Outing

Wenn man BDSM macht kommt man früher oder später an den Punkt wo man sich fragt, ob und wenn ja, vor wem man sich Outen soll. Diese Frage muss jede*r für sich selber beantworten. Trotzdem seien hier einige Überlegungen dazu zusammengefasst.

Eines ist jedoch vorweg zu nehmen, niemand hat das Recht, jemand anderen zu Outen! Dies ist ein absolutes No Go und ein unverantwortliches Eingreifen in die Privatsphäre. Wenn man also jemanden aus der Szene an einem anderen Ort trifft und der/diejenige Freunde dabei hat ist es nicht ratsam, über BDSM zu reden. Die Entscheidung, ungeoutet zu sein ist in jedem Fall zu respektieren.

Wenn man sich Outen will kann man sich folgende Fragen stellen:
Was bringt es mir mich zu outen? Man ist nicht mehr erpressbar, man kann offen über sein Wochenende / die Beziehung reden, man muss keine Spielsachen mehr verstecken.
Was sind die Nachteile? Berufliche oder private Folgen sind je nach Situation möglich.

Privat ist es meist einfacher, da gibt es Menschen die es interessant finden und andere, die nichts davon wissen wollen. Vielleicht ist sogar jemand dabei, der/die selber BDSM macht oder mal gemacht hat. Schwieriger ist es, wenn man in einer Vanilla-Beziehung lebt und der Partner / die Partnerin nichts davon wissen will. Dann muss man Lösungen finden. Diese können sehr unterschiedlich sein und eine Aufzählung würde den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen.

Beruflich sieht die Situation etwas anders aus. Da kommt es fest darauf an, in welchem Beruf man arbeitet. So ist es bei den meisten handwerklichen, künstlerischen oder Büroberufen kein Problem, sobald es aber in den sozialen Bereich geht wird es schwieriger. Leider können viele Arbeitgeber und Mitarbeitende nicht zwischen Privat und Beruf unterscheiden und haben dann Angst, dass man mit so einer Neigung eher übergriffig wird. Dies kann man entkräften indem man offen darüber redet und Vorurteile auflöst. Unter Umständen kann es aber auch sehr anstrengend sein.

Zum Schluss noch einige Tipps, wie man es gut erklären kann.
Ein Satz, den man öfter hört ist „Aber das ist doch gefährlich“, nun, auch Kampfsport oder Klettern ist gefährlich. In diesen Hobbies wie auch im BDSM gibt es Sicherheitsmassnahmen die man einhält.
Dann kann man gerade wenn es um korrektes Verhalten gegnenüber Kunden / Klienten geht z.B. das Gegenüber (Chef, Mitarbeiter) darauf aufmerksam machen, dass viele Männer auf High Heels und Miniröcke stehen, deshalb aber nicht gleich jede Frau vögeln wollen die so angezogen ist.
Weitere Tipps findet ihr auch auf dieser Seite: http://www.sm-outing.de/_1.html

Nochmals, es ist ganz allein die eigene Entscheidung ob und bei wem man sich wie fest Outen will. Lasst euch zu nichts drängen und macht es so wie es für euch stimmt, denn ihr müsst mit den -guten und schlechten- Folgen leben.

Geschrieben von …13…

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Belästigung

Leider ist es immer wieder ein Thema. Vor allem weibliche Neueinsteiger, welche noch nicht genau wissen was sie wollen und von den vielen Möglichkeiten in der grossen Welt des BDSM etwas überfordert sind werden immer wieder Opfer von Belästigung. Natürlich können auch alteingesessene BDSMler*innen und Männer Opfer werden.

Definition:
Als Belästigung bezeichnet man im weitesten Sinne das nachhaltige Einwirken eines oder mehrerer Subjekte (z. B. einer Person) oder Objekte (einer Sache) auf ein oder mehrere Subjekte (z. B. der Zielperson), wobei es grundsätzlich entscheidend ist, dass es vom Opfer als beeinträchtigend oder schädigend wahrgenommen wird.

Ausgangslagen:

  • Person A schreibt/ spricht Person B an
  • Man tauscht sich schriftlich aus.
  • Man lernt sich kennen, trinkt z.B. einen Kaffee zusammen.
  • Man spielt ein oder zwei Mal miteinander um zu schauen ob es passt.
  • Man hat eine Affäre.
  • Man hat eine (Spiel- / Liebes-) Beziehung.

Entwicklung:
Eine Person will den ganzen Kontakt oder Teile davon wie z.B. das zusammen Spielen/ die Beziehung beenden.

Für die andere Person gibt es zwei Grundvarianten zu reagieren. Man kann es so akzeptieren und sich danach verhalten. In diesem Fall ist alles gut und es gäbe keinen Grund für diesen Beitrag.
Leider haben es aber wohl die meisten schon erlebt, dass diese Entscheidung nicht akzeptiert wird. Dann kann es von unangenehm bis zu ziemlich hässlich werden. Oft erkennt man dann das Gegenüber fast nicht mehr und fragt sich, wie man sich so in der Person täuschen konnte.
Zwar sehr mühsam aber noch harmlos ist es, wenn man ständig mit Nachrichten und Anrufen bombardiert wird. Im schlimmsten Fall kann es zu Stalking und/oder Rufmord kommen, vertrauliche Informationen und Bilder können verbreitet werden, Freunde, Bekannte, Familien oder sogar das Berufsumfeld können involviert werden. Eine Mailadresse ist schnell eingerichtet, ein Fakeprofil ebenfalls. Beides kann sowohl für eine erneute Kontaktaufnahme wie auch für Diffamierung benützt werden. Dagegen kann man fast nichts machen.

Einige Tipps sind aber hier zusammengestellt.

  • Mit jemandem darüber reden!
  • Eventuell eine Vermittlungsperson einschalten.
  • Auf sozialen Plattformen kann man Profile blockieren und dem Betreiber melden.
  • Auf die Privatsphäreneinstellungen achten und beim Hochladen von Bildern im Hinterkopf behalten, dass immer ein Screenshot gemacht und dieser nachher frei weiterverbreitet werden kann.
  • Rufnummer der Person für eingehende Anrufe / Mitteilungen sperren lassen wenn es schlimm ist.

Wenn es ganz schlimm ist und man sich bedroht fühlt die Polizei einschalten.

Es ist klar, obige Tipps sind eher für Härtefälle gedacht. Aber was tun, wenn jemand einfach ein Nein nicht akzeptiert und immer wieder fragt? Das wichtigste sind wohl klare Ansagen, es muss verständlich sein, ob gar kein Kontakt oder nur noch platonischer, kollegialer Kontakt bestehen soll. Wenn diese Botschaft nicht ankommt hilft vielleicht hilft ein Gespräch zu dritt. Man muss der Person klar machen, wie belastend die Situation ist.

Soviel zur allgemeinen Thematik. Konkret im BDSM können wir noch auf ein ziemlich gutes Netzwerk zurückgreifen. Wenn jemand immer wieder jemanden belästigt hat ist dies meist bekannt. Vor allem Neueinsteiger*innen sollten davon Gebrauch machen und sich möglichst schnell vernetzen (Stammtische etc.) Dies auch, weil der Grat zwischen DS und damit verbundener Kontrolle und einer destruktiven Kontrolle sehr schmal und schwer erkennbar sein kann. Ein Gespräch mit jemandem der die Dynamiken kennt kann sehr hilfreich sein.

Unsere Szene ist klein, dies hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Ein Vorteil ist sicher die schon genannte soziale Kontrolle. Ein Nachteil ist, dass man sich mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit wieder über den Weg läuft. Deshalb ein Gedankenanstoss zum Schluss: Wenn ihr einen Bewerber ablehnt oder euch aus einer Beziehung trennt werdet ihr euch wieder sehen also versucht das ganze so human und anständig wie möglich ablaufen zu lassen.
Als Opfer der Trennung oder abgewiesene Bewerber und allfällige Täter der Belästigung solltet ihr euch gut überlegen, wann eine Belästigung beginnt (sobald sich die andere Person belästigt fühlt!) und was für Auswirkungen das hat. Es kann sehr schnell passieren, dass ihr in der Szene zur Persona non Grata werdet wenn mehrere Personen sich von euch belästigt gefühlt haben.

Geschrieben von …13…

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Neuling?

Waren wir doch alle mal…

Der Einstieg in die weite Welt des BDSM kann sehr verwirrend sein. Keine Sorge, Bedenken, Ängste und Unsicherheiten haben fast alle mal begleitet. Ein perfekter Dom oder ein perfekter Sub ist auch noch nie vom Himmel gefallen und deshalb empfehle ich einfach mal locker durch die Hose zu atmen. BDSM bedeutet zwar irgendwie anders zu sein und doch wird es je länger man es praktiziert, zur ganz persönlichen Normalität.

Aber erstmal von Anfang an. Im BDSM gibt es keine Richtlinien was Dom oder Sub zu tun hat, das hängt stark von der jeweiligen Neigung ab. Sehr wichtig ist es jedoch, dass alles einvernehmlich geschieht, ansonsten verliert man sehr schnell den Spass an der eigentlich schönsten Sache der Welt – und damit meine ich nicht Sex, sondern BDSM. BDSM in seiner reinen, facettenreichen Form.

Wichtig ist es, dass der Einstieg gut verläuft. Tja und wie steigt man richtig ein? Es gibt kein richtig oder falsch. Bisschen schnuppern kann man sicher ganz gut an einem Stammtisch. Dort lernt man die BDSMler als ganz normale Menschen kennen. Dort wird einem überhaupt mal bewusst, welche Bandbreite an Menschen an BDSM interessiert sind und es Praktizieren. Dann gibt es noch Foren wie unseres hier. Der grösste Vorteil an Foren ist bestimmt die Anonymität die zwar gegeben ist, man sich aber dennoch ungeniert austauschen kann. So kann auch mal die ein oder andere Frage, für die man sich vielleicht ein wenig schämt stellen und man bekommt seine Antworten. Des weiteren gibt es noch diverse Plattformen im Internet. Diese sind ideal um online erste Erfahrungen mit dem Spielen an sich zu machen. Meistens wird dann von online-Erziehung oder ähnlichem gesprochen. Diese Plattformen bergen jedoch auch Gefahren, denen man sich stets bewusst sein muss. Möchte man sich mit einer Person treffen, sind gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Im BDSM spricht man dabei vom sogenannten Covern.

Und dann wären da noch diese Fantasien, Hirngespinste oder ganz simpel, das Kopfkino. Diese können eine wilde Gefühlsachterbahn auslösen. Viele haben mit den Moralvorstellungen der Gesellschaft zu kämpfen „sowas macht man doch nicht“ oder „sowas ist doch krank“ sind oftmals Gedanken, die man in den meisten Fällen einfach mal beiseite räumen muss. Ja, im Grunde genommen schlägt oder demütigt man keine anderen Menschen. Im BDSM ist das jedoch nochmals etwas ganz anderes. Da alles im gegenseitigen Einverständnis passiert, kann man die Moral mal getrost unter den Teppich kehren und machen wozu man selbst und das Gegenüber Lust hat. Mit der Zeit weichen diese Bedenken der immer mehr aufblühenden Fantasie und es tun sich unglaubliche Dinge auf. Es ist etwas wundervolles, wenn man bemerkt dass der andere Part genau solche Freude und Leidenschaft für das Spiel und die Fantasien entwickelt, wie man selbst auch.

Geschrieben von Jade

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