangere können das Kind infizieren,
Bei Männern in der Regel 3-5 Tage bis zu merkbaren Symptomen (Lehrbuch 2-10 Tage), nicht länger (häufig  weisenSymptome die erst nach eineinhalb Wochen auftreten nicht auf Tripper sondern andere Krankheiten hin.
Bei Frauen vergehen bis zu 3 Wochen bis zu merkbaren Symptomen. 30% der Männer und 70% der Frauen haben gar keine Symptome, bei der Infektion im Rachen sind 90% symptomlos). Die Infektion kann sich auch in Narbengewebe „verstecken“ und chronisch werden.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei einem Ausbruch mit den typischen Symptomen sollten alle Partner der letzten 14 Tage informiert werden, wenn die Krankheit ohne Symptome verläuft sollten gemäß Lehrbüchern alle Partner der letzten 3 Monate informiert werden.
3-7 Tage kein Geschlechtsverkehr, auch wenn die Krankheit eigentlich nach einem Tag Behandlung schon eliminiert sein sollte.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Gonokokken sind nicht persistent, man kann sich aber wiederholt damit anstecken 

Test und Behandlungskosten
Ca 80 CHF…in DE 5-30 Euro

Krankheitsverlauf
30% der Gonokokken oder Chlamydien-infizierten haben keine Symptome, bei Frauen bis zu 70%, bei oraler Infektion sogar bis zu 90% asymptomatisch
gelblich-rahmiger Ausfluss, Druckgefühl in Blase, Halsschmerzen,  selten Gelenkbeschwerden. Kann unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.

Diagnose
PCR aus Abstrich

Therapie
Therapie ist sehr verschieden je nach nationalen Leitlinien:  Im Checkpoint behandelt man aktuell mit 1g .Rocephin i.m. (als Spritze in den Muskel ) und 1.5g Azithromycin als Tabletten ( 3 Tabletten als Einzeldosis ) was beides Antibiotika sind.
2nd Line Behandlung (für Unterwegs?) 800g Cefexin und 1,5g  Azithromycin, das sind 5 Tabletten, Nebenwirkungen sind möglicherweis e Durchfall, eventuell Magenbeschwerden,
Es treten gerade in Nordeuropa immer häufiger resistente Stämme auf, v.a. im Bereich Amsterdam, in der Schweiz gab es bisher keinerlei Resistenzen. 

Vorbeugung / Impfung
Eine Impfung existiert nicht

Chlamydien

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 5% auf 10167 Personen. 67% Frauen (50% Anstieg der Ansteckung bei schwulen Männern im Vergleich zum Vorjahr), 10% Übertragungswahrscheinlichkeit bei Sex

Ansteckungsart  / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion: Schleimhautinfektion, es gibt keine Antikörper, Sie können an allen 3 Körperöffnungen über die Schleimhaut übertragen werden, (sogar die Augen können infiziert sein). Somit hilft ein Kondom nur sehr eingeschränkt.. Dazu kommt, dass es relativ resistent gegenüber Umwelteinflüssen ist und trotz Luft und Austrocknung lange überlebt.

Therapiekontrolle nötig
Typ L1: Eine Woche keinen Sex, keine Therapiekontrolle
Typ L3: unbedingte Therapiekontrolle

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
4 Wochen zurück wenn symptomatisch, wenn nicht symptomatisch ca. 3 Monate (sofern realistisch…)

 Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Chlamydien sind nicht persistent, allerdings können auch unter anderem Gelenkinfektionen durch Verbreitung des Erregers im Körper vorkommen,Reinfektionen sind möglich

Test und Behandlungskosten
ca 80 CHF, bei Frage nach Subtypen bei analer Infektion ev. Typisierung, ca 250-300 CHF

Diagnose
PCR oder über „Morgenurin“, Immunfluoreszenz

Krankheitsverlauf (normaler Typ)
Ausbruch nach 3-5 Tagen
können nach ca. 3 Monaten von selbst heilen, 30% der Gonokokken oder Chlamydien-Infizierten haben keine Symptome.
Ansteckung bei Harnröhre (50%), 60% Beschwerden beim urinieren, vaginale Missempfindungen, brennen, selten Rötungen,
Ansteckung im Gesäß: 60% asymptomatisch, 15 % Entzündung im Bereich des Enddarmes, Juckreiz, Druckgefühl/Gefühl aufs Klo zu müssen
Ansteckung im Hals: Schluckbeschwerden, Druckgefühl, glasartiger, schleimiger Ausfluss
Bei der Infektion am Hals spürt man lediglich ca. drei Tage danach ein leichtes Kratzen im Hals und wird somit kaum erkannt.
Üblich ist Brennen, Jucken, es kann Entzündungen und Verklebungen den Eileiter herauf und bis zur Gebärmutter geben, was das schwanger werden erschwert. Schmerzen im Beckenbereich treten auf. Alles ist sehr schwer zu behandeln und kann chronisch werden

Therapie
Azithromycin früher 1000mg (2 Tabletten), heute zum Teil 3 Tabletten als Einzelgabe

Krankheitsverlauf: (gefährlicher Typ)
Es gibt agressivere Typen (L1-3-Typen) der Chlamydien, welche tiefer ins Gewebe eindringen, diese können Entzündungen verursachen, ins Lymphsystem (LGV) eindringen und Vernarbungen machen, diese können sich von da aus im Körper verteilen und diverse Probleme verursachen. Daher werden Chlamydien inzwischen bei jeder Ansteckung typisiert um sie entsprechend zu behandeln. (Typisierung kostet 300.-)

Therapie:
3 Wochen mit Doxycylin, falls bereits mit Azithromycin anbehandelt wurde nochmals 3 Tableten pro Woche für insgesamt 3 Wochen.

Vorbeugung / Impfung
Sexuell aktiven Frauen wird ein regelmäßiger Test empfohlen, da eine Impfung noch nicht möglich ist. Allerdings sind Harvard-Wissenschaftlern erfolgreiche Tests gelungen, vielleicht ist ein Impfstoff absehbar

Mykoplasmen + Ureaplasmen

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
wird während einer Schwangerschaft häufig von der Mutter auf das Kind übertragen

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Tröpfcheninfektion / Kontaktinfektion, Im Rachen beim Blasen, Lecken, anal, Harnröhre, vaginal seltener. Meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Jedoch sind auch Ansteckungen über das Blut, den Speichel oder sogar die Atmung möglich

Therapiekontrolle nötig?
Nein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei Beschwerden, die Meinungen dazu gehen auseinander.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit
Reinfektion jederzeit möglich.

Test und Behandlungskosten
Nachweis über PCR ca 80-90 CHF

Krankheitsverlauf
In der Regel lange keine Symptome, dann Schmerzen beim urinieren, Entzündungen und Unterleibsschmerzen, kann schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit und bei Schwangeren zum Kindstod führen

Diagnose
Abstriche, PCR, zum Teil in breiteren Tests involviert, aber nicht standardmässig

Therapie:
Wird je nach Region/Bildungslinie behandelt oder nicht, da es auch selbstheilend ist, bei Beschwerden wird es tendenziell eher behandelt, aber in der Regel nicht einmal getestet. Doxycyclin über 7 Tage, ohne Besserung  Azithromycin/Moxifloxacin

Vorbeugung / Impfung
Nein
Für den Menschen existiert noch keine Impfung.

Trichomonaden

einzelliger Parasit

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Harnröhre, oft vaginal, selten auch anal. Da bei Männern meist keine Symptome auftreten, wissen sie oft nichts von der Infektion und sind die hauptsächlichen Überträger der Parasiten .

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Wird in der Regel beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, kann aber auch trotz Kondom oder ganz selten sogar von Toilettensitzen oder von öffentlichem Badewasser aufgelesen werden. Der Parasit kann bei der Geburt aufs Kind übertragen werden.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Trichomonaden sind nicht persistent, man kann sich aber erneut damit anstecken.

Test und Behandlungskosten
Nachweisbar im Urin

Krankheitsverlauf
Bei den meisten Männern ist der Befall symptomlos. Es kann aber Entzündungen in der Harnröhre geben.
Bei 80% der Frauen kommt es nach einer längeren Phase ohne Symptome zu Entzündungen und dünnflüssigem, gelblichem, übelriechendem Scheidenausfluss, häufig tritt auch Brennen und Juckreiz auf. Der Parasit greift mit der Zeit die Vaginalflora an. Sogar eine Frühgeburt kann durch Trichomonaden ausgelöst werden.
Ein Befall führt bei Frauen zu einer erhöhten Infizierbarkeit mit HIV. Da die verursachten Narben bestehen bleiben, bleibt das Risiko auch danach. Die Infizierbarkeit gilt in beide Richtungen.

Diagnose
PCR / Abstriche

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung
Nein

Humane Papillomviren (HPV)

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Die Durchseuchungsrate ist bei fast 90%, also fast jederem, der mal Sex hatte.
Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurde, besteht ebenfalls eine Infektion, die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind sich daher der Infektion mit dem HP-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht. Dennoch sind sie Überträger.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Kontaktinfektion, (Genital-, Anal- oder Oralverkehr). Seltener werden die Viren auch durch gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser oder Zahnbürsten übertragen.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Nein (siehe unten)

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Rezidierend

Test und Behandlungskosten
PCR , ca 80 CHF

Krankheitsverlauf
2/3 sind asymptomatisch, 70% verschwinden relativ schnell, 90% werden innerhalb von 2 Jahren vom Immunsystem von selbst eliminiert.
Kann Feigwarzen erzeugen, ernstere Typen können Tumore oder Gebärmutterhalskrebs auslösen, bei HIV infizierten auch Analkrebs begünstigen.

Diagnose
Klinisch

Therapie
Eine spezifische Papillomvirustherapie gibt es gegenwärtig nicht.Bei Condylomen gibt es  diverse Präparate, Grünteezäpfchen,  Cremes, Tropfen, Kältetherapie, Laserbehandlung. Feigwarzen sollte man wegmachen lassen, da diese wuchern können.

Vorbeugung / Impfung möglich?
Kann geimpft werden (700.-), aber wird in der Regel nur im jüngeren bis mittleren Alter geimpft, da diese gegen bereits gesammelte Virenstämme (von bisher 100 entdeckten) nicht mehr nützt.

Pilze

z.B Candida

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Haut/Schleimhautkontakt

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Test und Behandlungskosten
Abstrich , Kultur

Krankheitsverlauf
bröckliger, grünlicher Ausfluss, Entzündung der Schleimhaut, Rötungen und Empfindlichkeit

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung möglich?
Das regelmäßige und richtige Waschen des Intimbereichs, vorbeugende Maßnahmen während der Periode, das Tragen der richtigen Kleidung, die Vorbeugung mit Milchsäurebakterien und die Verwendung von Kondomen

Herpes

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
20% der Bevölkerung hatten schon mal Herpes

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Haut-Schleimhautkontakt mit der Flüssigkeit in den Bläschen, diese ist Virusträger.

Therapiekontrolle nötig?
Da Herpes meist nicht mehr aus dem Körper verschwindet, macht eine Therapiekontrolle keinen Sinn, dennoch kann man sich informieren und lernen damit umzugehen und die Behandlung auf sich abstimmen.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner informieren und die Aufmerksamkeit gegenüber dem Virus steigern um den Umgang zu erleichtern.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeitv / Persistenz
Das Virus ist persistent, bleibt also für immer im Körper. Herpes kann im Nervengewebe in einen Ruhezustand versetzt werden, kann sich aber beliebig wieder reaktivieren, zum Beispiel durch körperliche Anstrengung, durch grippale Erkrankungen oder durch Stress, Menstruation, mechanische Reibung, sogar durch einen Solariumbesuch.

Test und Behandlungskosten
PCR aus Bläschensekret

Krankheitsverlauf
Schmerzen, Jucken, Brennen, Fieberbläschen, Gefahr für Abort wenn Frau sich in den ersten 12 Wochen infiziert.
Es existieren 2 Formen von Herpes
HSV 1 „Lippenherpes“ (Geschlechtsteile, Lippen, Übertragung aufs Kind ist möglich)
HSV 2 vor allem Geschlechtsteile

Diagnose
Blickdiagnose, PCR durch Abstriche vom Bläschensekret

Therapie
bei der ersten Infektion:
Zoviraxcreme hilft möglicherweise in den ersten 2-3 Tagen, bevor Bläschen auftreten hilft je nach Klinik Viruostatika (Tabletten),  Valaciclovir  über7 Tage 2x tgl 500 mg oder Famciclovir 3x 250mg. Dadurch kann die Rezidivhäufigkeit und die Dauer der Erkrankung etwas verringert werden. Die Behandlung ist je nach Person anders und kann mit Erfahrung etwas angepasst werden, welches Medikament ab wann, in welcher Dosis und wie lange genutzt werden kann und darf. Eine Dauersuppression ist, wenn es 4-5 mal im Jahr auftaucht, sicher vorteilhaft.

Vorbeugung / Impfung
Es existiert keine funktionierende Herpes-Impfung

Hepatitis A

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
fäkal/oral (arschlecken)

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Kontaktinfektion oder Schmierinfektion

Krankheitsverlauf
Inkubationszeit 14-50 Tage
Nach 4 Wochen treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall auf. Man fühlt sich abgeschlagen, selten führt es zum Leberschaden, heilt in der Regel spontan aus

Diagnose
Blutentnahme

Therapie
keine

Vorbeugung / Impfung
Impfung möglich, nach Erstimpfung Schutz für ca ein Jahr,  nach 2.Impfung etwa 20 Jahre –lebenslang,14 Tage nach der ersten Impfung  latenter Schutz, ca 3 Wochen 100%

Hepatithis B

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
In CH etwa 100 Neuerkrankungen /Jahr, hauptsächlich Männer

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
sexuell übertragbar, Sperma, Blut
Chronifizierungsrate 10-15%

Therapiekontrolle nötig?
Abklären ob Spontanausheilung oder chronischer Verlauf, dann ggf . lebenslange Therapie

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
siehe oben

Test und Behandlungskosten
Blutentnahme

Krankheitsverlauf
Ausheilen mit lebenslanger Immunität, bei chronischem Verlauf Leberzirrhose, Leberkrebs

Therapie
Therapie:  bei chronischem Verlauf Lebenslange Therapie z.B. mit Viread, um die Ausbreitung der Viren zu hemmen

Vorbeugung / Impfung
Impfung A/B wird wirklich empfohlen, obwohl bei 10% die Impfung nicht wirkt, daher sollte 4 Wochen nach der letzten Impfung ein Bluttest gemacht werden, wenn dies versäumt wurde, kann es jederzeit nachgeholt werden.

Hepatitis C

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Übertragung über Blut, Analverkehr, Toys, Drogenkonsumenten (Kokain, Crystal Meph), früher wurden z.B. in Italien Menschen infiziert bei Impfungen.
Hepatitis kann über Monate an der Luft überleben
Inkubationszeit: 20-30 Tage, 3-4 Monate bis man den Virus nachweisen kann

Therapiekontrolle nötig?
Ja, medizinische Begleitung im Rahmen einer chronischen Infektion

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Test und Behandlungskosten
Behandlungskosten 60‘000.-

 Krankheitsverlauf
85 % symptomlos, Chronifizierungsrate bis zu 70%
Müdigkeit

Diagnose:
PCR

Therapie:
3 Monate 1 Tablette
Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich

HIV

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungsrate 1 zu 90 MSM, Frau, angesteckter Mann 1:1000
Übertragung schwer, es dauert lange bis die Krankheit ausbricht
Zahlen gemäss BAG 2015
Es gab in der Schweiz 538 Ansteckungen mit HIV, dies entspricht 3% der sexuell aktiven Bevölkerung. 247 Ansteckungen betreffen MSM, also 50% der Neuinfektionen, daher wird dieser Personengruppe auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
HIV 1 (eher Europa)   HIV 2 (eher Afrika/Südostasien) entwickelt sich langsamer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Blut, Sperma

Therapiekontrolle nötig?
Selbstverständlich

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Der Partner muss informiert werden und wird hoffentlich eine grosse Stütze während des Behandlungsverlaufs sein.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
HIV führt zu einer chronischen Infektion, in deren Folge das Immunsystem geschädigt wird, was letztendlich zu AIDS führen kann. Heute ist es mittels einer medikamentösen Therapiemöglich , die Virusvermehrung zu unterdrücken, so dass unter entspechenden Voraussetzungen keine sexuelle Ansteckungsgefahr mehr besteht

Test und Behandlungskosten
HIV: (Kosten in DE 5-15 Euro) HIV Schnelltest im Checkpoint 60 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- Infektionsstatus von vor drei Monaten.) Mittels einer venösen Blutentnahme ist eine sichere Aussage nach sechs Wochen möglich.

Krankheitsverlauf
Akute Infektion:Fieber, Lymphknotenschwellung, Hautausschlag, grippale Effekte

Diagnose
PCR (allerfrüehestens 7 Tage nach Ansteckung), Bluttests (nach 4-12 Wochen möglich),

Therapie
Prep? Politisch schwierig ökonomische Diskussion ↔ Selbstbestimmung
Truvada 880.- FDE geprüfte Generika 70-100 $ 30 Tabletten, woher bekommt man das richtige?

Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich. Im Gegensatz zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist der HI-Virus glücklicherweise sehr schwer zu übertragen, geschützter Geschlechtsverkehr minimiert das Risiko einer Ansteckung ungemein.

Fazit

Eine Hepatitis AB Impfung wird durchaus empfohlen, da die Konsequenzen einer Ansteckung lebenslang zu tragen sind, und die Kosten für die Impfung durchaus tragbar.

Sexuell sehr aktive Personen mit häufigem Partnerwechsel und gerade Männer die Sex mit Männern haben, sind natürlich dem Risiko einer Geschlechtskrankheit ausgesetzt. Es wird empfohlen, sich ein oder auch zweimal im Jahr auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. In Gruppen, welche häufig untereinander aktiv sind, kann das auch gegenseitig empfohlen werden und somit vorgebeugt werden.

Sexuell aktive Frauen können sich auch zusätzlich eine HPV-Impfung überlegen. Empfohlen wird der jährliche Gang zum Gynäkologen, dort werden sowieso Abstriche gemacht – Tripper (Gonokokken), Chlamydien und Siphilis wird nahegelegt . Man kann sich auch ohne Begründung erkundigen auf was alles getestet wird. Da sollte Frau sich aber unter Umständen durchsetzen können, denn gewisse Ärzte empfinden viele Tests nicht als nötig und agieren erst wenn es mit Nachdruck gefordert wird. In Härtefällen könnte eine Lüge wie erfundener Ausfluss den Arzt überzeugen. Auch kann die private Kostenübernahme angeboten werden, da Prävention nicht Kranken-kassenpflichtig ist.

Die in den letzten Jahren zunehmende Ansteckungsrate vor allem unter homosexuellen  Männern ist auf Änderungen des sexuellen Risikoverhaltens zurückzuführen. Entscheidende Faktoren sind dabei ein zunehmender Verzicht auf Kondome und der Anstieg riskanter sexueller Kontakte mit wechselnden Partnern. Dazu kommen vermeintlich sichere Sexualpraktiken, die das HIV-Übertragungsrisiko senken (Oralverkehr ohne Ejakulation, oral-analer Kontakt), jedoch eine Übertragung bakterieller Erreger wie der Syphilis oder Gonokkoken und anderen weiter ermöglichen.

Generell empfohlen wird nach dem Geschlechtsverkehr zu pinkeln um so mögliche Infektionsgefahr aus dem Körper zu spülen, genauso wirkt Mund ausspülen zum Teil sehr effektiv vorbeugend. Diese simplen Mittel werden unterschätzt und können dazu beitragen eine Infektion zu verhindern.

Was leider auch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, ist, dass die Nutzung von Antibiotika unter anderem die Darmflora angreift. Nach einer Behandlung braucht die Darmflora bis zu einem halben Jahr um sich komplett zu erholen. Das wird inzwischen mehr beachtet und wenn nicht unbedingt notwendig auf mehrere aufeinanderfolgende Antibiotika-Anwendungen verzichtet.

Immer mehr Apotheken (z. B. Apotheke am Bodensee ??) bieten Cremes (Name?) an um die Abwehr der vaginalen Schleimhaut zu stärken, welche auch bei chronischen Entzündungen helfen. Neu gibt es auch für Männer ein Angebot.

Lexikon

Abstriche
Abstriche zur Untersuchung werden mit Hilfe von kleinen Bürsten und auch Tupfern Zellen aus den zu untersuchenden Bereichen entnommen. Diese werden in den Rachen, die Vagina, das Gesäss oder den Penis (1cm tief) eingeführt, gedreht und danach auf Schädlinge getestet.
Der Arzt rät sexuell aktiven Menschen zu regelmäßigen (1-2x im Jahr) Abstrichen um Tripper, Chlamydien und Syphilis auszuschließen.

Chemsex
Sex unter Drogen, man geht eher über Grenzen, die Errektion und Lust wird intensiver empfunden, das Risikobewusstsein nimmt ab, diese Faktoren vervielfachen die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten … publizieren?)

Dauersuppression
Dies bedeutet die permanente Behandlung mit Cremes oder anderen Mitteln um einen erneuten Ausbruch einer Krankheit vorzubeugen, oder zumindest abzuschwächen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Herpes

Durchseuchungsrate
beschreibt den Anteil der Angesteckten in Bezug auf die Gesamtbevölkerung.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit, die zwischen Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht.

IGV
Internationale Gesundheitsvorschriften, 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)   angenommen und seit 2007 in der Schweiz in Kraft.

Kommunikation
Wie spreche ich das Thema an? Es mag nicht erotisch sein über sexuell übertragbare Krankheiten zu reden, aber das Bewusstsein schafft Sicherheit und Vertrauen. Ein Mitteilen wann und worauf man sich hat testen lassen mit der Gegenfrage zum Schluss lassen das Thema unkompliziert aufbringen und abhaken.

Kondom
Ein Kondom hilft nahezu 100% gegen HIV, aber gegen die anderen Krankheiten nur bedingt, da diese sich leichter übertragen lassen. Das heisst nicht, dass es nicht hilft, gerade auch bei Toys zum Beispiel, aber auch ein Kondom schützt nicht vor sämtlichen Krankheiten, daher sollten Tests durchaus in Betracht gezogen werden wenn Beschwerden nach dem Geschlechtsverkehr auftreten…

Krankenkasse:
Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten bei persönlichem Verdacht auf Geschlechtskrankheiten. Die Diagnose wird also in der Regel vom Patienten bezahlt.

Küssen
Küssen ist schlussendlich nicht komplett Risikofrei, dennoch ist eine Ansteckung sehr, sehr unwahrscheinlich.

Miktion
Das Entleeren der Harnblase.

MSM / FSF
Die korrekte Abkürzung für Männer die Sex mit anderen Männern haben, bzw. Frauen die Sex mit Frauen haben, da sich dies nicht nur auf homosexuelle Personen bezieht, sondern auch bisexuelle, hetero-flexible oder experimentierfreudige Menschen mit einschließt.

Parties / Gruppenevents
Eigenes Spielzeug sollte nicht unbeaufsichtigt liegen gelassen werden, fremdes nicht benutzt werden, und Flächen desinfiziert oder mit einem eigenen Badetuch abgedeckt werden.
Persönliches Gleitgel bei großen Gruppen wird empfohlen, der Arzt beschwört ein Bild eines Topfs Gleitgel in den alle beim Spiel reinfassen, am besten noch mit blutigen Händen….

Partnerinformation
Von wem habe ich die Krankheit? Und habe ich sie vielleicht sogar schon weiterverbreitet?Es ist wichtig die letzten Partner zu informieren, dass sie möglicherweise Träger eines Virus sind. Anhand des Virus und der Symptome kann zum Teil abgeschätzt werden wie lange die Ansteckung her ist und wer informiert werden muss.
Zum Teil ist der behandelnde Arzt bereit, die entsprechenden Personen zu informieren, falls man sich selbst nicht getraut.
Auch wird es geschätzt, wenn man nur den Ansteckungsort kennt (Swingerclub / Bordell / Partylocation), dass man den Betreiber informiert, dass dieser allenfalls einen Aushang machen kann, um einen Test zu empfehlen.

PCR (Polymerase-Kettenreaktion, englisch polymerase chain reaction)
PCR ist eine Methode, um die Erbsubstanz, in diesem Falle von Viren und Parasiten künstlich im Reagenzglas zu vervielfältigen. Dadurch werden allfällige Erreger identifiziert und es kann mit der Therapie begonnen werden. Im Prinzip nimmt man eine spezielle, kleine Bürste, die man 1cm in Harnröhre, bzw. in den Rachen oder anal einführen muss, einmal drehen, dann kommt das in ein Röhrchen und ins Labor.

Penetration
Penetration ist in diesem Kontext das Eindringen eines Körperteiles oder Gegenstandes in den Körper. Dies birgt schon mal an sich ein Ansteckungs-Risiko und gerade was Toys wie Dildos usw. angeht erhöht sich dieses nochmals. Eigenes und genügend Gleitgel, das Nutzen eines Kondoms und allgemeines Beachten von Hygiene hilft hier die Risiken zu vermindern.

Persistenz
Das konstante Bestehen einer Krankheit, diese kann auch passiv sein und sich rezidivieren, als wieder aktivieren.

Replikationszeit
Als Replikationszeit bezeichnet man die Zeit, welches ein Virus braucht um sich zu vervielfältigen.

Rezidiv
Ein Rückfall oder Wiederauftreten zum Beispiel einer Krankheit.

Schmierinfektion
Eine Schmierinfektion ist eine Übertragung von Krankheitserregern durch Berührung. Dabei unterscheidet man die direkte Kontaktinfektion, etwa bei Berührung eines infizierten Menschen, und die indirekte Kontaktinfektion bei der Berührung von mit Krankheitserregern kontaminierten Gegenständen.

Schnelltests
Beispiele?
Diese erreichen selbst unter optimalen Bedingungen max. 80% der Sensivität von Labortests

Sensivität
Dies beschreibt die Genauigkeit eines Tests, und zwar wie viele aller Infizierten auch positiv getestet werden.

Spezifität
Auch dies beschreibt die Zuverlässigkeit der Tests, nämlich wie viele nicht Infizierte tatsächlich negativ getestet werden.

Toys
Vorsicht ist geboten bei Fisting, grossen Plugs usw. wegen  Verletzungsgefahr und der Übertragung von Krankheiten übers Blut.
Die Übertragung über eine Peitsche ist eher unwahrscheinlich, nach der Desinfektion und einer Einwirkungszeit findet der Arzt das Risiko minimal. Dass man ein Paddel mit Stacheln nicht nacheinander an verschiedenen Leuten ausprobiert versteht sich aber hoffentlich von selbst.

Tröpfchenübertragung
Die Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft. Tröpfchenbildung beim Sprechen über den Speichel, Niesen und Husten, durch Vernebelung keimhaltiger Sekrete der Atemwege. Zur Infektion der Kontaktperson(en) kommt es, wenn die Erreger anschließend auf die Schleimhäute meist des oberen Atemtrakts gelangen und sich dort vermehren.

Vorbeugung
Die einzige Möglichkeit sexuell übertragbare Krankheiten vorzubeugen ist generell auf Körperkontakt zu verzichten. Da das aber nicht anstrebenswert ist, wird empfohlen, dass sich beide neuen Partner testen lassen. Bei oft wechselndem Partner ist Verhütung in Form eines Kondoms empfehlenswert, bietet aber auch nicht 100 % Schutz. Viele Krankheiten können auch über den Mund, oder über Blutkontakt verbreitet werden, es reicht zum Teil sogar eine Berührung. Daher werden hier Impfungen (v.a. Hepatitis AB)
empfohlen und der jährlich, oder bei sehr aktivem Sexualleben, gar der halbjährliche Test.

Quellen & Links: guidelines.ch / Wikipedia / M. Kluschke

http://www.dstig.de/literaturleitlinienlinks/sti-leitfaden.html

https://www.drgay.ch/de/starman

Geschrieben von …13… und Pleasetease

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Bewusstseinsverändernde Substanzen

Es ist immer wieder ein Thema im Zusammenhang mit BDSM. Darf man unter Alkohol- oder THC Einfluss oder gar unter der Wirkung von anderen Drogen (auch starken Medikamenten) spielen? Wie sicher ist es? Was sind die Risiken?
Um diese Fragen im Detail zu beantworten bräuchte es sicher einen Arzt mit guten Fachkenntnissen der einzelnen Substanzen. Dennoch ist die Szene mehrheitlich der Meinung, dass es nicht gemacht werden sollte. An vielen Events ist Alkohol nur in geringen Massen erwünscht und andere Drogen grundsätzlich verpönt.
Dies hat auch seine Gründe. Während eines Spiels ist es sehr wichtig, dass man seinen Körper gut spürt, dass man klare Rückmeldungen geben kann, den Anderen klar wahrnimmt und die Grenzen erkennt.
Unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen ist dies nicht mehr vollumfänglich möglich. Hemmschwellen senken sich, die Reaktionszeit ist länger, das Schmerzempfinden anders, die Wahrnehmung ist verändert und man hat teilweise das Gefühl, viel mehr zu vertragen als man in nüchternen Zustand vertragen würde, sowohl psychisch als auch physisch.

Man kann es mit Auto fahren vergleichen. Da muss man präsent und konzentriert sein und auf plötzlich auftauchende Faktoren wie z.B. ein Tier das über die Fahrbahn rennt schnell und richtig reagieren können. Deshalb gibt es eine Promillegrenze nach deren Überschreiten man nicht mehr Autofahren darf. Andere Drogen sind komplett verboten und auch auf Medikamentenpackungen wird auf mögliche Gefahren hingewiesen. Auch beim Spielen muss man präsent sein, der passive Part muss formulieren können was geht und was nicht. Wie weit etwas möglich ist, was der Körper und die Psyche ertragen können. Der aktive Part muss sich auf den Passiven konzentrieren und auch feine Reaktionen wahrnehmen, muss merken was er mit seinem Tun auslöst. Beide müssen fähig sein den Anderen bei einem allfälligen Absturz aufzufangen.

Aus all diesen und noch mehr Gründen ist es wichtig sich Gedanken zu machen ob -und falls ja, wie viel- man wovon konsumieren möchte um noch verantwortungsvoll Spielen zu können. Dies sollte auch unbedingt immer mit den Spielpartner*innen abgesprochen sein.
Ein Bier oder ein Glas Sekt mögen bei der einen Person kein Problem darstellen, bei jemandem der selten Alkohol trinkt hingegen schon.
Auch Medikamente sind ein wichtiger Faktor. Ein Aspirin stellt eher kein Problem dar, ein starkes Schmerzmittel hat erheblichen Einfluss wenn man ausgepeitscht wird. Beruhigungs- oder Aufputschmittel sind sowieso fragwürdig.
Man sollte sich also sehr gut informieren was für Wirkungen und Nebenwirkungen diverse Substanzen haben (im Zweifelsfall bei einer Fachperson) und gut abwägen ob man es macht oder nicht.

Im Rahmen von SSC empfehlen wir, sich an die Gesetze und Richtlinien für das Autofahren zu halten.
Und wie überall im Leben und im BDSM speziell ist auch hier die Kommunikation äusserst wichtig, den Konsum vor Spielpartner*innen zu verheimlichen ist auf jeden Fall ein Vertrauensmissbrauch.

Und noch zum Schluss, der Körper schüttet bei einem guten Spiel massenhaft Hormone wie Adrenalin und Endorphine aus. Auch diese haben eine berauschende Wirkung und es wäre doch sehr schade, wenn man diesen körpereigenen Rausch nicht geniessen kann weil eine andere Droge die Wirkung überlagert 🙂

Geschrieben von …13…

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Vortrag BDSM und Recht

Liebe User und Besucher

Wie Ihr bestimmt mitbekommen habt, hat Markus von den Wingless Angels vor einiger Zeit, einen Vortrag zum Thema Recht im Bdsm organisiert. Dafür konnte er den Juristen Valentin N. J. Landmann gewinnen.

Eine grossartige Idee wie wir meinen, da Gesetzestexte und Praktiken für Laien doch etwas undurchsichtig sind, und wir uns ja zumindest in einem Graubereich bewegen.

Um dem ganzen noch einen oben drauf zu setzen, hat Omegas Horizon den Vortrag aufgenommen und protokolliert. Grosszügigerweise dürfen wir seine Reinschrift online stellen und somit einen winzigen Teil beitragen, dass dieser tolle Event nicht zu Schall und Rauch wird, sondern nachhaltig nachgelesen werden kann, auch für alle die den Tag verpasst haben.

Ich bedanke mich bei den beiden ganz herzlich für Ihren tollen Einsatz und die Möglichkeit euch dies weitergeben zu dürfen. Es ist grossartig, dass sich Leute engagieren und einen Mehrwert für die Szene kreieren, gerade dort, wo es schwer ist an Informationen zu kommen.

Liebe Grüsse, Pleasetease

Überschreitung der Rechter involvierter Personen

Die Einwilligung – der Schlüssel:

Ohne Einwilligungen in diese Eingriffe, liegen schwere Straftaten vor – in Punkt vier ist keine Einwilligung möglich.

Aber bei konventionellen Sexpraktiken verhält es sich nicht anderes.

Beim BDSM greifen wir in die Rechte einer Person ein:

1. Freiheitsrecht

2. Körperliche und psychische Unversehrtheit 

3. Sexuelle Integrität

4.  Das Leben (bei gefährlichen Praktiken und Unfällen)

Ohne Einwilligungen in diese Eingriffe, liegen schwere Straftaten vor – in Punkt vier ist keine Einwilligung möglich.

Aber bei konventionellen Sexpraktiken verhält es sich nicht anderes.

Gesetzliche Normen:

Verschiedene gesetzliche Normen greifen, liegt keine Einwilligung vor. In einige Rechte und damit Verbunden Praktiken kann nicht eingewilligt werden.

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung:

Vergewaltigung liegt vor, wird eine Person zum Beischlaf gezwungen.

Sexuelle Nötigung liegt vor, wird jemand zu Oralsex, Analsex und anderen sexuellen Handlungen gezwungen.

Vorsätzliche Tötung:

Wird jemandem absichtliche das Leben genommen.

Eventualvorsätzliche Tötung:

Dabei geht der Richter davon aus, dass der Tot einer Person mutwillig in Kauf genommen wurde. Dieser Norm kommt zur Geltung, werden Praktiken angewandt, die ein erhebliches Todesfallrisiko haben oder Sicherheitsmassnahmen ausgelassen wurden, um ein Todesfallrisiko zu verhindern oder erheblich zu reduzieren.

Vorsätzliche schwere Körperverletzung:

Kommt es zu einer schweren Körperverletzung, obwohl Praktiken angewandt wurden, die nur zu einer leichten Körperverletzung führen sollten, kommt die vorsätzliche schwere Körperverletzung zum Tagen. Beispiel: Eine Schlägerei mit blauen Augen ist einfache Körperverletzung, erleidet jemand einen Hirnschaden, handelt es sich um vorsätzliche schwere Körperverletzung (viele dieser Verfahren wurden erfolgreich geführt).

Fahrlässige Tötung:

Unterlässt man alle notwendigen Sorgfaltshandlungen. (Richter sind selten BDSM-Anhänger und haben wenig Gespür für BDSM).

Die Garantenstellung ist zu beachten. Fixiert der Aktive den Passiven, ist er während der Fixierung für dessen Wohlergehen verantwortlich.

Nicht jeder Fall wird gleich gehandhabt, weil es unterschiedliche Meinungen/Richter gibt. Das ist in der Rechtspraxis üblich.

Gefährdung des Lebens:

Wird etwas getan, was das Leben gefährdet, liegt diese Norm vor, selbst wenn nichts geschah. Das betrifft die Praktik selbst, werden Sicherheitsmassnahmen nicht eingehalten oder kann sich der Passive nicht bemerkbar machen.

Die Gefährdung des Lebens ist eine weitgefasste Praxis. Der Aktive muss immer die Möglichkeit haben, denn Passiven aus seiner Zwangslage zu befreien und diese muss sich bemerkbar machen können.

Schwere Körperverletzung:

Schwere Körperverletzung liegt bei einer Behinderung, fehlendem Organ oder schweren Entstellungen vor.

Verfolgung erfolgt ohne Strafantrag, entgegen der einfachen Körperverletzung.

Einfache Körperverletzung:

Einfache Körperverletzung umfasst alle anderen Körperverletzung wie ein Schnitt, auch ein gebrochener Arm.

Wird grundsätzlich nur auf Strafantrag verfolg.

Vom Amtswegen wird einfache Körperverletzung nur verfolgt, handelt es sich um häusliche Gewalt – also um die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner. Eine Einwilligung bleibt gültig. Leben Partner getrennt, greift die häusliche Gewalt nicht.

Auch wird bei einfacher Körperverletzung ermittelt, wurde eine Waffe oder gefährlicher Gegenstand verwendet. Ist bei der Verwendung bestimmter BDSM-Spielzeuge relevant und von der Sicht des Richters abhängig.

Tätlichkeit:

Ein blauer Fleck oder etwas Schmerz fällt darunter.

Freiheitsberaubung:

Eine Freiheitsberaubung liegt vor, hindert man jemanden, weggehen zu können.

Garantenstellung:

Wurde der Partner immobil gemacht, hat der Aktive die Garantenstellung. Alle aufgeführten Strafnormen sind möglich, hat der Aktive eine Garantenstellung. Fesselt er jemanden, hat er darauf zu achten, dass dieser sich nicht durch eine unwillkürliche Bewegung verletzt.

Grenze der Garantenstellung:

Ein Kunde einer Domina liess sich ein Prinzalbertpiercing machen. Er liess sich an dem festmachen, ging auf die Knie, wurde etwas schmoren gelassen, dann kam die Domina zurück und forderte ihn auf, zu ihr zu kommen. Anstatt, wie von ihr angenommen, auf den Knien zu bleiben, kam er ihr entgegen. Das Ergebnis: Erhebliche Verletzungen, Anzeige wegen schwerer Körperverletzung und Freispruch für die Domina vor dem Bundesgericht. Dieses befand, dass beim Einvernehmen eine gewisse Verantwortung beim Passiven bleibt.

Die Einwilligung

Generell:

1. Die Einwilligung darf keine Komponenten enthalten, die einer Person ernsthaften Schaden zufügen (Siehe Strafnormen)

2. Zeitlich und räumliche Begrenzung der Einwilligung. Bei Fixierungen/Freiheitsberaubung wichtig.

3. Schriftliche Fixierung der Praktiken, die angewandt werden.

4. Bei Schnitten, Vernähen, Branding, Spritzen und ähnlichen Bereichen ist eine explizite und klare Einwilligung erforderlich.

5. Ein Video bietet sich an, auf dem das einwilligende Gespräch genau zu verfolgen ist. Besonders bei grenzwertigen Praktiken zu empfehlen.

6. Ein Zeuge, der die Einwilligung bestätigt.

7. Kopfkino nicht unterschätzen. Passiver kann sich überschätzen und dann behaupten, dass er etwas nicht wollte.

Die Einwilligung ist ungültig:

1. Gefährdung des Lebens

2. Tötung

3. Schwere Körperverletzung

4. Kein Abbruch (Safeword) möglich ist.

Einwilligung in ein Risiko:

Die genauen Grenzen lassen sich nicht festlegen. Aber ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas eintrifft, dass eine Einwilligung nichtig macht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch das Risiko tut.

Safeword:

Die Gerichte sagen, dass ein Boxkampf legal ist, weil der Boxer jederzeit das Handtuch werfen kann.

Im BDSM braucht es ein Safword.

Das Safeword muss offensichtlich und leicht auszusprechen sein.

Bein einer Knebelung muss das Safeword durch eine Geste ergänzt werden.

Sane:

Bei Unsicherheit über den Zustand des Passiven muss der Aktive sich vergewissern. Beispiel: Beim Facesitting durch Absitzen und Kneifen.

Sex:

Sex erfordert eine klare Einwilligung. Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung ist eine Vergewaltigung, eingewilligter Geschlechtsverkehrt mit Kondom, kann eine Vergewaltigung sein, wurde das Kondom weggelassen.

Abbruch:

Der Aktive muss den Passiven jederzeit, unverzüglich und ohne spielerisches Element aus seiner Zwangslage befreien und sich um ihn kümmern müssen. Allfällige Werkzeuge für die Befreiung müssen in Griffweite sein.

Langer Zeitraum:

Keine Einwilligung ist dauerhaft.

Wird jemand länger immobil gemacht, sollte eine Zeugin anwesend oder es auf Video aufgezeichnet werden.

Tücken bei der Einwilligung:

Das Kopfkino/die Phantasie kann Panik auslösen, weil eine Person von etwas ganz Anderem ausgeht. Psychologische Spiele sind hier zu nennen.

Partner – besonders im professionellen Bereich – verschweigen Krankheiten. Besonders jene, die im Spiel gefährlich werden können. Herzkrankheiten gehören dazu.

Man kann versuchen, dass es Sache des Partners ist, ärztlich abzuklären, ob er BDSM-Tauglich ist, aber die Erfolgschancen stehen schlecht.

Unmöglich Abklärungen, aber gute Vorbereitung:

1. Im professionellen Bereich sollte es eine Einverständniserklärung des Gasts geben, dass die Domina im Notfall ohne Rücksicht auf seine Persönlichkeit Hilfe rufen darf.

2. Grössere Institute sollten auch einen Defibrilator besitzen.

3. Wurde alle nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen, kann die Staatsanwaltschaft nicht behaupten, man hat Schaden billigend in Kauf genommen.

Richtig reagieren:

1. Denn Passiven sofort aus der Zwangslage holen und ihn umsorgen

2. Erste Hilfe leisten, kam es zu Verletzungen, gegebenenfalls den Defibrilator einsetzen.

3. Notarzt und gegebenenfalls die Polizei rufen.

Worst Case:

Stirbt der Partner, sollte man nicht versuchen, die Leiche zu entsorgen. Du Spurensuche wird erschwert und die Staatsanwaltschaft geht von Vorsatz aus.

Sensible Praktiken

Rund um den Hals:

1. Würgen, Atementzug und alles, bei dem eine Dosierung schwierig bis unmöglich ist, bringt einen an den Rand eines Strafverfahrens.

2. Es gibt den Wunsch unterwassergedrückt und wiederbelebt zu werden. Geht es schief, handelt es sich wahrscheinlich um eventualvorsätzliche und nicht fahrlässige Tötung. Einwilligung nützt nichts.

3. Gegenseitiges Aufhängen bis zur Bewusstlosigkeit ist eventualvorsätzliche Tötung, stirbt einer. 10 bis 12 Jahre Gefängnis.

4. Bei Atemkontrolle, werden gut kontrollierende Techniken wie eine Gasmaske verwendet, muss man berücksichtigen, dass ein Herzkranker weniger verträgt.

5. Alles, was um den Hals geschieht, ist heikel, auch Würgen mit der Hand. Jedes Gericht wird verlangen, dass man den Karotissinusreflex kennt, ging mit ihm etwas schief.

6. Falsch eingesetzte Knebel können Würgereflexe auslösen und der Passive kann am Erbrochenen sterben.

7. Den Passiven immer beobachten, um schnell reagieren zu können und dazu passende Werkezuge bereitlegen.

8. Der Passive muss schnell befreit werden können, sonst ist jeder Straftatbestand möglich.

9. Herr Landmann rät von allem ab, was um den Hals liegt.

Knebeln:

Eine geknebelte Person darf nie alleine gelassen werden, auch nicht zehn Minuten. Er kann in den Knebel kotzen.

Die Art des Knebels ist wichtig, werden noch Höschen oder Strumpfhosen hineingestopft, können sie in den Rachen gelangen. Strumpfhosen sind schwer herauszubekommen.

Bei einem Tapeknebel sollte man wie bei der Rolle ein Ende umschlagen, um ihn schnell zu lösen.

Trampeling:

Beim Trampling muss es etwas geben, an dem der Aktive sich festhalten kann. Bricht eine Frau mit High Hiels ein, gibt es schwere Verletzungen, für die ein Richter wegen der offensichtlichen Gefahr wenig Verständnis hat.

Trampling Barfuss ist empfehlenswerter.

Branding:

Eine Einwilligung in ein Branding ist möglich, handelt es sich um eine Verbrennung oder eine Narbe. Der Passive muss klar sagen, um was für eine Wunde es sich handelt und wo sie sich befinden soll.

Entzündungen usw. können gefährlich werden, eine Aufklärung über die Risiken ist wichtig.

Mit Branding nähern wir uns dem Bereich, in den wir einwilligen können.

Klinik:

Bei Nähen gilt das Gleiche wie bei Branding.

Bei allen Klinikspielen ist es wichtig, auf die Hygiene zu achten. Sonst kann der Passive bei Problemen sagen, dass unsauber gearbeitet wurde und eine Anzeige erstatten.

Schneiden:

Handelt es sich nicht um Lebensgefährliche Stellen, ist eine Einwilligung in Schneiden möglich.

Spritzen setzen:

Eine Einwilligung in Spritzen setzen ist möglich. Es ist klar festzuhalten, was gespritzt wird und wo. Der Aktive muss wissen, welche Gefahren bei welche Körperstellen, Geweben usw. besteht.

Nadelspiele:

In Nadelspielen lässt sich einwilligen.

Hygiene, Zeuge und Gesundheit:

Wo Entzündungen, Infektionen, Sepsis usw. möglich sind, sollten die Hygieneregeln angewandt werden, die Ärzte anwenden.

Die Details der Praktiken Branding, Klinik, Schneiden, Spritzen und Nadelspielen sollten unter Anwesenheit eines Zeugen vereinbart werden, genauso die Belehrung der Risiken, wozu die Gefahr von Entzündungen und Co. gehören sowie der Hinweis, sofort einen Arzt aufzusuchen, kommt es zu entsprechenden Problemen. Weiter muss der Passive informiert werden, unter welchen Umständen die Praktiken nicht angewendet werden dürfen. Beispielsweise bei Blutverdünner.

Unter Anwesenheit von einem Zeugen nach heiklen Erkrankungen und Medikamenten fragen.

«Spezielle Verantwortung»

Täuschende Erregung:

Im erregten Zustand verändert sich das Schmerzempfinden. Der Passive verträgt mehr als im Standardmodus. Möglicherweise erkennt er seine eigenen Grenzen nicht mehr. Es ist Aufgabe vom Aktiven, zu achten, nicht so weit zu gehen, damit der Passive ernsten Schaden erleidet.

Wenn die Möglichkeit zur Einwilligung endet:

Ein Passiver kann nicht in Praktiken einwilligen, die bei einem gesunden Menschen weder schwere Schäden noch den Tod herbeiführen, hat er eine Krankheit oder nimmt er Medikamente, die dazu führen könnten.

Umgang mit Polizei und Staatsanwaltschaft

Aussageverhalten und Arbeitsweise der Behörden:

Bei falschen Beschuldigungen ist es klug, umfassend und ehrlich auszusagen. Anhand der Aussagen lassen sich Gegenstände oder Datenträger sicheren, die die eigene Version stützen. Folgt eine Aussage erst am Ende der Ermittlungen hat sie weniger Gewicht, weil sie anhand der Fakten angepasst werden kann.

Auf keinen Fall dürfen nachweislich falsche Aussagen gemacht werden. Fingerabdrücke verraten, dass man einen Gegenstand nutzt, Spermaspuren zeugen von Geschlechtsverkehrt usw. Genauso schlimm sind Halbwahrheiten. Diese Dinge untergraben die Glaubwürdigkeit.

Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte stellen Aussagen nicht nur gegenüber. Sie folgen dem Plausibilitätsprinzip. Die Beweisführung besteht aus Aussagen, gesichertem Material und gegebenenfalls Expertisen. Die eigene Aussage steht in Wechselwirkung zu allen anderen Komponenten und wird entsprechen gewichtet.

Haftung bei Workshops und Partys

Eine sehr komplexe Materie. Die Veranstalter sollten darauf achten, kein gefährliches Equipment zur Verfügung zu stellen.

Steht gefährliches Equipment zur Verfügung, sollte es einen Warnhinweis geben und das ein Veranstalter bei Verwendung hinzugezogen werden muss.

Die oberen beiden Absätze gelten auch für Tagesmitglieder von Vereinen.

Die Gründung eines Vereins als Träger der Veranstaltung ist zu empfehlen. Dieser legt einen Haftungsausschluss fest. Die Veranstalter haften nur noch für das, was sie selbst machen.

Diverses

Videobeweis und Zeugen:

Die Einwilligung eines Videos oder Zeugenaussagen werden nicht infrage gestellt, gibt es keinen plausiblen Grund dazu. Sie gelten als glaubwürdig.

Bei Aussagen ist das Plausibilitätsprinzip wichtig: Ist es logisch, was jemand sagt. Das eine Domina einen Kunden über die vereinbarte Zeit festhält, ist nicht plausibel, weil sie für die Zeit X bezahlt wurde und es geschäftsschädigend wäre, jemanden wirklich zu quälen.

Überzogene Einwilligung:

Der Vorwurf der Freiheitsberaubung kommt am häufigsten vor. Der Passive behauptet, er wurde länger festgehalten, als vereinbart wurde. Ging es etwas über die Zeit, kann zugunsten vom Aktiven entschieden werden, bei längerer Zeit oder Folgeschäden nicht.

Versicherungen:

Die Umfallversicherung macht bei massivem Selbstverschulden Abzüge.

Im professionellen Bereich ist es fast unmöglich eine Haftpflichtversicherung zu finden.

Geht etwas schief, muss man beweisen, dass man alles richtigmachte. Das ist machbar.

Bei Kleinigkeiten gibt es kaum Probleme, geht es um Kosten von Behinderungen und Verdiensthausfällen, gibt es erhebliche Probleme.

Der zivilrechtliche Teil steht und fällt mit dem Strafrechtlichen.

Pornografie:

Verbotene Pornografie ist mit Kindern, Tieren oder eigentlichen Gewaltdarstellungen.

Es gibt Urteile, die eine reine Immobilisierung nicht als Gewaltdarstellung bezeichnen. Reines Bondage ist kein Problem.

Schwere physische Schädigungen, auch wenn sie gespielt sind, sind verboten.

Korrespondenz und Einwilligung:

Eine E-Mail, in dem jemand in Praktiken einwilligt, ist eine gültige Einwilligung, weil es ein Faktum ist.

Haftungsausschluss

1. Der Autor fasste den Rechtsanwaltsvortrag vom 08.10.16, der von Dr. jur. Valentin Landmann im Volkshaus Zürich, Gelber Saal, gehalten wurde, gemäss der Videoaufnahme nach bestem Wissen zusammen.

2. Die Zusammenfassung wurde nicht von Dr. jur. Valentin Landmann überprüft oder ihm zur Ansicht unterbreitet.

3. Der Autor übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen.

4. Der Autor stellt klar, dass die Zusammenfassung nicht ergänzt wird und nicht an gesetzlichen Änderungen und veränderte gerichtlichen Praxis angepasst wird.

5. Der Autor stellt klar, dass es sich um keine Rechtsberatung handelt.

6. Der Autor übernimmt keine Haftung für direkt oder indirekt entstehende sowie materiellen und immateriellen Schäden durch die Nutzung oder Nichtnutzung dieser Informationen.

7. Der Autor übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch die Weiterverbreitung diese Informationen auf allen Kommunikationswegen entstehen. Die Weiterverbreitung erfolgt auf eigenes Risiko.

8. Der Autor rät im Falle von juristischen Problemen oder für die Abklärung juristischer Risiken einen Anwalt zu konsultieren.

© Omegas Horizon

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Covern

Nun hast du also im Netz jemanden kennen gelernt und ihr möchtet euch gerrn treffen.
Dass das erste Treffen auf neutralem Boden an einem öffentlichen Ort stattfinden sollte ist wohl allen klar. Dazu bietet sich eine Bar, ein Restaurant oder ein Spaziergang an einem gut frequentierten Ort an. Auch gern genutzt werden Stammtische, wenn die Chemie nicht stimmt kann man immer noch mit jemand anderem sprechen.
Gut ist es, wenn man sich Referenzen über die Person holt. Die BDSM Szene in der Schweiz ist relativ klein und man kennt sich.
Zusätzlich kann man sich Covern lassen. Dies mag bei einem öffentlichen Treffen etwas übertrieben erscheinen, ist aber beim ersten privaten (Spiel)treffen unerlässlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dazu. Allen gleich ist, dass man einer Vertrauensperson alle relevanten Daten des Dates gibt, also vollständiger Name, Nickname inkl. Plattform, Adresse, Telefonnummer, Ort und Zeit des Treffens.
Dies allein gibt schon einige Sicherheit. Zusätzlich kann man mit der Vertrauensperson absprechen, dass sie einen in bestimmten Abständen oder zu einer bestimmten Zeit anruft oder das man sich bei ihr meldet. Zusätzlich sollte ein unverfänglicher Codesatz abgemacht werden. Beispielsweise “Mir geht es EIGENTLICH gut” bedeutet “Hol mich hier raus”. Es sollte abgesprochen sein, wie die Vertrauensperson in so einem Fall reagiert, ob sie in 5 Minuten nochmal anruft um zu sagen, dass die Katze vom Auto angefahren wurde und man sofort kommen muss oder ob sie selber vorbei kommt um einem abzuholen oder die Polizei einschaltet. Für die verschiedenen Varianten können auch unterschiedliche Sätze abgesprochen werden.
Ganz wichtig ist, dass man dem Date vor dem Treffen sagt, dass man sich Covern lässt und wie dies geschieht. Wenn das Date darauf komisch reagiert ist dies ein Warnsignal.
Beim Covern ist es völlig egal, ob du Top oder Bottom bist und auch welchem Geschlecht du angehörst. In der richtigen Situation ist jeder/r ausgeliefert (ja, auch der Top, man stelle sich vor, er lässt sich vom Bottom Oral befriedigen und dieses beisst in das beste Stück…)

Geschrieben von …13…

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