Fetischpartys vs. SM-Partys

Bild & Seile: Ropunawa

… und wie man sich an diesen benimmt

Bei Fetischpartys geht es in erster Linie ums sehen und gesehen werden. Der Dresscode ist meist sehr strikt und muss eingehalten werden, sonst riskiert man, nicht reingelassen zu werden.
Dies sind grössere Partys mit vielen Teilnehmern. Es gibt Musik, wird getanzt und es gibt einen abgetrennten Bereich, in welchem man Sex haben kann. Softe Spiele sind eigentlich kein Problem, wenn man „richtig“ zu Spielen beginnt ist es teilweise besser, wenn man die Umstehenden oder den Veranstalter/das Sicherheitspersonal zuerst informiert um Missverständnissen vorzubeugen. Dennoch muss man damit rechnen, dass die anderen Paryteilnehmer nicht den nötigen Abstand halten.
Die Eintrittspreise sind eher höher und die Getränke müssen zusätzlich gekauft werden. Es wird Alkohol konsumiert und auch andere Drogen sind nicht unüblich.
Man könnte also kurz zusammengefasst sagen, es ist eine etwas extravagantere und freizügigere Party als anderswo.

Im Gegensatz dazu geht es an einer SM-Party in erster Linie ums Spielen, der Dresscode sollte auch eingehalten werden, ist jedoch meist etwas offener, hier tut es auch „normale“ elegante Kleider (Anzug, etc.).
Hierbei wird die Teilnehmerzahl oft Beschränkt so dass alle genug Platz zum Spielen haben. Musik ist zwar oft in gedämpfter Lautstärke vorhanden aber getanzt wird selten, übermässiger Alkoholkonsum ist nicht so gern gesehen. Auch andere Rauschmittel sind verpönt.
Die Preise varieren je nach Veranstalter, oft sind alkoholfreie Getränke und Snacks inbegriffen. Oft gibt es einen Loungebereich zum gemütlichen Beisammensein sowie Spielbereiche.
Wenn jemand am Spielen ist kann man mit genügend Abstand zuschauen. Aber nicht dreinreden und auch nicht in Hörweite das Spiel kommentieren oder über andere Dinge sprechen. Wenn einem das Spiel zu heftig wird, geht man in einen anderen Raum. In ein Spiel eingreifen ist grundsätzlich ein No-Go, einzige Ausnahme ist, wenn ein Bottom ein anerkanntes Saveword (z.B. Mayday) sagt und der Top nicht reagiert. Im Zweifelsfall lieber den Veranstalter dazuholen und ihn entscheiden lassen. Wenn ihr fragen zum Spiel habt könnt ihr diese anbringen, wenn das Spiel inklusive Aftercare vorbei sind.
Private Spielsachen von anderen werden in Ruhe gelassen, allgemein zur Verfügung stehende Dinge nach Benützung gereinigt und versorgt. Auch die Möbel sollten nach der Benützung desinfiziert werden. Desinfektionsmitte steht meist bereit.
Bottoms, welche alleine sind, sind kein Freiwild, fragen kann man aber ein Nein ist immer und bedingungslos zu akzeptieren. Wie überall im Leben kommt man auch hier mit Anstand und Freundlichkeit besser an als mit einem „Hallo Sklavin, knie dich vor mich hin“

Natürlich gibt es auch Mischformen dieser beiden Partys.

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Liebe an der Schmerzgrenze

Die Leichtigkeit des Leidens – 16 Gespräche über den Reiz des Sadomasochismus

Wie der Untertitel schon sagt haben die Autoren für dieses Buch 16 Menschen und Paare interviewt. Daraus entstanden ist eine wunderbare Bandbreite an Erfahrungen, Fantasien und Meinungen zu BDSM. Von gelegentlichen Spielen über regelmäsige Spielbeziehungen bis zu 24/7 und TPE (Total Power Exchange) ist alles vorhanden. Auch bei den Personen sind mit der 20-jährigen Studentin, der 32-jährigen Domina, dem 55-jährigen IT-Berater und vielen anderen eine grosse Vielfalt an Individuen anzutreffen. Jeder einzelne lässt uns anschaulich und reflektiert an seinem BDSM teilhaben.

Die Auseinandersetzung mit Sexualität, Schmerz, Dominanz und Submission werden einem in diesem Buch näher gebracht. Jedes der Gespräche hat seinen ganz eigenen Charakter und zeigt die persönliche Sicht auf BDSM der interviewten Person auf. Auch Aspekte des BDSM, welche einem bis anhin unverständlich waren, sind nach der Lektüre besser greifbar.

Er einzige Kritikpunkt ist für mich die vorwiegend heterosexuelle Betrachtung. Trans*themen sind sogar komplett inexistent. Dies ist aber wirklich die Nadel im Heuhaufen, das Buch ist sehr gut geschrieben und auch vom Inhalt absolut empfehlenswert, sei es für Neulinge, alte Hasen oder um Nicht-BDSMlern einen Einblick in unsere Welt zu geben.

Tim Bussen & Stephanie Maria
LIEBE AN DER SCHMERZGRENZE
Die Leichtigkeit des Leidens – 
16 Gespräche über den Reiz des Sadomasochismus
320 Seiten | Taschenbuch
ISBN 978-3-89602-584-5

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