Der Vorstand stellt sich vor – Thomas

Die IG BDSM hat mein Leben nachhaltig verändert. Anfang 2014 habe ich mich im Forum registriert, es folgte – und dauert noch immer an – eine sehr spannende Zeit voller wundervoller Erfahrungen, in welcher ich mehrere Herzens-menschen kennenlernen durfte. Mit einigen dieser Menschen bin ich dann irgendwie im Vorstand der IG BDSM gelandet und geblieben.

Ich bin allen Personen, die mich bei meinen ersten Schritten unterstützt, begleitet und gefordert haben unendlich dankbar, und dieses Geschenk gebe ich auch gerne an andere weiter. Es bereitet mir grossen Spass Menschen zu helfen ihre Berührungsängste zum Thema BDSM zu überwinden. Genauso gerne unterstütze oder vernetze ich Menschen mit Ideen und Motivation etwas aufzubauen.

Ich könnte euch nun erzählen, dass ich es liebe sowohl in, als auch an den Seilen zu sein. Dass ich akzeptieren konnte, masochistische und sadistische Züge zu haben. Doch ich schreibe euch lieber von etwas, dass euch alle auch betrifft.

Als Simona von ihrem Rückzug aus dem Vorstand erzählte, und sich heraus-kristallisierte, dass ich nach ihr der logischste Nachfolger als Präsident des Vereins bin… Da hatte ich eine Scheissangst!

Ich hatte eine Scheissangst, der letzte Präsident eines langsam vor sich hinsiechenden Vereins zu werden, euch und meinen Vorgängern in keinster Weise gerecht zu werden. Derjenige, der es durch Passivität schafft, diese wundervolle und dramalose Konstanz zu brechen. Ich bin kein Macher. Aber ich kann die inspirierten Menschen um mich unterstützen, wie ich es bisher gemacht habe.

Simona bleibt uns aber erhalten, und wir haben neue motivierte Kandidaten für den Vorstand. Ich habe engagierte, wundervolle Menschen um mich, denen ich helfen kann diesen Verein weiterhin zu etwas Einzigartigem und Hilfreichen zu machen, für euch und die BDSM Szene der Schweiz. Ich danke jedem und freue mich auf das was kommt.

Der Vorstand stellt sich vor – Simona

Ich bin nun seit 2014 IG-Mitglied und auch schon länger im Vorstand aktiv. Nachdem ich letztes Jahr angekündigt habe, mich aus dem Vorstand zurückzuziehen bleibe ich euch doch noch etwas erhalten, allerdings mit etwas weniger Auf-gaben als bisher.

Beim BDSM setzte ich ganz klar den Fokus auf Qualität statt Quantität. Ein Spiel braucht das richtige Gegenüber, den richtigen Raum und genügend Zeit, um gut zu sein. Wenn dies alles stimmt, kann ich in verschiedenen Rollen sehr weit gehen. Wenn ein Faktor nicht stimmt, lasse ich es lieber und warte auf eine bessere Gelegenheit.

Ich bin vor allem sadomasochistisch, liebe aber Reaktionen im Allgemeinen und lasse mich auch gerne Fesseln. Je nach gegenüber kann ich auch einer D/S-Dynamik etwas abgewinnen.

Ich bin Beziehnungsanarchistin, polyamourös und pansexuell, lebe in einem wunder-baren Beziehungsgeflecht und geniesse dies sehr. Sexualität kann, muss aber nicht in meinem BDSM mitspielen, ob sie es tut, kommt immer auf das Spiel und das Gegenüber an.

Ausserhalb von BDSM bin ich Schneiderin und geniesse es in der Freizeit sehr ein gutes Buch zu lesen, meinen Garten zu pflegen und interessante Gespräche zu führen. Mit Small-Talk kann ich hingegen nichts anfangen und langweile mich auch schnell dabei. Ich geniesse es, mit Menschen, die mir wichtig sind zusammen zu sein, ziehe dabei aber ein gemütliches Grillieren im Garten einer lauten Party vor. Ebenso pflege ich lieber einige wenige gute Freundschaften -bei denen man sich auch mal eine gewisse Zeit aus den Augen verlieren kann, ohne dass es das Verständnis füreinander schmälert- als viele Kollegen und Bekannte zu haben.

Der Vorstand stellt sich vor – Totoro

Totoro ist ein mystisches Wesen unbekannten Alters, manche schätzen ihn auf Mitte Dreissig, andere mehrere Millionen Jahre alt; manche behaupten er lebe in Zürich, andere verorten in auf unbenannten Inseln Japans. Gespickt mit Widersprüchen lebt er als fordernder Dom und genauso als fürsorglicher Daddy. Er ernährt sich ausschliesslich von den Energien seines glücklichen Subs. Seile, Impact, Protokoll – das alles sind verschiedene Wege für ihn, um eine tiefe und intime Verbindung mit seinem Sub wachsen zu lassen. Dabei geht für ihn BDSM aber weit über Sexualität hinaus und ist ein grosser Teil seines Lebens in der 24/7 Beziehung die er führt.

BDSM ist Teil seiner Identität seit seinen frühesten sexuellen Erinnerungen und Neugierden. Mit unersättlicher Gier auf Lernen verschlingt er seit jeher Workshops, Gespräche und Bücher, entdeckt immer wieder Kinks von denen er dachte, dass die gar nix für ihn seien, und gibt sein Wissen und seine Erfahrungen auch gerne an andere weiter. Der Fokus liegt dabei auf D/s-Dynamiken, von hochstrukturiertem Protokoll bis hin zu wildem Primal/Prey Spiel und allem dazwischen. Eine kleine ritualisierte Geste ist für ihn genauso mächtig wie schiere, physische Dominanz.

Grosse Freude hat Totoro vor allem an Kommunikation. Sei es der stundenlange Austausch über Freuden, Neugierden und heimliche Phantasien oder ein kurzer wortloser Blick des Vertrauens. BDSM ist für ihn Kommunikation auf allen Ebenen, Punkte die sich verknüpfen und verweben.

Woher kommt die Motivation und die Lust sich im Vorstand der IG einzubringen? Totoro ist an einem Punkt in seinem Leben, wo er einfach glücklich ist. Er hat über ein Jahrzehnt lang von der Arbeit anderer aus der Szene profitiert, kluge Texte lesen, an tollen Workshops Neues entdecken und von erfahreneren Kinkster*innen lernen dürfen. Da wo Totoro heute steht, hat er grosse Lust darauf, der Szene was zurückzugeben.

Was Totoro lachen macht: Regen, wachsende Pflanzen, schnurrende Katzen, der Geruch von Kaffee, frische Wäsche und seine Finger über sonnengewärmtes Holz gleiten zu lassen.

Ein Blick durch die Augen von Totoro auf seine Welt würde ungefähr folgenden Zeilen von E.E. Cummings entsprechen:

nothing which we are to perceive in this world equals
the power of your intense fragility: whose texture
compels me with the color of its countries,
rendering death and forever with each breathing

(i do not know what it is about you that closes
and opens; only something in me understands
the voice of your eyes is deeper than all roses)
nobody, not even the rain, has such small hands

Der Vorstand stellt sich vor – Kage Nawa (Fai)

Ich bin Fai, auch bekannt als Kage_Nawa, (er/ihm). Als ich vor gut 10 Jahren BDSM kennenlernte war für mich alles neu, jedoch wusste ich schon früh, dass das Seil mich fasziniert. Wirklich zum Ausleben kam ich aber erst vor 4 Jahren. Ich habe mich seit dann aktiv in der Szene eigebracht und bin Gründungs-mitglied des Jugendstammtisches in Basel, welchen wir in einem kleinen Team seit 2019 erfolgreich führen.

Über den Jugendstammi und Kater, den ich seit längerem zu meiner gewählten Familie zähle, habe ich auch den Zugang zur IG gefunden und mich dieses Jahr entschieden, mich aktiver einzubringen um mehr für die Szene zu machen. Ich bin ein Verfechter davon, dass Kink nicht nur eine sexuelle Vorliebe ist, sondern auch sexuelle Identität sein kann und stehe daher dafür ein, dass BDSM in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung findet. Deswegen nutze ich jede Möglichkeit, die sich mir bietet, vor Menschen darüber zu reden, sei es im kleinen Kreis oder bei Podcasts.

Mit meinen bald Dreissig Jahren habe ich vor allem Erfahrung mit der japanischen Fesselkunst und besuche regelmässig das Tying with Friends. Mein BDSM lebe ich primär auf der aktiven Seite. Im Moment bin ich mich selber in meiner beiläufigen Dominanz (casual dominance) am Finden, um meinen Reaktionsfetischismus zu befriedigen. Da interessiere ich mich für Mindgames, D/s, Impact-, Predicament-, Hypnose- und Breath-play und alles was sich mir sonst so Spannendes bietet. Ich bilde mich stets mit einschlägiger Fachliteratur weiter und versuche, sofern es die Zeit zulässt, Workshops zu besuchen. Ebenso habe ich im 2021 erste Erfahrungen im Unterrichten und Halten von Shibari Workshops sammeln dürfen und werde dies in Zusammenarbeit mit der IG in verschiedenen Bereichen ausbauen.

Der Vorstand stellt sich vor – Fäbu

Vor nicht allzu langer Zeit stolperte ich über folgendes Zitat:

“In jedem alten Menschen steckt ein junger,
der sich fragt, was mit ihm passiert ist”.
~Terry Pratchett

Als ich dieses Zitat las, wurde mir bewusst, wie schnell die Zeit vergeht, wie viel Zeit für mich bereits vergangen ist und mit jedem Tag eine Chance verloren geht. In diesem Sinne begann ich nicht nur das, was ich liebe, zu akzeptieren, sondern auch aktiv daran teilzunehmen, das Leben zu leben und wirkliche Abenteuer zu erleben.

Als introvertierter und geekiger Mensch, war das für mich natürlich ein großer Schritt und nicht allzu schlecht. Ich habe viele Menschen getroffen, neue Freunde gefunden und viele neue Erfahrungen gemacht. Aber vor allem habe ich auch viel über mich selbst gelernt, was ich kann und was für ein Mensch ich bin. Ich lernte eine neue Welt kennen, eine Welt, in der die Menschen dich so akzeptieren wie du bist, eine Welt, in der wir alle eine gemeinsame Leidenschaft teilen, egal in welcher Form. Ich habe die Welt der Metalfestivals kennengelernt.

Das mag ein bisschen abwegig klingen, ich weiß, aber diese Erfahrungen, diese “ersten Schritte” aus meiner Komfortzone gaben mir den Mut, zu versuchen, mich mit Menschen auf einer tieferen Ebene zu verbinden, mich anderen Menschen anzuvertrauen, wie ich mich fühle, was für Gefühle ich bei ihnen   und welche Gefühle sie bei mir verursachen sollen.

Und diese Gelegenheit kam völlig unerwartet, als ich neben einer belebten Straße eine Wurst aß und mit einer Freundin sprach. Sie “offenbarte” sich mir und lud mich ein, mich einer Gruppe von Gleichgesinnten anzuschließen, die sich einmal im Monat treffen, um miteinander zu reden, ein Bierchen zu trinken und dabei die arme Kellnerin nicht zu verschrecken, die glücklicherweise nicht weiß, worüber sich diese kleine Gruppe leidenschaftlich unterhält.

In dieser Runde bin ich dann auch auf die IG-BDSM gestoßen und nach längerer Hartnäckigkeit gewisser Vorstandsmitglieder wagte ich mich an einen Newbie Event. Dieser Event hat mein Leben verändert, einen Stein ins Rollen gebracht. Obwohl immer noch relativ neu in der Szene, existieren mittlerweile Welten zwischen dem was ich war und wer ich heute bin. Und diese Veränderung habe ich jedem einzelnen Mitglied des Vorstands zu verdanken, da ohne Ausnahme jeder von ihnen ein Aha-Erlebnis bei mir verursacht hat, ein Moment in dem es geklickt hat und die Welt plötzlich ein bisschen mehr Sinn machte. Sie haben mir nicht nur mein Leben gerettet, sie haben mir ein Leben gegeben! 

Und deswegen versuche ich nun, meinen Betrag die IG zu unterstützen zu leisten und betreue die technische Seite der IG, damit auch andere eine solche Erfahrung erleben dürfen .

Der Vorstand stellt sich vor – Mark

Mein Name ist Mark, wobei mich wohl die meisten unter dem Spitznamen “Kater” kennen.

Gebürtig bin ich aus Deutschland, was man mir wohl anhört und durch meine oft sehr direkte Art jederzeit bestätigt bekommt. Zwischenzeitlich habe ich in Wien gelebt und bin nun seit über 7 Jahren in der Schweiz. Während ich dies schreibe, bin ich 33 Jahre jung.

Meine ersten Kontakte mit der Szene hatte ich schon in meiner frühen Jugend. Ich bin mit dem Thema offen und natürlich aufgewachsen. Primär, weil mein Freundeskreis mit dem Thema Sexualität offen umgegangen ist, was soll man auch von nem Haufen Gruftis Besseres erwarten, und durch die Kontakte meiner Mutter zur LGBT-Szene .

Durch diese Normalisierung des Themas konnte ich mich früh entfalten und besuchte mehrere Stammtische und Partys, meist in Verbindung mit meinen engsten Freunden, vereinzelt sogar mit meinem Vater.

Mit der Zeit übernahm ich mehrere Aufgaben, wie z.B. das Mitorganisieren bzw. Leiten von Veranstaltung, Workshops und eines Stammtisches.

Mit dem Umzug nach Wien beschränkte sich mein Kontakt zur Szene großteilig auf vereinzelte private Playpartys. Mein Wunsch, mich wieder nach aktiv zu integrieren und bestmöglich meinen Teil beizutragen, besteht erst wieder seit einem Jahr.  Ausschlaggebend war, dass ich hier wieder ein Umfeld von Menschen gefunden habe, in dem ich mich wohlfühle und mit denen ich etwas bewegen kann.

Im Hinblick auf die Szene ist mir Wissens- und Erfahrungsaustausch, besonders mit Einsteigern am wichtigsten. Ich wünsche jedem, der eine Leidenschaft in sich entdeckt, auf die gleiche Akzeptanz und Unterstützung zu treffen, mit der ich aufgewachsen bin, und versuche dementsprechend jedem den Einstieg so einfach wie möglich zu machen.

Daher übernehme ich oft die Aufgabe des Dungeon Monitors auf Playpartys, suche direkt den Kontakt zu Einsteigern auf Stammtischen und engagiere mich innerhalb der IG in den Bereichen Workshops und Newbiebetreuung.

Zusätzlich darf ich mich über das Vertrauen meiner beiden BDSM-Patenschaften freuen, denen ich als Mentor zur Seite stehe.

Bezüglich meiner Orientierung bin ich ein bunter Hund. Offen, wie ich aufgewachsen bin, ist es wohl nicht ungewöhnlich, dass ich Switch und pansexuell bin. Ich empfinde keinen Lustschmerz, mag aber den Hormonrausch, schließlich gehört Leid zur Leidenschaft.
Böse Zungen unterstellen mir zwar, dass ich dominant sein soll, jedoch kann ich das persönlich nur verneinen. Ich entfalte mich auf aktiver Seite fast ausschließlich durch den in mir brennenden Sadismus.

Meine Spezialgebiete sind Nadelspiele, Cuttings, Asphyxiophilie und Mindgames, im Gegensatz dazu kann ich mit Seilen und den meisten Schlaginstrumenten nur wenig anfangen.

Ansonsten rede ich viel, laut und bin eine sprudelnde Quelle von unnötigem Wissen, für welches andere zum Glück meistens doch noch Verwendung finden.

Geschrieben von Aequinoctium

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