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Schatten

Vorweg, das Buch wird als Erotikthriller bezeichnet, ist aber für mich eher ein BDSM-Krimi. Und das ist schon alle Negativkritik die ich anbringen kann.

Zum Inhalt: In Wien werden kurz nacheinander drei Frauen gefunden, die an Kreuzen festgenagelt und mit BDSM-Praktiken zu tode gefoltert werden. Aus diesem Grund wird der ehemalige Polizist und jetztige BDSM-Club Besitzer Marcus Wolf zu den Ermittlungen hinzugezogen. Die Spuren weisen sehr schnell darauf hin, dass der Mörder die Frauen in seinem Club findet, was das Ganze für ihn zur persönlichen angelegenheit macht. Mit Hilfe seiner drei Frauen -welche auch seine Subs und mitverantwortlich für den Club sind- macht er sich an die Recherchen. Schnell merken sie, dass es schlimm aussieht, alle Spuren zeigen zu ihnen und nur sie selber wissen mit Sicherheit, dass sie nichts damit zu tun haben. Die Geschichte ist gewürzt mit jeder Menge erstklassigem BDSM.

Die Beziehung zwischen den Hauptprotagonist*innen ist sehr offen und einfühlsam beschrieben, allgemein sind die Charaktere sehr gut geschildert und auch die Sprache gefällt mir.
Man merkt, dass sich der Autor in der Szene auskennt und nicht nur Phantasiert.

Das Buch ist Liebe, es ist BDSM und es regt auch zum Nachdenken an. Ich habe beim Lesen gelacht, geweint, bin spitz geworden, und es ist spannend, was will man mehr?

Andras
Schatten
Heyne Hardcore Verlag
592 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-453-43242-0

Geschrieben von …13…

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Bei der Pride geht es nicht um BDSM – Wieso wir trotzdem hingehen sollten

Es ist wieder Pride-Saison:
9./10. Juni: Zurich Pride Festival, Pride Parade (Umzug) am 10. Juni, http://zurichpridefestival.ch
15. Juli: CSD Kreuzlingen/Konstanz, http://csd-konstanz.de/
25.-27. August: Pride Ouest Bern, Sternmarsch am 26. August, https://prideouest2017.ch/de/

Entstanden aus den Stonewall-Krawallen 1969 in New York, welche allgemein als die Geburtsstunde der modernen Schwulenbewegung angesehen werden, gibt es heute Prides rund um die ganze Welt. In lauten, kunterbunten Umzügen, den Pride Parades, zeigt die LGBTQIA*-Szene ihre gesamte Vielfalt und weist auf die weiterhin vorhandene Diskriminierung in vielen Lebensbereichen hin.

Das ganze Wochende rund um die Pride Parade findet das Pride Festival statt: Eine grosse Bühne mit Musik, Shows und Spektakel bis spät in die Nacht, Bars, Stände von allenmöglichen Organisationen und Vereinen aus der LGBT*-Szene und vieles weitere. Ausserdem gibt es ein breites Angebot an Workshops, Diskussionsrunden, Sportveranstaltungen und wilde, ausschweifende Parties das ganze Wochenende lang (in Zürich sogar die ganze vorherige Woche!).

Die BDSM-Szene ist bei all diesen Veranstaltungen kaum dabei. Hier sind Gründe, wieso wir dies ändern sollten:
Sowohl die BDSM- wie auch die LGBT*-Szene sind klare Minderheiten und werden dies auch noch lange bleiben. Wir kämpfen zwar für unterschiedliche Dinge, schlussendlich läuft es aber auf ein- und dasselbe hinaus: Das verändern des Status Quos. Von beängstigend grossen Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt, als krank und unnatürlich verunglimpft sowie rechtlich gegängelt sind beide; die Gemeinsamkeiten sollten somit offensichtlich sein. Gegen diese komplette Breitseite kommt keine Minderheit an, entsprechend konzentrierten sich die Bemühungen auf Nebenschauplätze und Scheinlösungen wie die Ehe für homosexuelle Paare oder das gesellschaftsfähige Darstellen von Soft-SM (mit kräftiger Unterstützung einer zweifelhaften Buch- und Filmserie).
Die damalige Schwulenbewegung war in ihren Anfängen komplett anders eingestellt, das Ziel damals war nichts weniger als die verkrusteten Strukturen und Rollenmuster in der Gesellschaft aufzubrechen. Falls das tatsächlich gelungen wäre, hättens wir BDSM’ler nun auch einiges einfacher. Eventuell hätten sie es damals geschafft, wenn die Unterstützung aus anderen Kreisen grösser gewesen wäre. Jedenfalls ist es nun hoffentlich offensichtlich, dass es keine der dringend nötigen grossen Veränderungen geben wird, solange wir im aktuellen Gärtchendenken feststecken.

Dass sich die Pride bzw. die gesamte LGBT*-Szene für BDSM öffnet, zeigt unter anderem die dieses Jahr am Zürcher Pride Festival erstmals stattfindenden Mr. Leather, Mr. Puppy und Mr. Rubber Wahlen. Nächstes Jahr soll es diese drei Kategorien auch für Frauen geben.

Oberflächlich gesehen mögen wir verschiedene Ziele verfolgen, doch eigentlich wollen wir alle das gleiche: Eine Welt, die uns so akzeptiert wie wir sind. Und dafür lohnt es sich wahrlich zu demonstrieren (und feiern sowieso) – gemeinsam! Also kommt zahlreich an die Prides, seid bunt, seid laut, und vor allem seid euch selbst.

Geschrieben von ralph_himself

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Belästigung

Leider ist es immer wieder ein Thema. Vor allem weibliche Neueinsteiger, welche noch nicht genau wissen was sie wollen und von den vielen Möglichkeiten in der grossen Welt des BDSM etwas überfordert sind werden immer wieder Opfer von Belästigung. Natürlich können auch alteingesessene BDSMler*innen und Männer Opfer werden.

Definition:
Als Belästigung bezeichnet man im weitesten Sinne das nachhaltige Einwirken eines oder mehrerer Subjekte (z. B. einer Person) oder Objekte (einer Sache) auf ein oder mehrere Subjekte (z. B. der Zielperson), wobei es grundsätzlich entscheidend ist, dass es vom Opfer als beeinträchtigend oder schädigend wahrgenommen wird.

Ausgangslagen:

  • Person A schreibt/ spricht Person B an
  • Man tauscht sich schriftlich aus.
  • Man lernt sich kennen, trinkt z.B. einen Kaffee zusammen.
  • Man spielt ein oder zwei Mal miteinander um zu schauen ob es passt.
  • Man hat eine Affäre.
  • Man hat eine (Spiel- / Liebes-) Beziehung.

Entwicklung:
Eine Person will den ganzen Kontakt oder Teile davon wie z.B. das zusammen Spielen/ die Beziehung beenden.

Für die andere Person gibt es zwei Grundvarianten zu reagieren. Man kann es so akzeptieren und sich danach verhalten. In diesem Fall ist alles gut und es gäbe keinen Grund für diesen Beitrag.
Leider haben es aber wohl die meisten schon erlebt, dass diese Entscheidung nicht akzeptiert wird. Dann kann es von unangenehm bis zu ziemlich hässlich werden. Oft erkennt man dann das Gegenüber fast nicht mehr und fragt sich, wie man sich so in der Person täuschen konnte.
Zwar sehr mühsam aber noch harmlos ist es, wenn man ständig mit Nachrichten und Anrufen bombardiert wird. Im schlimmsten Fall kann es zu Stalking und/oder Rufmord kommen, vertrauliche Informationen und Bilder können verbreitet werden, Freunde, Bekannte, Familien oder sogar das Berufsumfeld können involviert werden. Eine Mailadresse ist schnell eingerichtet, ein Fakeprofil ebenfalls. Beides kann sowohl für eine erneute Kontaktaufnahme wie auch für Diffamierung benützt werden. Dagegen kann man fast nichts machen.

Einige Tipps sind aber hier zusammengestellt.

  • Mit jemandem darüber reden!
  • Eventuell eine Vermittlungsperson einschalten.
  • Auf sozialen Plattformen kann man Profile blockieren und dem Betreiber melden.
  • Auf die Privatsphäreneinstellungen achten und beim Hochladen von Bildern im Hinterkopf behalten, dass immer ein Screenshot gemacht und dieser nachher frei weiterverbreitet werden kann.
  • Rufnummer der Person für eingehende Anrufe / Mitteilungen sperren lassen wenn es schlimm ist.

Wenn es ganz schlimm ist und man sich bedroht fühlt die Polizei einschalten.

Es ist klar, obige Tipps sind eher für Härtefälle gedacht. Aber was tun, wenn jemand einfach ein Nein nicht akzeptiert und immer wieder fragt? Das wichtigste sind wohl klare Ansagen, es muss verständlich sein, ob gar kein Kontakt oder nur noch platonischer, kollegialer Kontakt bestehen soll. Wenn diese Botschaft nicht ankommt hilft vielleicht hilft ein Gespräch zu dritt. Man muss der Person klar machen, wie belastend die Situation ist.

Soviel zur allgemeinen Thematik. Konkret im BDSM können wir noch auf ein ziemlich gutes Netzwerk zurückgreifen. Wenn jemand immer wieder jemanden belästigt hat ist dies meist bekannt. Vor allem Neueinsteiger*innen sollten davon Gebrauch machen und sich möglichst schnell vernetzen (Stammtische etc.) Dies auch, weil der Grat zwischen DS und damit verbundener Kontrolle und einer destruktiven Kontrolle sehr schmal und schwer erkennbar sein kann. Ein Gespräch mit jemandem der die Dynamiken kennt kann sehr hilfreich sein.

Unsere Szene ist klein, dies hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Ein Vorteil ist sicher die schon genannte soziale Kontrolle. Ein Nachteil ist, dass man sich mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit wieder über den Weg läuft. Deshalb ein Gedankenanstoss zum Schluss: Wenn ihr einen Bewerber ablehnt oder euch aus einer Beziehung trennt werdet ihr euch wieder sehen also versucht das ganze so human und anständig wie möglich ablaufen zu lassen.
Als Opfer der Trennung oder abgewiesene Bewerber und allfällige Täter der Belästigung solltet ihr euch gut überlegen, wann eine Belästigung beginnt (sobald sich die andere Person belästigt fühlt!) und was für Auswirkungen das hat. Es kann sehr schnell passieren, dass ihr in der Szene zur Persona non Grata werdet wenn mehrere Personen sich von euch belästigt gefühlt haben.

Geschrieben von …13…

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Bewusstseinsverändernde Substanzen

Es ist immer wieder ein Thema im Zusammenhang mit BDSM. Darf man unter Alkohol- oder THC Einfluss oder gar unter der Wirkung von anderen Drogen (auch starken Medikamenten) spielen? Wie sicher ist es? Was sind die Risiken?
Um diese Fragen im Detail zu beantworten bräuchte es sicher einen Arzt mit guten Fachkenntnissen der einzelnen Substanzen. Dennoch ist die Szene mehrheitlich der Meinung, dass es nicht gemacht werden sollte. An vielen Events ist Alkohol nur in geringen Massen erwünscht und andere Drogen grundsätzlich verpönt.
Dies hat auch seine Gründe. Während eines Spiels ist es sehr wichtig, dass man seinen Körper gut spürt, dass man klare Rückmeldungen geben kann, den Anderen klar wahrnimmt und die Grenzen erkennt.
Unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen ist dies nicht mehr vollumfänglich möglich. Hemmschwellen senken sich, die Reaktionszeit ist länger, das Schmerzempfinden anders, die Wahrnehmung ist verändert und man hat teilweise das Gefühl, viel mehr zu vertragen als man in nüchternen Zustand vertragen würde, sowohl psychisch als auch physisch.

Man kann es mit Auto fahren vergleichen. Da muss man präsent und konzentriert sein und auf plötzlich auftauchende Faktoren wie z.B. ein Tier das über die Fahrbahn rennt schnell und richtig reagieren können. Deshalb gibt es eine Promillegrenze nach deren Überschreiten man nicht mehr Autofahren darf. Andere Drogen sind komplett verboten und auch auf Medikamentenpackungen wird auf mögliche Gefahren hingewiesen. Auch beim Spielen muss man präsent sein, der passive Part muss formulieren können was geht und was nicht. Wie weit etwas möglich ist, was der Körper und die Psyche ertragen können. Der aktive Part muss sich auf den Passiven konzentrieren und auch feine Reaktionen wahrnehmen, muss merken was er mit seinem Tun auslöst. Beide müssen fähig sein den Anderen bei einem allfälligen Absturz aufzufangen.

Aus all diesen und noch mehr Gründen ist es wichtig sich Gedanken zu machen ob -und falls ja, wie viel- man wovon konsumieren möchte um noch verantwortungsvoll Spielen zu können. Dies sollte auch unbedingt immer mit den Spielpartner*innen abgesprochen sein.
Ein Bier oder ein Glas Sekt mögen bei der einen Person kein Problem darstellen, bei jemandem der selten Alkohol trinkt hingegen schon.
Auch Medikamente sind ein wichtiger Faktor. Ein Aspirin stellt eher kein Problem dar, ein starkes Schmerzmittel hat erheblichen Einfluss wenn man ausgepeitscht wird. Beruhigungs- oder Aufputschmittel sind sowieso fragwürdig.
Man sollte sich also sehr gut informieren was für Wirkungen und Nebenwirkungen diverse Substanzen haben (im Zweifelsfall bei einer Fachperson) und gut abwägen ob man es macht oder nicht.

Im Rahmen von SSC empfehlen wir, sich an die Gesetze und Richtlinien für das Autofahren zu halten.
Und wie überall im Leben und im BDSM speziell ist auch hier die Kommunikation äusserst wichtig, den Konsum vor Spielpartner*innen zu verheimlichen ist auf jeden Fall ein Vertrauensmissbrauch.

Und noch zum Schluss, der Körper schüttet bei einem guten Spiel massenhaft Hormone wie Adrenalin und Endorphine aus. Auch diese haben eine berauschende Wirkung und es wäre doch sehr schade, wenn man diesen körpereigenen Rausch nicht geniessen kann weil eine andere Droge die Wirkung überlagert 🙂

Geschrieben von …13…

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Spiel, bis du stirbst

Ein Krimi, bei welchem die Protagonistin sowohl Detektivin als auch Domina ist. Als die Partnerin ihres besten Freundes ihn unerwartet verlässt und kurz später tot aufgefunden wird beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Da die Tote Wunden hat, welche auf BDSM-Praktiken schliessen lassen hat sie dank ihrer Szenenangehörigkeit einen grossen Vorteil zur Polizei, welche dann auch mit ihr zusammenarbeiten will. Zugleich lernt sie eine junge Frau kennen, welche sich in sie verliebt. Bisher immer heterosexuell, weiss sie zuerst nicht, wie sie damit umgehen soll, zumal ihr die Frau auch sehr sympatisch ist.

Die Verschiedenen Handlungsstränge des Buches verbinden und ergänzen sich sehr gut ohne verwirrend zu sein. Es ist sehr flüssig geschrieben und liest sich angenehm. Die Personen sind gut porträtiert ohne sich in überflüssigen Details zu verlieren.

Besonders gelungen ist die Unterscheidung zwischen unserem einvernehmlichen BDSM und dem nicht einvernehmlichen, welches die Mörder praktizieren. Der Autor scheint viel recherchiert zu haben und geht sowohl das BDSM-Thema wie auch die Bisexualität sehr einfühlsam und fern von Klisches an. Es geling ihm, diese Themen so zu beschreiben, dass sie auch für nicht BDSMler/innen nachvollziehbar sein dürften.

Sönke Brandschwert
Spiel, bis du stirbst
Sigrid Böhme Verlag
319 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-9427250-0-2

Geschrieben von …13…

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Fetischpartys vs. SM-Partys

Bild & Seile: Ropunawa

… und wie man sich an diesen benimmt

Bei Fetischpartys geht es in erster Linie ums sehen und gesehen werden. Der Dresscode ist meist sehr strikt und muss eingehalten werden, sonst riskiert man, nicht reingelassen zu werden.
Dies sind grössere Partys mit vielen Teilnehmern. Es gibt Musik, wird getanzt und es gibt einen abgetrennten Bereich, in welchem man Sex haben kann. Softe Spiele sind eigentlich kein Problem, wenn man „richtig“ zu Spielen beginnt ist es teilweise besser, wenn man die Umstehenden oder den Veranstalter/das Sicherheitspersonal zuerst informiert um Missverständnissen vorzubeugen. Dennoch muss man damit rechnen, dass die anderen Paryteilnehmer nicht den nötigen Abstand halten.
Die Eintrittspreise sind eher höher und die Getränke müssen zusätzlich gekauft werden. Es wird Alkohol konsumiert und auch andere Drogen sind nicht unüblich.
Man könnte also kurz zusammengefasst sagen, es ist eine etwas extravagantere und freizügigere Party als anderswo.

Im Gegensatz dazu geht es an einer SM-Party in erster Linie ums Spielen, der Dresscode sollte auch eingehalten werden, ist jedoch meist etwas offener, hier tut es auch „normale“ elegante Kleider (Anzug, etc.).
Hierbei wird die Teilnehmerzahl oft Beschränkt so dass alle genug Platz zum Spielen haben. Musik ist zwar oft in gedämpfter Lautstärke vorhanden aber getanzt wird selten, übermässiger Alkoholkonsum ist nicht so gern gesehen. Auch andere Rauschmittel sind verpönt.
Die Preise varieren je nach Veranstalter, oft sind alkoholfreie Getränke und Snacks inbegriffen. Oft gibt es einen Loungebereich zum gemütlichen Beisammensein sowie Spielbereiche.
Wenn jemand am Spielen ist kann man mit genügend Abstand zuschauen. Aber nicht dreinreden und auch nicht in Hörweite das Spiel kommentieren oder über andere Dinge sprechen. Wenn einem das Spiel zu heftig wird, geht man in einen anderen Raum. In ein Spiel eingreifen ist grundsätzlich ein No-Go, einzige Ausnahme ist, wenn ein Bottom ein anerkanntes Saveword (z.B. Mayday) sagt und der Top nicht reagiert. Im Zweifelsfall lieber den Veranstalter dazuholen und ihn entscheiden lassen. Wenn ihr fragen zum Spiel habt könnt ihr diese anbringen, wenn das Spiel inklusive Aftercare vorbei sind.
Private Spielsachen von anderen werden in Ruhe gelassen, allgemein zur Verfügung stehende Dinge nach Benützung gereinigt und versorgt. Auch die Möbel sollten nach der Benützung desinfiziert werden. Desinfektionsmitte steht meist bereit.
Bottoms, welche alleine sind, sind kein Freiwild, fragen kann man aber ein Nein ist immer und bedingungslos zu akzeptieren. Wie überall im Leben kommt man auch hier mit Anstand und Freundlichkeit besser an als mit einem „Hallo Sklavin, knie dich vor mich hin“

Natürlich gibt es auch Mischformen dieser beiden Partys.

Geschrieben von …13…
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Vortrag BDSM und Recht

Liebe User und Besucher

Wie Ihr bestimmt mitbekommen habt, hat Markus von den Wingless Angels vor einiger Zeit, einen Vortrag zum Thema Recht im Bdsm organisiert. Dafür konnte er den Juristen Valentin N. J. Landmann gewinnen.

Eine grossartige Idee wie wir meinen, da Gesetzestexte und Praktiken für Laien doch etwas undurchsichtig sind, und wir uns ja zumindest in einem Graubereich bewegen.

Um dem ganzen noch einen oben drauf zu setzen, hat Omegas Horizon den Vortrag aufgenommen und protokolliert. Grosszügigerweise dürfen wir seine Reinschrift online stellen und somit einen winzigen Teil beitragen, dass dieser tolle Event nicht zu Schall und Rauch wird, sondern nachhaltig nachgelesen werden kann, auch für alle die den Tag verpasst haben.

Ich bedanke mich bei den beiden ganz herzlich für Ihren tollen Einsatz und die Möglichkeit euch dies weitergeben zu dürfen. Es ist grossartig, dass sich Leute engagieren und einen Mehrwert für die Szene kreieren, gerade dort, wo es schwer ist an Informationen zu kommen.

Liebe Grüsse, Pleasetease

Überschreitung der Rechter involvierter Personen

Die Einwilligung – der Schlüssel:

Ohne Einwilligungen in diese Eingriffe, liegen schwere Straftaten vor – in Punkt vier ist keine Einwilligung möglich.

Aber bei konventionellen Sexpraktiken verhält es sich nicht anderes.

Beim BDSM greifen wir in die Rechte einer Person ein:

1. Freiheitsrecht

2. Körperliche und psychische Unversehrtheit 

3. Sexuelle Integrität

4.  Das Leben (bei gefährlichen Praktiken und Unfällen)

Ohne Einwilligungen in diese Eingriffe, liegen schwere Straftaten vor – in Punkt vier ist keine Einwilligung möglich.

Aber bei konventionellen Sexpraktiken verhält es sich nicht anderes.

Gesetzliche Normen:

Verschiedene gesetzliche Normen greifen, liegt keine Einwilligung vor. In einige Rechte und damit Verbunden Praktiken kann nicht eingewilligt werden.

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung:

Vergewaltigung liegt vor, wird eine Person zum Beischlaf gezwungen.

Sexuelle Nötigung liegt vor, wird jemand zu Oralsex, Analsex und anderen sexuellen Handlungen gezwungen.

Vorsätzliche Tötung:

Wird jemandem absichtliche das Leben genommen.

Eventualvorsätzliche Tötung:

Dabei geht der Richter davon aus, dass der Tot einer Person mutwillig in Kauf genommen wurde. Dieser Norm kommt zur Geltung, werden Praktiken angewandt, die ein erhebliches Todesfallrisiko haben oder Sicherheitsmassnahmen ausgelassen wurden, um ein Todesfallrisiko zu verhindern oder erheblich zu reduzieren.

Vorsätzliche schwere Körperverletzung:

Kommt es zu einer schweren Körperverletzung, obwohl Praktiken angewandt wurden, die nur zu einer leichten Körperverletzung führen sollten, kommt die vorsätzliche schwere Körperverletzung zum Tagen. Beispiel: Eine Schlägerei mit blauen Augen ist einfache Körperverletzung, erleidet jemand einen Hirnschaden, handelt es sich um vorsätzliche schwere Körperverletzung (viele dieser Verfahren wurden erfolgreich geführt).

Fahrlässige Tötung:

Unterlässt man alle notwendigen Sorgfaltshandlungen. (Richter sind selten BDSM-Anhänger und haben wenig Gespür für BDSM).

Die Garantenstellung ist zu beachten. Fixiert der Aktive den Passiven, ist er während der Fixierung für dessen Wohlergehen verantwortlich.

Nicht jeder Fall wird gleich gehandhabt, weil es unterschiedliche Meinungen/Richter gibt. Das ist in der Rechtspraxis üblich.

Gefährdung des Lebens:

Wird etwas getan, was das Leben gefährdet, liegt diese Norm vor, selbst wenn nichts geschah. Das betrifft die Praktik selbst, werden Sicherheitsmassnahmen nicht eingehalten oder kann sich der Passive nicht bemerkbar machen.

Die Gefährdung des Lebens ist eine weitgefasste Praxis. Der Aktive muss immer die Möglichkeit haben, denn Passiven aus seiner Zwangslage zu befreien und diese muss sich bemerkbar machen können.

Schwere Körperverletzung:

Schwere Körperverletzung liegt bei einer Behinderung, fehlendem Organ oder schweren Entstellungen vor.

Verfolgung erfolgt ohne Strafantrag, entgegen der einfachen Körperverletzung.

Einfache Körperverletzung:

Einfache Körperverletzung umfasst alle anderen Körperverletzung wie ein Schnitt, auch ein gebrochener Arm.

Wird grundsätzlich nur auf Strafantrag verfolg.

Vom Amtswegen wird einfache Körperverletzung nur verfolgt, handelt es sich um häusliche Gewalt – also um die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner. Eine Einwilligung bleibt gültig. Leben Partner getrennt, greift die häusliche Gewalt nicht.

Auch wird bei einfacher Körperverletzung ermittelt, wurde eine Waffe oder gefährlicher Gegenstand verwendet. Ist bei der Verwendung bestimmter BDSM-Spielzeuge relevant und von der Sicht des Richters abhängig.

Tätlichkeit:

Ein blauer Fleck oder etwas Schmerz fällt darunter.

Freiheitsberaubung:

Eine Freiheitsberaubung liegt vor, hindert man jemanden, weggehen zu können.

Garantenstellung:

Wurde der Partner immobil gemacht, hat der Aktive die Garantenstellung. Alle aufgeführten Strafnormen sind möglich, hat der Aktive eine Garantenstellung. Fesselt er jemanden, hat er darauf zu achten, dass dieser sich nicht durch eine unwillkürliche Bewegung verletzt.

Grenze der Garantenstellung:

Ein Kunde einer Domina liess sich ein Prinzalbertpiercing machen. Er liess sich an dem festmachen, ging auf die Knie, wurde etwas schmoren gelassen, dann kam die Domina zurück und forderte ihn auf, zu ihr zu kommen. Anstatt, wie von ihr angenommen, auf den Knien zu bleiben, kam er ihr entgegen. Das Ergebnis: Erhebliche Verletzungen, Anzeige wegen schwerer Körperverletzung und Freispruch für die Domina vor dem Bundesgericht. Dieses befand, dass beim Einvernehmen eine gewisse Verantwortung beim Passiven bleibt.

Die Einwilligung

Generell:

1. Die Einwilligung darf keine Komponenten enthalten, die einer Person ernsthaften Schaden zufügen (Siehe Strafnormen)

2. Zeitlich und räumliche Begrenzung der Einwilligung. Bei Fixierungen/Freiheitsberaubung wichtig.

3. Schriftliche Fixierung der Praktiken, die angewandt werden.

4. Bei Schnitten, Vernähen, Branding, Spritzen und ähnlichen Bereichen ist eine explizite und klare Einwilligung erforderlich.

5. Ein Video bietet sich an, auf dem das einwilligende Gespräch genau zu verfolgen ist. Besonders bei grenzwertigen Praktiken zu empfehlen.

6. Ein Zeuge, der die Einwilligung bestätigt.

7. Kopfkino nicht unterschätzen. Passiver kann sich überschätzen und dann behaupten, dass er etwas nicht wollte.

Die Einwilligung ist ungültig:

1. Gefährdung des Lebens

2. Tötung

3. Schwere Körperverletzung

4. Kein Abbruch (Safeword) möglich ist.

Einwilligung in ein Risiko:

Die genauen Grenzen lassen sich nicht festlegen. Aber ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas eintrifft, dass eine Einwilligung nichtig macht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch das Risiko tut.

Safeword:

Die Gerichte sagen, dass ein Boxkampf legal ist, weil der Boxer jederzeit das Handtuch werfen kann.

Im BDSM braucht es ein Safword.

Das Safeword muss offensichtlich und leicht auszusprechen sein.

Bein einer Knebelung muss das Safeword durch eine Geste ergänzt werden.

Sane:

Bei Unsicherheit über den Zustand des Passiven muss der Aktive sich vergewissern. Beispiel: Beim Facesitting durch Absitzen und Kneifen.

Sex:

Sex erfordert eine klare Einwilligung. Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung ist eine Vergewaltigung, eingewilligter Geschlechtsverkehrt mit Kondom, kann eine Vergewaltigung sein, wurde das Kondom weggelassen.

Abbruch:

Der Aktive muss den Passiven jederzeit, unverzüglich und ohne spielerisches Element aus seiner Zwangslage befreien und sich um ihn kümmern müssen. Allfällige Werkzeuge für die Befreiung müssen in Griffweite sein.

Langer Zeitraum:

Keine Einwilligung ist dauerhaft.

Wird jemand länger immobil gemacht, sollte eine Zeugin anwesend oder es auf Video aufgezeichnet werden.

Tücken bei der Einwilligung:

Das Kopfkino/die Phantasie kann Panik auslösen, weil eine Person von etwas ganz Anderem ausgeht. Psychologische Spiele sind hier zu nennen.

Partner – besonders im professionellen Bereich – verschweigen Krankheiten. Besonders jene, die im Spiel gefährlich werden können. Herzkrankheiten gehören dazu.

Man kann versuchen, dass es Sache des Partners ist, ärztlich abzuklären, ob er BDSM-Tauglich ist, aber die Erfolgschancen stehen schlecht.

Unmöglich Abklärungen, aber gute Vorbereitung:

1. Im professionellen Bereich sollte es eine Einverständniserklärung des Gasts geben, dass die Domina im Notfall ohne Rücksicht auf seine Persönlichkeit Hilfe rufen darf.

2. Grössere Institute sollten auch einen Defibrilator besitzen.

3. Wurde alle nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen, kann die Staatsanwaltschaft nicht behaupten, man hat Schaden billigend in Kauf genommen.

Richtig reagieren:

1. Denn Passiven sofort aus der Zwangslage holen und ihn umsorgen

2. Erste Hilfe leisten, kam es zu Verletzungen, gegebenenfalls den Defibrilator einsetzen.

3. Notarzt und gegebenenfalls die Polizei rufen.

Worst Case:

Stirbt der Partner, sollte man nicht versuchen, die Leiche zu entsorgen. Du Spurensuche wird erschwert und die Staatsanwaltschaft geht von Vorsatz aus.

Sensible Praktiken

Rund um den Hals:

1. Würgen, Atementzug und alles, bei dem eine Dosierung schwierig bis unmöglich ist, bringt einen an den Rand eines Strafverfahrens.

2. Es gibt den Wunsch unterwassergedrückt und wiederbelebt zu werden. Geht es schief, handelt es sich wahrscheinlich um eventualvorsätzliche und nicht fahrlässige Tötung. Einwilligung nützt nichts.

3. Gegenseitiges Aufhängen bis zur Bewusstlosigkeit ist eventualvorsätzliche Tötung, stirbt einer. 10 bis 12 Jahre Gefängnis.

4. Bei Atemkontrolle, werden gut kontrollierende Techniken wie eine Gasmaske verwendet, muss man berücksichtigen, dass ein Herzkranker weniger verträgt.

5. Alles, was um den Hals geschieht, ist heikel, auch Würgen mit der Hand. Jedes Gericht wird verlangen, dass man den Karotissinusreflex kennt, ging mit ihm etwas schief.

6. Falsch eingesetzte Knebel können Würgereflexe auslösen und der Passive kann am Erbrochenen sterben.

7. Den Passiven immer beobachten, um schnell reagieren zu können und dazu passende Werkezuge bereitlegen.

8. Der Passive muss schnell befreit werden können, sonst ist jeder Straftatbestand möglich.

9. Herr Landmann rät von allem ab, was um den Hals liegt.

Knebeln:

Eine geknebelte Person darf nie alleine gelassen werden, auch nicht zehn Minuten. Er kann in den Knebel kotzen.

Die Art des Knebels ist wichtig, werden noch Höschen oder Strumpfhosen hineingestopft, können sie in den Rachen gelangen. Strumpfhosen sind schwer herauszubekommen.

Bei einem Tapeknebel sollte man wie bei der Rolle ein Ende umschlagen, um ihn schnell zu lösen.

Trampeling:

Beim Trampling muss es etwas geben, an dem der Aktive sich festhalten kann. Bricht eine Frau mit High Hiels ein, gibt es schwere Verletzungen, für die ein Richter wegen der offensichtlichen Gefahr wenig Verständnis hat.

Trampling Barfuss ist empfehlenswerter.

Branding:

Eine Einwilligung in ein Branding ist möglich, handelt es sich um eine Verbrennung oder eine Narbe. Der Passive muss klar sagen, um was für eine Wunde es sich handelt und wo sie sich befinden soll.

Entzündungen usw. können gefährlich werden, eine Aufklärung über die Risiken ist wichtig.

Mit Branding nähern wir uns dem Bereich, in den wir einwilligen können.

Klinik:

Bei Nähen gilt das Gleiche wie bei Branding.

Bei allen Klinikspielen ist es wichtig, auf die Hygiene zu achten. Sonst kann der Passive bei Problemen sagen, dass unsauber gearbeitet wurde und eine Anzeige erstatten.

Schneiden:

Handelt es sich nicht um Lebensgefährliche Stellen, ist eine Einwilligung in Schneiden möglich.

Spritzen setzen:

Eine Einwilligung in Spritzen setzen ist möglich. Es ist klar festzuhalten, was gespritzt wird und wo. Der Aktive muss wissen, welche Gefahren bei welche Körperstellen, Geweben usw. besteht.

Nadelspiele:

In Nadelspielen lässt sich einwilligen.

Hygiene, Zeuge und Gesundheit:

Wo Entzündungen, Infektionen, Sepsis usw. möglich sind, sollten die Hygieneregeln angewandt werden, die Ärzte anwenden.

Die Details der Praktiken Branding, Klinik, Schneiden, Spritzen und Nadelspielen sollten unter Anwesenheit eines Zeugen vereinbart werden, genauso die Belehrung der Risiken, wozu die Gefahr von Entzündungen und Co. gehören sowie der Hinweis, sofort einen Arzt aufzusuchen, kommt es zu entsprechenden Problemen. Weiter muss der Passive informiert werden, unter welchen Umständen die Praktiken nicht angewendet werden dürfen. Beispielsweise bei Blutverdünner.

Unter Anwesenheit von einem Zeugen nach heiklen Erkrankungen und Medikamenten fragen.

«Spezielle Verantwortung»

Täuschende Erregung:

Im erregten Zustand verändert sich das Schmerzempfinden. Der Passive verträgt mehr als im Standardmodus. Möglicherweise erkennt er seine eigenen Grenzen nicht mehr. Es ist Aufgabe vom Aktiven, zu achten, nicht so weit zu gehen, damit der Passive ernsten Schaden erleidet.

Wenn die Möglichkeit zur Einwilligung endet:

Ein Passiver kann nicht in Praktiken einwilligen, die bei einem gesunden Menschen weder schwere Schäden noch den Tod herbeiführen, hat er eine Krankheit oder nimmt er Medikamente, die dazu führen könnten.

Umgang mit Polizei und Staatsanwaltschaft

Aussageverhalten und Arbeitsweise der Behörden:

Bei falschen Beschuldigungen ist es klug, umfassend und ehrlich auszusagen. Anhand der Aussagen lassen sich Gegenstände oder Datenträger sicheren, die die eigene Version stützen. Folgt eine Aussage erst am Ende der Ermittlungen hat sie weniger Gewicht, weil sie anhand der Fakten angepasst werden kann.

Auf keinen Fall dürfen nachweislich falsche Aussagen gemacht werden. Fingerabdrücke verraten, dass man einen Gegenstand nutzt, Spermaspuren zeugen von Geschlechtsverkehrt usw. Genauso schlimm sind Halbwahrheiten. Diese Dinge untergraben die Glaubwürdigkeit.

Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte stellen Aussagen nicht nur gegenüber. Sie folgen dem Plausibilitätsprinzip. Die Beweisführung besteht aus Aussagen, gesichertem Material und gegebenenfalls Expertisen. Die eigene Aussage steht in Wechselwirkung zu allen anderen Komponenten und wird entsprechen gewichtet.

Haftung bei Workshops und Partys

Eine sehr komplexe Materie. Die Veranstalter sollten darauf achten, kein gefährliches Equipment zur Verfügung zu stellen.

Steht gefährliches Equipment zur Verfügung, sollte es einen Warnhinweis geben und das ein Veranstalter bei Verwendung hinzugezogen werden muss.

Die oberen beiden Absätze gelten auch für Tagesmitglieder von Vereinen.

Die Gründung eines Vereins als Träger der Veranstaltung ist zu empfehlen. Dieser legt einen Haftungsausschluss fest. Die Veranstalter haften nur noch für das, was sie selbst machen.

Diverses

Videobeweis und Zeugen:

Die Einwilligung eines Videos oder Zeugenaussagen werden nicht infrage gestellt, gibt es keinen plausiblen Grund dazu. Sie gelten als glaubwürdig.

Bei Aussagen ist das Plausibilitätsprinzip wichtig: Ist es logisch, was jemand sagt. Das eine Domina einen Kunden über die vereinbarte Zeit festhält, ist nicht plausibel, weil sie für die Zeit X bezahlt wurde und es geschäftsschädigend wäre, jemanden wirklich zu quälen.

Überzogene Einwilligung:

Der Vorwurf der Freiheitsberaubung kommt am häufigsten vor. Der Passive behauptet, er wurde länger festgehalten, als vereinbart wurde. Ging es etwas über die Zeit, kann zugunsten vom Aktiven entschieden werden, bei längerer Zeit oder Folgeschäden nicht.

Versicherungen:

Die Umfallversicherung macht bei massivem Selbstverschulden Abzüge.

Im professionellen Bereich ist es fast unmöglich eine Haftpflichtversicherung zu finden.

Geht etwas schief, muss man beweisen, dass man alles richtigmachte. Das ist machbar.

Bei Kleinigkeiten gibt es kaum Probleme, geht es um Kosten von Behinderungen und Verdiensthausfällen, gibt es erhebliche Probleme.

Der zivilrechtliche Teil steht und fällt mit dem Strafrechtlichen.

Pornografie:

Verbotene Pornografie ist mit Kindern, Tieren oder eigentlichen Gewaltdarstellungen.

Es gibt Urteile, die eine reine Immobilisierung nicht als Gewaltdarstellung bezeichnen. Reines Bondage ist kein Problem.

Schwere physische Schädigungen, auch wenn sie gespielt sind, sind verboten.

Korrespondenz und Einwilligung:

Eine E-Mail, in dem jemand in Praktiken einwilligt, ist eine gültige Einwilligung, weil es ein Faktum ist.

Haftungsausschluss

1. Der Autor fasste den Rechtsanwaltsvortrag vom 08.10.16, der von Dr. jur. Valentin Landmann im Volkshaus Zürich, Gelber Saal, gehalten wurde, gemäss der Videoaufnahme nach bestem Wissen zusammen.

2. Die Zusammenfassung wurde nicht von Dr. jur. Valentin Landmann überprüft oder ihm zur Ansicht unterbreitet.

3. Der Autor übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen.

4. Der Autor stellt klar, dass die Zusammenfassung nicht ergänzt wird und nicht an gesetzlichen Änderungen und veränderte gerichtlichen Praxis angepasst wird.

5. Der Autor stellt klar, dass es sich um keine Rechtsberatung handelt.

6. Der Autor übernimmt keine Haftung für direkt oder indirekt entstehende sowie materiellen und immateriellen Schäden durch die Nutzung oder Nichtnutzung dieser Informationen.

7. Der Autor übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch die Weiterverbreitung diese Informationen auf allen Kommunikationswegen entstehen. Die Weiterverbreitung erfolgt auf eigenes Risiko.

8. Der Autor rät im Falle von juristischen Problemen oder für die Abklärung juristischer Risiken einen Anwalt zu konsultieren.

© Omegas Horizon

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Liebe an der Schmerzgrenze

Die Leichtigkeit des Leidens – 16 Gespräche über den Reiz des Sadomasochismus

Wie der Untertitel schon sagt haben die Autoren für dieses Buch 16 Menschen und Paare interviewt. Daraus entstanden ist eine wunderbare Bandbreite an Erfahrungen, Fantasien und Meinungen zu BDSM. Von gelegentlichen Spielen über regelmäsige Spielbeziehungen bis zu 24/7 und TPE (Total Power Exchange) ist alles vorhanden. Auch bei den Personen sind mit der 20-jährigen Studentin, der 32-jährigen Domina, dem 55-jährigen IT-Berater und vielen anderen eine grosse Vielfalt an Individuen anzutreffen. Jeder einzelne lässt uns anschaulich und reflektiert an seinem BDSM teilhaben.

Die Auseinandersetzung mit Sexualität, Schmerz, Dominanz und Submission werden einem in diesem Buch näher gebracht. Jedes der Gespräche hat seinen ganz eigenen Charakter und zeigt die persönliche Sicht auf BDSM der interviewten Person auf. Auch Aspekte des BDSM, welche einem bis anhin unverständlich waren, sind nach der Lektüre besser greifbar.

Er einzige Kritikpunkt ist für mich die vorwiegend heterosexuelle Betrachtung. Trans*themen sind sogar komplett inexistent. Dies ist aber wirklich die Nadel im Heuhaufen, das Buch ist sehr gut geschrieben und auch vom Inhalt absolut empfehlenswert, sei es für Neulinge, alte Hasen oder um Nicht-BDSMlern einen Einblick in unsere Welt zu geben.

Tim Bussen & Stephanie Maria
LIEBE AN DER SCHMERZGRENZE
Die Leichtigkeit des Leidens – 
16 Gespräche über den Reiz des Sadomasochismus
320 Seiten | Taschenbuch
ISBN 978-3-89602-584-5

Geschrieben von …13…

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Neuling?

Waren wir doch alle mal…

Der Einstieg in die weite Welt des BDSM kann sehr verwirrend sein. Keine Sorge, Bedenken, Ängste und Unsicherheiten haben fast alle mal begleitet. Ein perfekter Dom oder ein perfekter Sub ist auch noch nie vom Himmel gefallen und deshalb empfehle ich einfach mal locker durch die Hose zu atmen. BDSM bedeutet zwar irgendwie anders zu sein und doch wird es je länger man es praktiziert, zur ganz persönlichen Normalität.

Aber erstmal von Anfang an. Im BDSM gibt es keine Richtlinien was Dom oder Sub zu tun hat, das hängt stark von der jeweiligen Neigung ab. Sehr wichtig ist es jedoch, dass alles einvernehmlich geschieht, ansonsten verliert man sehr schnell den Spass an der eigentlich schönsten Sache der Welt – und damit meine ich nicht Sex, sondern BDSM. BDSM in seiner reinen, facettenreichen Form.

Wichtig ist es, dass der Einstieg gut verläuft. Tja und wie steigt man richtig ein? Es gibt kein richtig oder falsch. Bisschen schnuppern kann man sicher ganz gut an einem Stammtisch. Dort lernt man die BDSMler als ganz normale Menschen kennen. Dort wird einem überhaupt mal bewusst, welche Bandbreite an Menschen an BDSM interessiert sind und es Praktizieren. Dann gibt es noch Foren wie unseres hier. Der grösste Vorteil an Foren ist bestimmt die Anonymität die zwar gegeben ist, man sich aber dennoch ungeniert austauschen kann. So kann auch mal die ein oder andere Frage, für die man sich vielleicht ein wenig schämt stellen und man bekommt seine Antworten. Des weiteren gibt es noch diverse Plattformen im Internet. Diese sind ideal um online erste Erfahrungen mit dem Spielen an sich zu machen. Meistens wird dann von online-Erziehung oder ähnlichem gesprochen. Diese Plattformen bergen jedoch auch Gefahren, denen man sich stets bewusst sein muss. Möchte man sich mit einer Person treffen, sind gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Im BDSM spricht man dabei vom sogenannten Covern.

Und dann wären da noch diese Fantasien, Hirngespinste oder ganz simpel, das Kopfkino. Diese können eine wilde Gefühlsachterbahn auslösen. Viele haben mit den Moralvorstellungen der Gesellschaft zu kämpfen „sowas macht man doch nicht“ oder „sowas ist doch krank“ sind oftmals Gedanken, die man in den meisten Fällen einfach mal beiseite räumen muss. Ja, im Grunde genommen schlägt oder demütigt man keine anderen Menschen. Im BDSM ist das jedoch nochmals etwas ganz anderes. Da alles im gegenseitigen Einverständnis passiert, kann man die Moral mal getrost unter den Teppich kehren und machen wozu man selbst und das Gegenüber Lust hat. Mit der Zeit weichen diese Bedenken der immer mehr aufblühenden Fantasie und es tun sich unglaubliche Dinge auf. Es ist etwas wundervolles, wenn man bemerkt dass der andere Part genau solche Freude und Leidenschaft für das Spiel und die Fantasien entwickelt, wie man selbst auch.

Geschrieben von Jade

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Covern

Nun hast du also im Netz jemanden kennen gelernt und ihr möchtet euch gerrn treffen.
Dass das erste Treffen auf neutralem Boden an einem öffentlichen Ort stattfinden sollte ist wohl allen klar. Dazu bietet sich eine Bar, ein Restaurant oder ein Spaziergang an einem gut frequentierten Ort an. Auch gern genutzt werden Stammtische, wenn die Chemie nicht stimmt kann man immer noch mit jemand anderem sprechen.
Gut ist es, wenn man sich Referenzen über die Person holt. Die BDSM Szene in der Schweiz ist relativ klein und man kennt sich.
Zusätzlich kann man sich Covern lassen. Dies mag bei einem öffentlichen Treffen etwas übertrieben erscheinen, ist aber beim ersten privaten (Spiel)treffen unerlässlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dazu. Allen gleich ist, dass man einer Vertrauensperson alle relevanten Daten des Dates gibt, also vollständiger Name, Nickname inkl. Plattform, Adresse, Telefonnummer, Ort und Zeit des Treffens.
Dies allein gibt schon einige Sicherheit. Zusätzlich kann man mit der Vertrauensperson absprechen, dass sie einen in bestimmten Abständen oder zu einer bestimmten Zeit anruft oder das man sich bei ihr meldet. Zusätzlich sollte ein unverfänglicher Codesatz abgemacht werden. Beispielsweise „Mir geht es EIGENTLICH gut“ bedeutet „Hol mich hier raus“. Es sollte abgesprochen sein, wie die Vertrauensperson in so einem Fall reagiert, ob sie in 5 Minuten nochmal anruft um zu sagen, dass die Katze vom Auto angefahren wurde und man sofort kommen muss oder ob sie selber vorbei kommt um einem abzuholen oder die Polizei einschaltet. Für die verschiedenen Varianten können auch unterschiedliche Sätze abgesprochen werden.
Ganz wichtig ist, dass man dem Date vor dem Treffen sagt, dass man sich Covern lässt und wie dies geschieht. Wenn das Date darauf komisch reagiert ist dies ein Warnsignal.
Beim Covern ist es völlig egal, ob du Top oder Bottom bist und auch welchem Geschlecht du angehörst. In der richtigen Situation ist jeder/r ausgeliefert (ja, auch der Top, man stelle sich vor, er lässt sich vom Bottom Oral befriedigen und dieses beisst in das beste Stück…)

Geschrieben von …13…

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