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Wie BDSM unseren Alltag positiv beeinflusst

BDSM erfordert einiges an Wissen und Erfahrung, belohnt dafür aber nicht nur mit Spass, sondern auch mit vielen Fähigkeiten. Diese sind nicht auf BDSM beschränkt, sondern können in diversesten Lebenslagen eingesetzt werden, vom Umgang mit Mitmenschen bis hin zu besseren Entscheidungen im Berufsleben.

Mut für Neues

Der Einstieg in BDSM ist alles andere als einfach. Man hat gewisse Vorstellungen was auf einen warten könnte, aber es ist quasi ein Sprung ins kalte Wasser. Wer den Einstieg gewagt hat, weiss wie belohnend diese Entscheidung war, und ist eher bereit, in anderen Situationen den Schritt in eine unbekannte, aber hoffentlich strahlende Zukunft zu wagen.

Entdeckungs- und Experiementierfreude

BDSM ist eine riesige Insel voller Buchten, Wälder, Berge, Städte… Während die meisten Leute am liebsten das ganze Leben am gleichen Ort verbringen, wagen sich BDSM’ler in die weite Welt hinaus, denn hinter jeder Kurve lockt etwas bisher Unbekanntes. Besonders belohnend wird das Entdecken, wenn man nicht alleine unterwegs ist, sich an allen möglichen und unmöglichen Orten Inspiration holt und gemäss dem Motto “Irgendwann ist immer das erste Mal” neue Dinge auszuprobieren wagt. Sie haben auch gemerkt, dass “The Magic” wirklich ausserhalb der Komfortzone passiert, dass man manchmal Strapazen auf sich nehmen muss, aber dass sonst alles beim Alten bleibt und man im Alltagstrott versumpfen wird.

Die eigenen Grenzen kennen

BDSM ist so individuell wie die Menschen die es praktizieren. Niemand kann dir sagen, wie weit du dich getrauen wirst – das musst du für dich selber herausfinden. Da man für das Finden der eigenen Grenzen die Komfortzone verlassen muss, scheuen sich viele Menschen davor. Nicht so die BDSM’ler: Je besser man weiss wie weit man gehen kann, desto intensiver werden die Spiele und Begegnungen, ohne ein böses Erwachen danach.

Den (eigenen) Körper kennen

Viele Menschen wissen nicht, wie ihr eigener Körper in Extremsituationen reagiert. Schockstarre, Schwächeanfall, Orientierungslosigkeit? BDSM’ler haben schon Situationen erlebt, von denen andere Menschen nicht mal zu träumen wagen, und kennen dadurch den eigenen Körper in- und auswendig. Dies gibt ihnen in alltäglichen Krisensituationen den entscheidenden Vorteil, dass sie sich nicht erst finden oder fangen müssen, sondern sofort wissen wie sie mit der Situation umgehen können. Dies und ein gutes Verständnis von allgemeiner Anatomie kann in Notsituationen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Einfühlungsvermögen

Durch Szenen mit vielen Spielpartnern entsteht die Fähigkeit, diverseste Personen anhand von ihrer Körpersprache und ihrer Situation einzuschätzen. Was fühlt die Person, was denkt sie, was will sie? Essenzielle Fragen nicht nur während dem Spiel, sondern auch im Alltag.

Höheres Selbstwertgefühl

Wer schon mal eine 30 cm grössere und 40 kg schwerere Person gedomt hat, kennt das Gefühl der absoluten Unbesiegbarkeit garantiert. Man weiss, dass einem vielleicht nicht ganz alles auf Anhieb gelingen wird, aber dass man über sich hinauswachsen und zu unmöglich geglaubten Höchstleistungen finden kann. Diese “Can Do” Attitüde bringt BDSM’ler in jeder Situation weiter und strömt eine ansteckende Positivität aus, die andere grossartige Menschen anzieht und ihr Leben in allen Aspekten bereichert.

Die eigenen Wünsche formulieren

BDSM’ler lernen die eigenen Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen sehr akkurat zu formulieren, so dass Probleme in der Kommunikation von vornherein ausgeschlossen werden. Unklarheiten werden sofort erkannt und mit scharfen Rückfragen präzisiert. Diese verbale Präsenz verhindert nicht nur unangemessene Erwartungshaltungen auf der zwischenmenschlichen Ebene, sondern führt im Berufsalltag zu besseren Leistungen und zufriedeneren Kunden.
Offen mit anderen Menschen über die eigenen Gefühle zu reden erfordert viel Mut. Aber wer anderen seine intimsten Wünsche anvertrauen kann, lernt auch über die negativen Seiten des Lebens zu sprechen. Und in vielen persönlichen Krisen hilft es schon immens, wenn man Leute kennt welche einem einfach zuhören können.

Schlusswort

Viele Punkte davon sind für das Berufsleben derart wichtige Soft Skills, dass “BDSM” eigentlich auf den Lebenslauf gehörte. Nur schade, dass sich die allerwenigsten Arbeitgeber dessen bewusst sind. Wir behalten also alle diese Fertigkeiten für uns um das Maximum aus unserem eigenen Leben zu machen. Und wir Teilen sie mit allen, die bereit sind von uns zu lernen.

Geschrieben von ralph_himself

Hier gehts zur Forumsdiskussion.

Vortrag Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten

Der Grund, warum BDSMler sich auch mit dem Thema STD (sexual transmittable diseases) befassen ist simpel. Auch wenn Gruppensex-Orgien eher die Ausnahme sind, ist der Partnertausch nicht unüblich und an gewissen Parties wird doch sehr wild durcheinander gespielt. Auch sind Überschneidungen zum Beispiel zur Polyamorie-, oder der Gay-Szene durchaus vorhanden. Daher kann es nicht schaden sich über die Risiken zu informieren, ist bei uns die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr wohl höher als in einer klassischen Zweierbeziehung ohne wechselnde Partner.

Da das Bedürfnis nach Aufklärung besteht, haben die Zwischenwelten sich diesem angenommen und den Arzt und Leiter des Checkpoints Zürich, Michael Kluschke für einen Vortrag zum Thema eingeladen. Um das Ganze noch nachhaltiger zu machen und dieses Engagement möglichst zu unterstützen, haben wir angeboten diesen, so gut wie möglich zu protokollieren und ein Factsheet über die einzelnen Krankheiten zu erstellen.

Der Checkpoint (Konradstr. 1), welcher von der Aidshilfe Zürich unterstützt wird, dient hauptsächlich Männern die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben.  Diese Einrichtung gibt es seit 10 Jahren. Sie wurde ursprünglich als Teststelle eröffnet, ist  mittlerweile aber ausgerüstet um die getesteten Krankheiten auch behandeln zu können. Nach anfänglich 2 Stunden pro Woche wird inzwischen schon der dritte Arzt eingestellt, und auch das Bedürfnis nach einem Frauenarzt wächst.

Es werden ungefähr 270 HIV-Patienten betreut, bisher 4000 HIV-Tests durchgeführt und ca. 1500 Tripper-/Chlamydien. Der Checkpoint ist somit die wohl aktivste Institution, welche in Zürich gegen Geschlechtskrankheiten vorgeht.

Da die Bilder nichts für schwache Nerven sind haben wir sie euch gesammelt auf dieser Seite zusammengestellt, so könnt ihr den Text ganz in Ruhe lesen.

Inhalt:

  • Krankheiten
  • Syphilis
  • Gonokokken (Tripper)
  • Clamydien
  • Mykoplasmen + Ureaplasmen
  • Trichomonaden
  • Humane Papillomviren
  • Pilze
  • Herpes
  • Hepatitis
  • Aids
  • Fazit
  • Lexikon

Syphilis

Bakterium

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungswahrscheinlichkeit liegt bei 60%.
Syphilisanstieg um 14 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1269, 89% Männer (57%MSM)
Während die Syphilis in frühen Stadien ansteckend bis hochansteckend ist, ist die Infektiösität in den späteren Stadien wesentlich geringer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Syphilis ist eine Schmierinfektion bei Haut/Schleimhautkontakt.
Infektion möglich an allen 3 Körperöffnungen sowie über Verletzungen und direktem Kontakt mit der Flüssigkeit, welche die Geschwüre absondern.
Nachweisbar nach 2-3 Wochen im  Abstrich aus dem Geschwür, nach 12 Wochen kann Lues ausgeschlossen werden, die Ausnahme ist eine verzögerte AK-Bildung bei HIV positiven Patienten. Schwangere können das Kind infizieren.

Therapiekontrolle nötig?
Ja, nach  3 Monaten immer über venöse Blutentnahme und Vergleich mit den Vorwerten

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner unbedingt informieren und testen lassen, Verzicht auf Sex während der ersten Behandlungswoche

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Die Krankheit ist nicht persistent, man kann sich aber erneut anstecken mit Syphilis

Test und Behandlungskosten
Syphilis Schnelltest 25 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- und Syphilis-Infektionsstatus von vor drei Monaten.

Krankheitsverlauf
10 Tage bis 3 Monate nach Infektion bildet sich an der Stelle der Infektion ein Primäreffekt. Dies kann aussehen wie ein Mückenstich, eine kleine offene Stelle, ein kleines gerötetes Geschwür in Form eines Vulkankraters, das aber in 95 % der Fälle nicht schmerzt. Dieses sondert eine farblose Flüssigkeit ab die viele Erreger enthält und äußerst ansteckend ist.

4-6 Wochen danach verschwindet dieser und die Krankheit beginnt sich auszubreiten in Form von Hautrötungen, man fühlt sich eventuell krank, die Lymphknoten könnten anschwellen. Syphillis kann auch ohne alle diese Symptome auftreten, oder durch ganz andere, zum Beispiel kreisrunder Haarausfall am Kopf, Schuppenflechte (Psoriasis) Ein ganz deutliches Zeichen für Syphilis sind Rötungen an Hand- und Fußsohlen.

Nach 3 bis 5 Jahren werden die inneren Organe befallen und es können Gummata Gummiartige Geschwüre auftreten, klassisch ist der Befall der Hauptschlagader, deren Stabilität angegriffen wird und die platzen kann.

Nach 10 bis 15 Jahren kann  das Rückenmark und das Gehirn angegriffen, was in der Regel demenzartig wirkt, aber tatsächlich auch kurzzeitig geistige Höhenflüge verursachen kann. Beim Rückenmark kann es einen steifen Gang verursachen. Die Kontrolle über Blase und Darm wird gestört.

Auch werden Nerven angegriffen, was zuerst Schmerzen und erhöhtes Schmerzempfinden verursacht, und danach sowohl Schmerz- als auch Wärmeunempfindlichkeit auslöst.

Diagnose
Abstriche, PCR, Dunkelfeldmikroskopie, Immunfluoreszenz-Test, und diverse andere.
Im Blut ist der vom eigenen Körper produzierte Antikörper zum Teil erst nach mehreren Wochen nachweisbar, der Erreger selbst kann – wie bei vielen Geschlechtskrankheiten – gar nicht nachgewiesen werden im Blut. Die bekannten Soforttests sind nur in 4 von 5 Fällen verlässlich. Sie prüfen das Blut auf einen der zwei Antikörper, der allerdings nach einer durchgemachten Syphilis lebenslang nachweisbar bleibt, so dass dann eine erneute Infektion mit Syphilis nur durch eine venöse Blutentnahme ausgeschlossen werden kann. Der Schnelltest wird nach durchgemachter Syphilis immer positiv anzeigen. Daher wären die vorherigen Blutwerte zum Vergleich nötig um eine Diagnose zusihern. Je häufiger man sich infiziert hat, umso schwerer wird diese zu erkennen. Auf jeden Fall ist es von Vorteil die Ergebnisse nach einer Syphilis aufzubewahren.

Therapie
Therapie innerhalb des ersten Jahres nach Ansteckung:
Einmalig Penicillin 2,4 Mio IE ins Gesäß spritzen. Penicillin wirkt eine Woche lang, nach 10 Tagen kann man sich bereits wieder anstecken.
Alternativ Doxycyclin 200mg/Tag 2 Wochen lang als Tablette, Sonne vermeiden wegen Ausschlagsgefahr
Ab dem 2. Jahr Injektion von 2.4 Mio IE Penicillin 3 mal im Wochenabstand wiederholen, in der ersten Woche noch unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Vorbeugung / Impfung
Durch die Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann die Übertragungswahrscheinlichkeit der Syphilis und anderer Geschlechtskrankheiten wesentlich verringert werden. Aber insbesondere Menschen, die Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten ihr Blut regelmäßig auf Syphiliserreger untersuchen lassen, da in Europa die Anzahl der Syphilisfälle seit dem Jahr 2004 deutlich ansteigt.
Eine Impfung gegen Syphilis existiert nicht.

Gonokokken (Tripper)

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 23 % auf 1895 im 2015. 80% Männer, 32% MSM
30-60% Ansteckungsgefahr beim Blasen/Deep Throat. Mann zu Frau 60%, Frau zu Mann 20 % / oral zu urethral 26%, Mutter zu Kind bei Geburt 30 %

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Schleimhautkontakt, Das Bakterium überlebt an der Luft bis 24 Stunden,
Schwangere können das Kind infizieren,
Bei Männern in der Regel 3-5 Tage bis zu merkbaren Symptomen (Lehrbuch 2-10 Tage), nicht länger (häufig  weisenSymptome die erst nach eineinhalb Wochen auftreten nicht auf Tripper sondern andere Krankheiten hin.
Bei Frauen vergehen bis zu 3 Wochen bis zu merkbaren Symptomen. 30% der Männer und 70% der Frauen haben gar keine Symptome, bei der Infektion im Rachen sind 90% symptomlos). Die Infektion kann sich auch in Narbengewebe „verstecken“ und chronisch werden.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei einem Ausbruch mit den typischen Symptomen sollten alle Partner der letzten 14 Tage informiert werden, wenn die Krankheit ohne Symptome verläuft sollten gemäß Lehrbüchern alle Partner der letzten 3 Monate informiert werden.
3-7 Tage kein Geschlechtsverkehr, auch wenn die Krankheit eigentlich nach einem Tag Behandlung schon eliminiert sein sollte.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Gonokokken sind nicht persistent, man kann sich aber wiederholt damit anstecken 

Test und Behandlungskosten
Ca 80 CHF…in DE 5-30 Euro

Krankheitsverlauf
30% der Gonokokken oder Chlamydien-infizierten haben keine Symptome, bei Frauen bis zu 70%, bei oraler Infektion sogar bis zu 90% asymptomatisch
gelblich-rahmiger Ausfluss, Druckgefühl in Blase, Halsschmerzen,  selten Gelenkbeschwerden. Kann unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.

Diagnose
PCR aus Abstrich

Therapie
Therapie ist sehr verschieden je nach nationalen Leitlinien:  Im Checkpoint behandelt man aktuell mit 1g .Rocephin i.m. (als Spritze in den Muskel ) und 1.5g Azithromycin als Tabletten ( 3 Tabletten als Einzeldosis ) was beides Antibiotika sind.
2nd Line Behandlung (für Unterwegs?) 800g Cefexin und 1,5g  Azithromycin, das sind 5 Tabletten, Nebenwirkungen sind möglicherweis e Durchfall, eventuell Magenbeschwerden,
Es treten gerade in Nordeuropa immer häufiger resistente Stämme auf, v.a. im Bereich Amsterdam, in der Schweiz gab es bisher keinerlei Resistenzen. 

Vorbeugung / Impfung
Eine Impfung existiert nicht

Chlamydien

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 5% auf 10167 Personen. 67% Frauen (50% Anstieg der Ansteckung bei schwulen Männern im Vergleich zum Vorjahr), 10% Übertragungswahrscheinlichkeit bei Sex

Ansteckungsart  / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion: Schleimhautinfektion, es gibt keine Antikörper, Sie können an allen 3 Körperöffnungen über die Schleimhaut übertragen werden, (sogar die Augen können infiziert sein). Somit hilft ein Kondom nur sehr eingeschränkt.. Dazu kommt, dass es relativ resistent gegenüber Umwelteinflüssen ist und trotz Luft und Austrocknung lange überlebt.

Therapiekontrolle nötig
Typ L1: Eine Woche keinen Sex, keine Therapiekontrolle
Typ L3: unbedingte Therapiekontrolle

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
4 Wochen zurück wenn symptomatisch, wenn nicht symptomatisch ca. 3 Monate (sofern realistisch…)

 Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Chlamydien sind nicht persistent, allerdings können auch unter anderem Gelenkinfektionen durch Verbreitung des Erregers im Körper vorkommen,Reinfektionen sind möglich

Test und Behandlungskosten
ca 80 CHF, bei Frage nach Subtypen bei analer Infektion ev. Typisierung, ca 250-300 CHF

Diagnose
PCR oder über „Morgenurin“, Immunfluoreszenz

Krankheitsverlauf (normaler Typ)
Ausbruch nach 3-5 Tagen
können nach ca. 3 Monaten von selbst heilen, 30% der Gonokokken oder Chlamydien-Infizierten haben keine Symptome.
Ansteckung bei Harnröhre (50%), 60% Beschwerden beim urinieren, vaginale Missempfindungen, brennen, selten Rötungen,
Ansteckung im Gesäß: 60% asymptomatisch, 15 % Entzündung im Bereich des Enddarmes, Juckreiz, Druckgefühl/Gefühl aufs Klo zu müssen
Ansteckung im Hals: Schluckbeschwerden, Druckgefühl, glasartiger, schleimiger Ausfluss
Bei der Infektion am Hals spürt man lediglich ca. drei Tage danach ein leichtes Kratzen im Hals und wird somit kaum erkannt.
Üblich ist Brennen, Jucken, es kann Entzündungen und Verklebungen den Eileiter herauf und bis zur Gebärmutter geben, was das schwanger werden erschwert. Schmerzen im Beckenbereich treten auf. Alles ist sehr schwer zu behandeln und kann chronisch werden

Therapie
Azithromycin früher 1000mg (2 Tabletten), heute zum Teil 3 Tabletten als Einzelgabe

Krankheitsverlauf: (gefährlicher Typ)
Es gibt agressivere Typen (L1-3-Typen) der Chlamydien, welche tiefer ins Gewebe eindringen, diese können Entzündungen verursachen, ins Lymphsystem (LGV) eindringen und Vernarbungen machen, diese können sich von da aus im Körper verteilen und diverse Probleme verursachen. Daher werden Chlamydien inzwischen bei jeder Ansteckung typisiert um sie entsprechend zu behandeln. (Typisierung kostet 300.-)

Therapie:
3 Wochen mit Doxycylin, falls bereits mit Azithromycin anbehandelt wurde nochmals 3 Tableten pro Woche für insgesamt 3 Wochen.

Vorbeugung / Impfung
Sexuell aktiven Frauen wird ein regelmäßiger Test empfohlen, da eine Impfung noch nicht möglich ist. Allerdings sind Harvard-Wissenschaftlern erfolgreiche Tests gelungen, vielleicht ist ein Impfstoff absehbar

Mykoplasmen + Ureaplasmen

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
wird während einer Schwangerschaft häufig von der Mutter auf das Kind übertragen

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Tröpfcheninfektion / Kontaktinfektion, Im Rachen beim Blasen, Lecken, anal, Harnröhre, vaginal seltener. Meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Jedoch sind auch Ansteckungen über das Blut, den Speichel oder sogar die Atmung möglich

Therapiekontrolle nötig?
Nein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei Beschwerden, die Meinungen dazu gehen auseinander.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit
Reinfektion jederzeit möglich.

Test und Behandlungskosten
Nachweis über PCR ca 80-90 CHF

Krankheitsverlauf
In der Regel lange keine Symptome, dann Schmerzen beim urinieren, Entzündungen und Unterleibsschmerzen, kann schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit und bei Schwangeren zum Kindstod führen

Diagnose
Abstriche, PCR, zum Teil in breiteren Tests involviert, aber nicht standardmässig

Therapie:
Wird je nach Region/Bildungslinie behandelt oder nicht, da es auch selbstheilend ist, bei Beschwerden wird es tendenziell eher behandelt, aber in der Regel nicht einmal getestet. Doxycyclin über 7 Tage, ohne Besserung  Azithromycin/Moxifloxacin

Vorbeugung / Impfung
Nein
Für den Menschen existiert noch keine Impfung.

Trichomonaden

einzelliger Parasit

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Harnröhre, oft vaginal, selten auch anal. Da bei Männern meist keine Symptome auftreten, wissen sie oft nichts von der Infektion und sind die hauptsächlichen Überträger der Parasiten .

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Wird in der Regel beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, kann aber auch trotz Kondom oder ganz selten sogar von Toilettensitzen oder von öffentlichem Badewasser aufgelesen werden. Der Parasit kann bei der Geburt aufs Kind übertragen werden.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Trichomonaden sind nicht persistent, man kann sich aber erneut damit anstecken.

Test und Behandlungskosten
Nachweisbar im Urin

Krankheitsverlauf
Bei den meisten Männern ist der Befall symptomlos. Es kann aber Entzündungen in der Harnröhre geben.
Bei 80% der Frauen kommt es nach einer längeren Phase ohne Symptome zu Entzündungen und dünnflüssigem, gelblichem, übelriechendem Scheidenausfluss, häufig tritt auch Brennen und Juckreiz auf. Der Parasit greift mit der Zeit die Vaginalflora an. Sogar eine Frühgeburt kann durch Trichomonaden ausgelöst werden.
Ein Befall führt bei Frauen zu einer erhöhten Infizierbarkeit mit HIV. Da die verursachten Narben bestehen bleiben, bleibt das Risiko auch danach. Die Infizierbarkeit gilt in beide Richtungen.

Diagnose
PCR / Abstriche

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung
Nein

Humane Papillomviren (HPV)

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Die Durchseuchungsrate ist bei fast 90%, also fast jederem, der mal Sex hatte.
Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurde, besteht ebenfalls eine Infektion, die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind sich daher der Infektion mit dem HP-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht. Dennoch sind sie Überträger.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Kontaktinfektion, (Genital-, Anal- oder Oralverkehr). Seltener werden die Viren auch durch gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser oder Zahnbürsten übertragen.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Nein (siehe unten)

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Rezidierend

Test und Behandlungskosten
PCR , ca 80 CHF

Krankheitsverlauf
2/3 sind asymptomatisch, 70% verschwinden relativ schnell, 90% werden innerhalb von 2 Jahren vom Immunsystem von selbst eliminiert.
Kann Feigwarzen erzeugen, ernstere Typen können Tumore oder Gebärmutterhalskrebs auslösen, bei HIV infizierten auch Analkrebs begünstigen.

Diagnose
Klinisch

Therapie
Eine spezifische Papillomvirustherapie gibt es gegenwärtig nicht.Bei Condylomen gibt es  diverse Präparate, Grünteezäpfchen,  Cremes, Tropfen, Kältetherapie, Laserbehandlung. Feigwarzen sollte man wegmachen lassen, da diese wuchern können.

Vorbeugung / Impfung möglich?
Kann geimpft werden (700.-), aber wird in der Regel nur im jüngeren bis mittleren Alter geimpft, da diese gegen bereits gesammelte Virenstämme (von bisher 100 entdeckten) nicht mehr nützt.

Pilze

z.B Candida

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Haut/Schleimhautkontakt

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Test und Behandlungskosten
Abstrich , Kultur

Krankheitsverlauf
bröckliger, grünlicher Ausfluss, Entzündung der Schleimhaut, Rötungen und Empfindlichkeit

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung möglich?
Das regelmäßige und richtige Waschen des Intimbereichs, vorbeugende Maßnahmen während der Periode, das Tragen der richtigen Kleidung, die Vorbeugung mit Milchsäurebakterien und die Verwendung von Kondomen

Herpes

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
20% der Bevölkerung hatten schon mal Herpes

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Haut-Schleimhautkontakt mit der Flüssigkeit in den Bläschen, diese ist Virusträger.

Therapiekontrolle nötig?
Da Herpes meist nicht mehr aus dem Körper verschwindet, macht eine Therapiekontrolle keinen Sinn, dennoch kann man sich informieren und lernen damit umzugehen und die Behandlung auf sich abstimmen.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner informieren und die Aufmerksamkeit gegenüber dem Virus steigern um den Umgang zu erleichtern.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeitv / Persistenz
Das Virus ist persistent, bleibt also für immer im Körper. Herpes kann im Nervengewebe in einen Ruhezustand versetzt werden, kann sich aber beliebig wieder reaktivieren, zum Beispiel durch körperliche Anstrengung, durch grippale Erkrankungen oder durch Stress, Menstruation, mechanische Reibung, sogar durch einen Solariumbesuch.

Test und Behandlungskosten
PCR aus Bläschensekret

Krankheitsverlauf
Schmerzen, Jucken, Brennen, Fieberbläschen, Gefahr für Abort wenn Frau sich in den ersten 12 Wochen infiziert.
Es existieren 2 Formen von Herpes
HSV 1 „Lippenherpes“ (Geschlechtsteile, Lippen, Übertragung aufs Kind ist möglich)
HSV 2 vor allem Geschlechtsteile

Diagnose
Blickdiagnose, PCR durch Abstriche vom Bläschensekret

Therapie
bei der ersten Infektion:
Zoviraxcreme hilft möglicherweise in den ersten 2-3 Tagen, bevor Bläschen auftreten hilft je nach Klinik Viruostatika (Tabletten),  Valaciclovir  über7 Tage 2x tgl 500 mg oder Famciclovir 3x 250mg. Dadurch kann die Rezidivhäufigkeit und die Dauer der Erkrankung etwas verringert werden. Die Behandlung ist je nach Person anders und kann mit Erfahrung etwas angepasst werden, welches Medikament ab wann, in welcher Dosis und wie lange genutzt werden kann und darf. Eine Dauersuppression ist, wenn es 4-5 mal im Jahr auftaucht, sicher vorteilhaft.

Vorbeugung / Impfung
Es existiert keine funktionierende Herpes-Impfung

Hepatitis A

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
fäkal/oral (arschlecken)

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Kontaktinfektion oder Schmierinfektion

Krankheitsverlauf
Inkubationszeit 14-50 Tage
Nach 4 Wochen treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall auf. Man fühlt sich abgeschlagen, selten führt es zum Leberschaden, heilt in der Regel spontan aus

Diagnose
Blutentnahme

Therapie
keine

Vorbeugung / Impfung
Impfung möglich, nach Erstimpfung Schutz für ca ein Jahr,  nach 2.Impfung etwa 20 Jahre –lebenslang,14 Tage nach der ersten Impfung  latenter Schutz, ca 3 Wochen 100%

Hepatithis B

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
In CH etwa 100 Neuerkrankungen /Jahr, hauptsächlich Männer

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
sexuell übertragbar, Sperma, Blut
Chronifizierungsrate 10-15%

Therapiekontrolle nötig?
Abklären ob Spontanausheilung oder chronischer Verlauf, dann ggf . lebenslange Therapie

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
siehe oben

Test und Behandlungskosten
Blutentnahme

Krankheitsverlauf
Ausheilen mit lebenslanger Immunität, bei chronischem Verlauf Leberzirrhose, Leberkrebs

Therapie
Therapie:  bei chronischem Verlauf Lebenslange Therapie z.B. mit Viread, um die Ausbreitung der Viren zu hemmen

Vorbeugung / Impfung
Impfung A/B wird wirklich empfohlen, obwohl bei 10% die Impfung nicht wirkt, daher sollte 4 Wochen nach der letzten Impfung ein Bluttest gemacht werden, wenn dies versäumt wurde, kann es jederzeit nachgeholt werden.

Hepatitis C

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Übertragung über Blut, Analverkehr, Toys, Drogenkonsumenten (Kokain, Crystal Meph), früher wurden z.B. in Italien Menschen infiziert bei Impfungen.
Hepatitis kann über Monate an der Luft überleben
Inkubationszeit: 20-30 Tage, 3-4 Monate bis man den Virus nachweisen kann

Therapiekontrolle nötig?
Ja, medizinische Begleitung im Rahmen einer chronischen Infektion

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Test und Behandlungskosten
Behandlungskosten 60‘000.-

 Krankheitsverlauf
85 % symptomlos, Chronifizierungsrate bis zu 70%
Müdigkeit

Diagnose:
PCR

Therapie:
3 Monate 1 Tablette
Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich

HIV

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungsrate 1 zu 90 MSM, Frau, angesteckter Mann 1:1000
Übertragung schwer, es dauert lange bis die Krankheit ausbricht
Zahlen gemäss BAG 2015
Es gab in der Schweiz 538 Ansteckungen mit HIV, dies entspricht 3% der sexuell aktiven Bevölkerung. 247 Ansteckungen betreffen MSM, also 50% der Neuinfektionen, daher wird dieser Personengruppe auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
HIV 1 (eher Europa)   HIV 2 (eher Afrika/Südostasien) entwickelt sich langsamer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Blut, Sperma

Therapiekontrolle nötig?
Selbstverständlich

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Der Partner muss informiert werden und wird hoffentlich eine grosse Stütze während des Behandlungsverlaufs sein.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
HIV führt zu einer chronischen Infektion, in deren Folge das Immunsystem geschädigt wird, was letztendlich zu AIDS führen kann. Heute ist es mittels einer medikamentösen Therapiemöglich , die Virusvermehrung zu unterdrücken, so dass unter entspechenden Voraussetzungen keine sexuelle Ansteckungsgefahr mehr besteht

Test und Behandlungskosten
HIV: (Kosten in DE 5-15 Euro) HIV Schnelltest im Checkpoint 60 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- Infektionsstatus von vor drei Monaten.) Mittels einer venösen Blutentnahme ist eine sichere Aussage nach sechs Wochen möglich.

Krankheitsverlauf
Akute Infektion:Fieber, Lymphknotenschwellung, Hautausschlag, grippale Effekte

Diagnose
PCR (allerfrüehestens 7 Tage nach Ansteckung), Bluttests (nach 4-12 Wochen möglich),

Therapie
Prep? Politisch schwierig ökonomische Diskussion ↔ Selbstbestimmung
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Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich. Im Gegensatz zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist der HI-Virus glücklicherweise sehr schwer zu übertragen, geschützter Geschlechtsverkehr minimiert das Risiko einer Ansteckung ungemein.

Fazit

Eine Hepatitis AB Impfung wird durchaus empfohlen, da die Konsequenzen einer Ansteckung lebenslang zu tragen sind, und die Kosten für die Impfung durchaus tragbar.

Sexuell sehr aktive Personen mit häufigem Partnerwechsel und gerade Männer die Sex mit Männern haben, sind natürlich dem Risiko einer Geschlechtskrankheit ausgesetzt. Es wird empfohlen, sich ein oder auch zweimal im Jahr auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. In Gruppen, welche häufig untereinander aktiv sind, kann das auch gegenseitig empfohlen werden und somit vorgebeugt werden.

Sexuell aktive Frauen können sich auch zusätzlich eine HPV-Impfung überlegen. Empfohlen wird der jährliche Gang zum Gynäkologen, dort werden sowieso Abstriche gemacht – Tripper (Gonokokken), Chlamydien und Siphilis wird nahegelegt . Man kann sich auch ohne Begründung erkundigen auf was alles getestet wird. Da sollte Frau sich aber unter Umständen durchsetzen können, denn gewisse Ärzte empfinden viele Tests nicht als nötig und agieren erst wenn es mit Nachdruck gefordert wird. In Härtefällen könnte eine Lüge wie erfundener Ausfluss den Arzt überzeugen. Auch kann die private Kostenübernahme angeboten werden, da Prävention nicht Kranken-kassenpflichtig ist.

Die in den letzten Jahren zunehmende Ansteckungsrate vor allem unter homosexuellen  Männern ist auf Änderungen des sexuellen Risikoverhaltens zurückzuführen. Entscheidende Faktoren sind dabei ein zunehmender Verzicht auf Kondome und der Anstieg riskanter sexueller Kontakte mit wechselnden Partnern. Dazu kommen vermeintlich sichere Sexualpraktiken, die das HIV-Übertragungsrisiko senken (Oralverkehr ohne Ejakulation, oral-analer Kontakt), jedoch eine Übertragung bakterieller Erreger wie der Syphilis oder Gonokkoken und anderen weiter ermöglichen.

Generell empfohlen wird nach dem Geschlechtsverkehr zu pinkeln um so mögliche Infektionsgefahr aus dem Körper zu spülen, genauso wirkt Mund ausspülen zum Teil sehr effektiv vorbeugend. Diese simplen Mittel werden unterschätzt und können dazu beitragen eine Infektion zu verhindern.

Was leider auch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, ist, dass die Nutzung von Antibiotika unter anderem die Darmflora angreift. Nach einer Behandlung braucht die Darmflora bis zu einem halben Jahr um sich komplett zu erholen. Das wird inzwischen mehr beachtet und wenn nicht unbedingt notwendig auf mehrere aufeinanderfolgende Antibiotika-Anwendungen verzichtet.

Immer mehr Apotheken (z. B. Apotheke am Bodensee ??) bieten Cremes (Name?) an um die Abwehr der vaginalen Schleimhaut zu stärken, welche auch bei chronischen Entzündungen helfen. Neu gibt es auch für Männer ein Angebot.

Lexikon

Abstriche
Abstriche zur Untersuchung werden mit Hilfe von kleinen Bürsten und auch Tupfern Zellen aus den zu untersuchenden Bereichen entnommen. Diese werden in den Rachen, die Vagina, das Gesäss oder den Penis (1cm tief) eingeführt, gedreht und danach auf Schädlinge getestet.
Der Arzt rät sexuell aktiven Menschen zu regelmäßigen (1-2x im Jahr) Abstrichen um Tripper, Chlamydien und Syphilis auszuschließen.

Chemsex
Sex unter Drogen, man geht eher über Grenzen, die Errektion und Lust wird intensiver empfunden, das Risikobewusstsein nimmt ab, diese Faktoren vervielfachen die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten … publizieren?)

Dauersuppression
Dies bedeutet die permanente Behandlung mit Cremes oder anderen Mitteln um einen erneuten Ausbruch einer Krankheit vorzubeugen, oder zumindest abzuschwächen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Herpes

Durchseuchungsrate
beschreibt den Anteil der Angesteckten in Bezug auf die Gesamtbevölkerung.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit, die zwischen Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht.

IGV
Internationale Gesundheitsvorschriften, 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)   angenommen und seit 2007 in der Schweiz in Kraft.

Kommunikation
Wie spreche ich das Thema an? Es mag nicht erotisch sein über sexuell übertragbare Krankheiten zu reden, aber das Bewusstsein schafft Sicherheit und Vertrauen. Ein Mitteilen wann und worauf man sich hat testen lassen mit der Gegenfrage zum Schluss lassen das Thema unkompliziert aufbringen und abhaken.

Kondom
Ein Kondom hilft nahezu 100% gegen HIV, aber gegen die anderen Krankheiten nur bedingt, da diese sich leichter übertragen lassen. Das heisst nicht, dass es nicht hilft, gerade auch bei Toys zum Beispiel, aber auch ein Kondom schützt nicht vor sämtlichen Krankheiten, daher sollten Tests durchaus in Betracht gezogen werden wenn Beschwerden nach dem Geschlechtsverkehr auftreten…

Krankenkasse:
Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten bei persönlichem Verdacht auf Geschlechtskrankheiten. Die Diagnose wird also in der Regel vom Patienten bezahlt.

Küssen
Küssen ist schlussendlich nicht komplett Risikofrei, dennoch ist eine Ansteckung sehr, sehr unwahrscheinlich.

Miktion
Das Entleeren der Harnblase.

MSM / FSF
Die korrekte Abkürzung für Männer die Sex mit anderen Männern haben, bzw. Frauen die Sex mit Frauen haben, da sich dies nicht nur auf homosexuelle Personen bezieht, sondern auch bisexuelle, hetero-flexible oder experimentierfreudige Menschen mit einschließt.

Parties / Gruppenevents
Eigenes Spielzeug sollte nicht unbeaufsichtigt liegen gelassen werden, fremdes nicht benutzt werden, und Flächen desinfiziert oder mit einem eigenen Badetuch abgedeckt werden.
Persönliches Gleitgel bei großen Gruppen wird empfohlen, der Arzt beschwört ein Bild eines Topfs Gleitgel in den alle beim Spiel reinfassen, am besten noch mit blutigen Händen….

Partnerinformation
Von wem habe ich die Krankheit? Und habe ich sie vielleicht sogar schon weiterverbreitet?Es ist wichtig die letzten Partner zu informieren, dass sie möglicherweise Träger eines Virus sind. Anhand des Virus und der Symptome kann zum Teil abgeschätzt werden wie lange die Ansteckung her ist und wer informiert werden muss.
Zum Teil ist der behandelnde Arzt bereit, die entsprechenden Personen zu informieren, falls man sich selbst nicht getraut.
Auch wird es geschätzt, wenn man nur den Ansteckungsort kennt (Swingerclub / Bordell / Partylocation), dass man den Betreiber informiert, dass dieser allenfalls einen Aushang machen kann, um einen Test zu empfehlen.

PCR (Polymerase-Kettenreaktion, englisch polymerase chain reaction)
PCR ist eine Methode, um die Erbsubstanz, in diesem Falle von Viren und Parasiten künstlich im Reagenzglas zu vervielfältigen. Dadurch werden allfällige Erreger identifiziert und es kann mit der Therapie begonnen werden. Im Prinzip nimmt man eine spezielle, kleine Bürste, die man 1cm in Harnröhre, bzw. in den Rachen oder anal einführen muss, einmal drehen, dann kommt das in ein Röhrchen und ins Labor.

Penetration
Penetration ist in diesem Kontext das Eindringen eines Körperteiles oder Gegenstandes in den Körper. Dies birgt schon mal an sich ein Ansteckungs-Risiko und gerade was Toys wie Dildos usw. angeht erhöht sich dieses nochmals. Eigenes und genügend Gleitgel, das Nutzen eines Kondoms und allgemeines Beachten von Hygiene hilft hier die Risiken zu vermindern.

Persistenz
Das konstante Bestehen einer Krankheit, diese kann auch passiv sein und sich rezidivieren, als wieder aktivieren.

Replikationszeit
Als Replikationszeit bezeichnet man die Zeit, welches ein Virus braucht um sich zu vervielfältigen.

Rezidiv
Ein Rückfall oder Wiederauftreten zum Beispiel einer Krankheit.

Schmierinfektion
Eine Schmierinfektion ist eine Übertragung von Krankheitserregern durch Berührung. Dabei unterscheidet man die direkte Kontaktinfektion, etwa bei Berührung eines infizierten Menschen, und die indirekte Kontaktinfektion bei der Berührung von mit Krankheitserregern kontaminierten Gegenständen.

Schnelltests
Beispiele?
Diese erreichen selbst unter optimalen Bedingungen max. 80% der Sensivität von Labortests

Sensivität
Dies beschreibt die Genauigkeit eines Tests, und zwar wie viele aller Infizierten auch positiv getestet werden.

Spezifität
Auch dies beschreibt die Zuverlässigkeit der Tests, nämlich wie viele nicht Infizierte tatsächlich negativ getestet werden.

Toys
Vorsicht ist geboten bei Fisting, grossen Plugs usw. wegen  Verletzungsgefahr und der Übertragung von Krankheiten übers Blut.
Die Übertragung über eine Peitsche ist eher unwahrscheinlich, nach der Desinfektion und einer Einwirkungszeit findet der Arzt das Risiko minimal. Dass man ein Paddel mit Stacheln nicht nacheinander an verschiedenen Leuten ausprobiert versteht sich aber hoffentlich von selbst.

Tröpfchenübertragung
Die Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft. Tröpfchenbildung beim Sprechen über den Speichel, Niesen und Husten, durch Vernebelung keimhaltiger Sekrete der Atemwege. Zur Infektion der Kontaktperson(en) kommt es, wenn die Erreger anschließend auf die Schleimhäute meist des oberen Atemtrakts gelangen und sich dort vermehren.

Vorbeugung
Die einzige Möglichkeit sexuell übertragbare Krankheiten vorzubeugen ist generell auf Körperkontakt zu verzichten. Da das aber nicht anstrebenswert ist, wird empfohlen, dass sich beide neuen Partner testen lassen. Bei oft wechselndem Partner ist Verhütung in Form eines Kondoms empfehlenswert, bietet aber auch nicht 100 % Schutz. Viele Krankheiten können auch über den Mund, oder über Blutkontakt verbreitet werden, es reicht zum Teil sogar eine Berührung. Daher werden hier Impfungen (v.a. Hepatitis AB)
empfohlen und der jährlich, oder bei sehr aktivem Sexualleben, gar der halbjährliche Test.

Quellen & Links: guidelines.ch / Wikipedia / M. Kluschke

http://www.dstig.de/literaturleitlinienlinks/sti-leitfaden.html

https://www.drgay.ch/de/starman

Geschrieben von …13… und Pleasetease

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BDSM und Asexualität

Die landläufige Meinung ist ja, dass BDSM etwas sehr sexuelles ist, und somit der absolute Albtraum aller Menschen auf dem asexuellen Spektrum. Dabei ist dem noch lange nicht so: Kein Teil von “BDSM” steht für Sex. Und genauso wie die allermeisten Menschen Sex ohne BDSM haben, kann man natürlich auch BDSM ohne Sex haben.

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass Sex und Intimität zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Intimität ist ein “Zustand tiefer Vertrautheit” [1], welcher die Voraussetzung ist um die Intimsphäre eines anderen Menschen zu betreten, also allernächste körperliche Nähe zu erleben, ohne Unwohlsein hervorzurufen. Gemäss dieser Definition ist Sex immer eine intime Handlung, da sich dies in der Intimspäre abspielt — aber Intimität ist sehr wohl ohne Sex möglich. Viele Menschen auf dem asexuellen Spektrum haben ein Bedürfnis nach körperlicher Intimität, auch wenn sie nicht an sexuellen Handlungen interessiert sind. Als Nebenbemerkung: Es gibt auch asexuelle Menschen, welche Sex als reine körperliche Interaktion mögen, sozusagen erweitertes Kuscheln, aber nicht wegen der sexuellen Anziehung oder Erregung.

Ein intensives BDSM-Spiel setzt genau diese Vertrautheit voraus und bietet intimste körperliche Begegnungen, aber immer mit Respekt für die Grenzen aller involvierter Personen. Und ist somit eine sehr gute Möglichkeit um derartige Bedürfnisse zu befriedigen, ohne sich der gesellschaftlichen Erwartungshaltung auszusetzen, dass körperliche Intimität zu sexuellen Handlungen führen soll/muss/wird.

Quellen:
[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Intimit%C3%A4t

Geschrieben von ralph_himself

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Outing

Wenn man BDSM macht kommt man früher oder später an den Punkt wo man sich fragt, ob und wenn ja, vor wem man sich Outen soll. Diese Frage muss jede*r für sich selber beantworten. Trotzdem seien hier einige Überlegungen dazu zusammengefasst.

Eines ist jedoch vorweg zu nehmen, niemand hat das Recht, jemand anderen zu Outen! Dies ist ein absolutes No Go und ein unverantwortliches Eingreifen in die Privatsphäre. Wenn man also jemanden aus der Szene an einem anderen Ort trifft und der/diejenige Freunde dabei hat ist es nicht ratsam, über BDSM zu reden. Die Entscheidung, ungeoutet zu sein ist in jedem Fall zu respektieren.

Wenn man sich Outen will kann man sich folgende Fragen stellen:
Was bringt es mir mich zu outen? Man ist nicht mehr erpressbar, man kann offen über sein Wochenende / die Beziehung reden, man muss keine Spielsachen mehr verstecken.
Was sind die Nachteile? Berufliche oder private Folgen sind je nach Situation möglich.

Privat ist es meist einfacher, da gibt es Menschen die es interessant finden und andere, die nichts davon wissen wollen. Vielleicht ist sogar jemand dabei, der/die selber BDSM macht oder mal gemacht hat. Schwieriger ist es, wenn man in einer Vanilla-Beziehung lebt und der Partner / die Partnerin nichts davon wissen will. Dann muss man Lösungen finden. Diese können sehr unterschiedlich sein und eine Aufzählung würde den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen.

Beruflich sieht die Situation etwas anders aus. Da kommt es fest darauf an, in welchem Beruf man arbeitet. So ist es bei den meisten handwerklichen, künstlerischen oder Büroberufen kein Problem, sobald es aber in den sozialen Bereich geht wird es schwieriger. Leider können viele Arbeitgeber und Mitarbeitende nicht zwischen Privat und Beruf unterscheiden und haben dann Angst, dass man mit so einer Neigung eher übergriffig wird. Dies kann man entkräften indem man offen darüber redet und Vorurteile auflöst. Unter Umständen kann es aber auch sehr anstrengend sein.

Zum Schluss noch einige Tipps, wie man es gut erklären kann.
Ein Satz, den man öfter hört ist “Aber das ist doch gefährlich”, nun, auch Kampfsport oder Klettern ist gefährlich. In diesen Hobbies wie auch im BDSM gibt es Sicherheitsmassnahmen die man einhält.
Dann kann man gerade wenn es um korrektes Verhalten gegnenüber Kunden / Klienten geht z.B. das Gegenüber (Chef, Mitarbeiter) darauf aufmerksam machen, dass viele Männer auf High Heels und Miniröcke stehen, deshalb aber nicht gleich jede Frau vögeln wollen die so angezogen ist.
Weitere Tipps findet ihr auch auf dieser Seite: http://www.sm-outing.de/_1.html

Nochmals, es ist ganz allein die eigene Entscheidung ob und bei wem man sich wie fest Outen will. Lasst euch zu nichts drängen und macht es so wie es für euch stimmt, denn ihr müsst mit den -guten und schlechten- Folgen leben.

Geschrieben von …13…

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Schatten

Vorweg, das Buch wird als Erotikthriller bezeichnet, ist aber für mich eher ein BDSM-Krimi. Und das ist schon alle Negativkritik die ich anbringen kann.

Zum Inhalt: In Wien werden kurz nacheinander drei Frauen gefunden, die an Kreuzen festgenagelt und mit BDSM-Praktiken zu tode gefoltert werden. Aus diesem Grund wird der ehemalige Polizist und jetztige BDSM-Club Besitzer Marcus Wolf zu den Ermittlungen hinzugezogen. Die Spuren weisen sehr schnell darauf hin, dass der Mörder die Frauen in seinem Club findet, was das Ganze für ihn zur persönlichen angelegenheit macht. Mit Hilfe seiner drei Frauen -welche auch seine Subs und mitverantwortlich für den Club sind- macht er sich an die Recherchen. Schnell merken sie, dass es schlimm aussieht, alle Spuren zeigen zu ihnen und nur sie selber wissen mit Sicherheit, dass sie nichts damit zu tun haben. Die Geschichte ist gewürzt mit jeder Menge erstklassigem BDSM.

Die Beziehung zwischen den Hauptprotagonist*innen ist sehr offen und einfühlsam beschrieben, allgemein sind die Charaktere sehr gut geschildert und auch die Sprache gefällt mir.
Man merkt, dass sich der Autor in der Szene auskennt und nicht nur Phantasiert.

Das Buch ist Liebe, es ist BDSM und es regt auch zum Nachdenken an. Ich habe beim Lesen gelacht, geweint, bin spitz geworden, und es ist spannend, was will man mehr?

Andras
Schatten
Heyne Hardcore Verlag
592 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-453-43242-0

Geschrieben von …13…

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Bei der Pride geht es nicht um BDSM – Wieso wir trotzdem hingehen sollten

Es ist wieder Pride-Saison:
9./10. Juni: Zurich Pride Festival, Pride Parade (Umzug) am 10. Juni, http://zurichpridefestival.ch
15. Juli: CSD Kreuzlingen/Konstanz, http://csd-konstanz.de/
25.-27. August: Pride Ouest Bern, Sternmarsch am 26. August, https://prideouest2017.ch/de/

Entstanden aus den Stonewall-Krawallen 1969 in New York, welche allgemein als die Geburtsstunde der modernen Schwulenbewegung angesehen werden, gibt es heute Prides rund um die ganze Welt. In lauten, kunterbunten Umzügen, den Pride Parades, zeigt die LGBTQIA*-Szene ihre gesamte Vielfalt und weist auf die weiterhin vorhandene Diskriminierung in vielen Lebensbereichen hin.

Das ganze Wochende rund um die Pride Parade findet das Pride Festival statt: Eine grosse Bühne mit Musik, Shows und Spektakel bis spät in die Nacht, Bars, Stände von allenmöglichen Organisationen und Vereinen aus der LGBT*-Szene und vieles weitere. Ausserdem gibt es ein breites Angebot an Workshops, Diskussionsrunden, Sportveranstaltungen und wilde, ausschweifende Parties das ganze Wochenende lang (in Zürich sogar die ganze vorherige Woche!).

Die BDSM-Szene ist bei all diesen Veranstaltungen kaum dabei. Hier sind Gründe, wieso wir dies ändern sollten:
Sowohl die BDSM- wie auch die LGBT*-Szene sind klare Minderheiten und werden dies auch noch lange bleiben. Wir kämpfen zwar für unterschiedliche Dinge, schlussendlich läuft es aber auf ein- und dasselbe hinaus: Das verändern des Status Quos. Von beängstigend grossen Teilen der Gesellschaft ausgegrenzt, als krank und unnatürlich verunglimpft sowie rechtlich gegängelt sind beide; die Gemeinsamkeiten sollten somit offensichtlich sein. Gegen diese komplette Breitseite kommt keine Minderheit an, entsprechend konzentrierten sich die Bemühungen auf Nebenschauplätze und Scheinlösungen wie die Ehe für homosexuelle Paare oder das gesellschaftsfähige Darstellen von Soft-SM (mit kräftiger Unterstützung einer zweifelhaften Buch- und Filmserie).
Die damalige Schwulenbewegung war in ihren Anfängen komplett anders eingestellt, das Ziel damals war nichts weniger als die verkrusteten Strukturen und Rollenmuster in der Gesellschaft aufzubrechen. Falls das tatsächlich gelungen wäre, hättens wir BDSM’ler nun auch einiges einfacher. Eventuell hätten sie es damals geschafft, wenn die Unterstützung aus anderen Kreisen grösser gewesen wäre. Jedenfalls ist es nun hoffentlich offensichtlich, dass es keine der dringend nötigen grossen Veränderungen geben wird, solange wir im aktuellen Gärtchendenken feststecken.

Dass sich die Pride bzw. die gesamte LGBT*-Szene für BDSM öffnet, zeigt unter anderem die dieses Jahr am Zürcher Pride Festival erstmals stattfindenden Mr. Leather, Mr. Puppy und Mr. Rubber Wahlen. Nächstes Jahr soll es diese drei Kategorien auch für Frauen geben.

Oberflächlich gesehen mögen wir verschiedene Ziele verfolgen, doch eigentlich wollen wir alle das gleiche: Eine Welt, die uns so akzeptiert wie wir sind. Und dafür lohnt es sich wahrlich zu demonstrieren (und feiern sowieso) – gemeinsam! Also kommt zahlreich an die Prides, seid bunt, seid laut, und vor allem seid euch selbst.

Geschrieben von ralph_himself

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Belästigung

Leider ist es immer wieder ein Thema. Vor allem weibliche Neueinsteiger, welche noch nicht genau wissen was sie wollen und von den vielen Möglichkeiten in der grossen Welt des BDSM etwas überfordert sind werden immer wieder Opfer von Belästigung. Natürlich können auch alteingesessene BDSMler*innen und Männer Opfer werden.

Definition:
Als Belästigung bezeichnet man im weitesten Sinne das nachhaltige Einwirken eines oder mehrerer Subjekte (z. B. einer Person) oder Objekte (einer Sache) auf ein oder mehrere Subjekte (z. B. der Zielperson), wobei es grundsätzlich entscheidend ist, dass es vom Opfer als beeinträchtigend oder schädigend wahrgenommen wird.

Ausgangslagen:

  • Person A schreibt/ spricht Person B an
  • Man tauscht sich schriftlich aus.
  • Man lernt sich kennen, trinkt z.B. einen Kaffee zusammen.
  • Man spielt ein oder zwei Mal miteinander um zu schauen ob es passt.
  • Man hat eine Affäre.
  • Man hat eine (Spiel- / Liebes-) Beziehung.

Entwicklung:
Eine Person will den ganzen Kontakt oder Teile davon wie z.B. das zusammen Spielen/ die Beziehung beenden.

Für die andere Person gibt es zwei Grundvarianten zu reagieren. Man kann es so akzeptieren und sich danach verhalten. In diesem Fall ist alles gut und es gäbe keinen Grund für diesen Beitrag.
Leider haben es aber wohl die meisten schon erlebt, dass diese Entscheidung nicht akzeptiert wird. Dann kann es von unangenehm bis zu ziemlich hässlich werden. Oft erkennt man dann das Gegenüber fast nicht mehr und fragt sich, wie man sich so in der Person täuschen konnte.
Zwar sehr mühsam aber noch harmlos ist es, wenn man ständig mit Nachrichten und Anrufen bombardiert wird. Im schlimmsten Fall kann es zu Stalking und/oder Rufmord kommen, vertrauliche Informationen und Bilder können verbreitet werden, Freunde, Bekannte, Familien oder sogar das Berufsumfeld können involviert werden. Eine Mailadresse ist schnell eingerichtet, ein Fakeprofil ebenfalls. Beides kann sowohl für eine erneute Kontaktaufnahme wie auch für Diffamierung benützt werden. Dagegen kann man fast nichts machen.

Einige Tipps sind aber hier zusammengestellt.

  • Mit jemandem darüber reden!
  • Eventuell eine Vermittlungsperson einschalten.
  • Auf sozialen Plattformen kann man Profile blockieren und dem Betreiber melden.
  • Auf die Privatsphäreneinstellungen achten und beim Hochladen von Bildern im Hinterkopf behalten, dass immer ein Screenshot gemacht und dieser nachher frei weiterverbreitet werden kann.
  • Rufnummer der Person für eingehende Anrufe / Mitteilungen sperren lassen wenn es schlimm ist.

Wenn es ganz schlimm ist und man sich bedroht fühlt die Polizei einschalten.

Es ist klar, obige Tipps sind eher für Härtefälle gedacht. Aber was tun, wenn jemand einfach ein Nein nicht akzeptiert und immer wieder fragt? Das wichtigste sind wohl klare Ansagen, es muss verständlich sein, ob gar kein Kontakt oder nur noch platonischer, kollegialer Kontakt bestehen soll. Wenn diese Botschaft nicht ankommt hilft vielleicht hilft ein Gespräch zu dritt. Man muss der Person klar machen, wie belastend die Situation ist.

Soviel zur allgemeinen Thematik. Konkret im BDSM können wir noch auf ein ziemlich gutes Netzwerk zurückgreifen. Wenn jemand immer wieder jemanden belästigt hat ist dies meist bekannt. Vor allem Neueinsteiger*innen sollten davon Gebrauch machen und sich möglichst schnell vernetzen (Stammtische etc.) Dies auch, weil der Grat zwischen DS und damit verbundener Kontrolle und einer destruktiven Kontrolle sehr schmal und schwer erkennbar sein kann. Ein Gespräch mit jemandem der die Dynamiken kennt kann sehr hilfreich sein.

Unsere Szene ist klein, dies hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Ein Vorteil ist sicher die schon genannte soziale Kontrolle. Ein Nachteil ist, dass man sich mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit wieder über den Weg läuft. Deshalb ein Gedankenanstoss zum Schluss: Wenn ihr einen Bewerber ablehnt oder euch aus einer Beziehung trennt werdet ihr euch wieder sehen also versucht das ganze so human und anständig wie möglich ablaufen zu lassen.
Als Opfer der Trennung oder abgewiesene Bewerber und allfällige Täter der Belästigung solltet ihr euch gut überlegen, wann eine Belästigung beginnt (sobald sich die andere Person belästigt fühlt!) und was für Auswirkungen das hat. Es kann sehr schnell passieren, dass ihr in der Szene zur Persona non Grata werdet wenn mehrere Personen sich von euch belästigt gefühlt haben.

Geschrieben von …13…

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Bewusstseinsverändernde Substanzen

Es ist immer wieder ein Thema im Zusammenhang mit BDSM. Darf man unter Alkohol- oder THC Einfluss oder gar unter der Wirkung von anderen Drogen (auch starken Medikamenten) spielen? Wie sicher ist es? Was sind die Risiken?
Um diese Fragen im Detail zu beantworten bräuchte es sicher einen Arzt mit guten Fachkenntnissen der einzelnen Substanzen. Dennoch ist die Szene mehrheitlich der Meinung, dass es nicht gemacht werden sollte. An vielen Events ist Alkohol nur in geringen Massen erwünscht und andere Drogen grundsätzlich verpönt.
Dies hat auch seine Gründe. Während eines Spiels ist es sehr wichtig, dass man seinen Körper gut spürt, dass man klare Rückmeldungen geben kann, den Anderen klar wahrnimmt und die Grenzen erkennt.
Unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen ist dies nicht mehr vollumfänglich möglich. Hemmschwellen senken sich, die Reaktionszeit ist länger, das Schmerzempfinden anders, die Wahrnehmung ist verändert und man hat teilweise das Gefühl, viel mehr zu vertragen als man in nüchternen Zustand vertragen würde, sowohl psychisch als auch physisch.

Man kann es mit Auto fahren vergleichen. Da muss man präsent und konzentriert sein und auf plötzlich auftauchende Faktoren wie z.B. ein Tier das über die Fahrbahn rennt schnell und richtig reagieren können. Deshalb gibt es eine Promillegrenze nach deren Überschreiten man nicht mehr Autofahren darf. Andere Drogen sind komplett verboten und auch auf Medikamentenpackungen wird auf mögliche Gefahren hingewiesen. Auch beim Spielen muss man präsent sein, der passive Part muss formulieren können was geht und was nicht. Wie weit etwas möglich ist, was der Körper und die Psyche ertragen können. Der aktive Part muss sich auf den Passiven konzentrieren und auch feine Reaktionen wahrnehmen, muss merken was er mit seinem Tun auslöst. Beide müssen fähig sein den Anderen bei einem allfälligen Absturz aufzufangen.

Aus all diesen und noch mehr Gründen ist es wichtig sich Gedanken zu machen ob -und falls ja, wie viel- man wovon konsumieren möchte um noch verantwortungsvoll Spielen zu können. Dies sollte auch unbedingt immer mit den Spielpartner*innen abgesprochen sein.
Ein Bier oder ein Glas Sekt mögen bei der einen Person kein Problem darstellen, bei jemandem der selten Alkohol trinkt hingegen schon.
Auch Medikamente sind ein wichtiger Faktor. Ein Aspirin stellt eher kein Problem dar, ein starkes Schmerzmittel hat erheblichen Einfluss wenn man ausgepeitscht wird. Beruhigungs- oder Aufputschmittel sind sowieso fragwürdig.
Man sollte sich also sehr gut informieren was für Wirkungen und Nebenwirkungen diverse Substanzen haben (im Zweifelsfall bei einer Fachperson) und gut abwägen ob man es macht oder nicht.

Im Rahmen von SSC empfehlen wir, sich an die Gesetze und Richtlinien für das Autofahren zu halten.
Und wie überall im Leben und im BDSM speziell ist auch hier die Kommunikation äusserst wichtig, den Konsum vor Spielpartner*innen zu verheimlichen ist auf jeden Fall ein Vertrauensmissbrauch.

Und noch zum Schluss, der Körper schüttet bei einem guten Spiel massenhaft Hormone wie Adrenalin und Endorphine aus. Auch diese haben eine berauschende Wirkung und es wäre doch sehr schade, wenn man diesen körpereigenen Rausch nicht geniessen kann weil eine andere Droge die Wirkung überlagert 🙂

Geschrieben von …13…

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Spiel, bis du stirbst

Ein Krimi, bei welchem die Protagonistin sowohl Detektivin als auch Domina ist. Als die Partnerin ihres besten Freundes ihn unerwartet verlässt und kurz später tot aufgefunden wird beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Da die Tote Wunden hat, welche auf BDSM-Praktiken schliessen lassen hat sie dank ihrer Szenenangehörigkeit einen grossen Vorteil zur Polizei, welche dann auch mit ihr zusammenarbeiten will. Zugleich lernt sie eine junge Frau kennen, welche sich in sie verliebt. Bisher immer heterosexuell, weiss sie zuerst nicht, wie sie damit umgehen soll, zumal ihr die Frau auch sehr sympatisch ist.

Die Verschiedenen Handlungsstränge des Buches verbinden und ergänzen sich sehr gut ohne verwirrend zu sein. Es ist sehr flüssig geschrieben und liest sich angenehm. Die Personen sind gut porträtiert ohne sich in überflüssigen Details zu verlieren.

Besonders gelungen ist die Unterscheidung zwischen unserem einvernehmlichen BDSM und dem nicht einvernehmlichen, welches die Mörder praktizieren. Der Autor scheint viel recherchiert zu haben und geht sowohl das BDSM-Thema wie auch die Bisexualität sehr einfühlsam und fern von Klisches an. Es geling ihm, diese Themen so zu beschreiben, dass sie auch für nicht BDSMler/innen nachvollziehbar sein dürften.

Sönke Brandschwert
Spiel, bis du stirbst
Sigrid Böhme Verlag
319 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-9427250-0-2

Geschrieben von …13…

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Fetischpartys vs. SM-Partys

Bild & Seile: Ropunawa

… und wie man sich an diesen benimmt

Bei Fetischpartys geht es in erster Linie ums sehen und gesehen werden. Der Dresscode ist meist sehr strikt und muss eingehalten werden, sonst riskiert man, nicht reingelassen zu werden.
Dies sind grössere Partys mit vielen Teilnehmern. Es gibt Musik, wird getanzt und es gibt einen abgetrennten Bereich, in welchem man Sex haben kann. Softe Spiele sind eigentlich kein Problem, wenn man “richtig” zu Spielen beginnt ist es teilweise besser, wenn man die Umstehenden oder den Veranstalter/das Sicherheitspersonal zuerst informiert um Missverständnissen vorzubeugen. Dennoch muss man damit rechnen, dass die anderen Paryteilnehmer nicht den nötigen Abstand halten.
Die Eintrittspreise sind eher höher und die Getränke müssen zusätzlich gekauft werden. Es wird Alkohol konsumiert und auch andere Drogen sind nicht unüblich.
Man könnte also kurz zusammengefasst sagen, es ist eine etwas extravagantere und freizügigere Party als anderswo.

Im Gegensatz dazu geht es an einer SM-Party in erster Linie ums Spielen, der Dresscode sollte auch eingehalten werden, ist jedoch meist etwas offener, hier tut es auch “normale” elegante Kleider (Anzug, etc.).
Hierbei wird die Teilnehmerzahl oft Beschränkt so dass alle genug Platz zum Spielen haben. Musik ist zwar oft in gedämpfter Lautstärke vorhanden aber getanzt wird selten, übermässiger Alkoholkonsum ist nicht so gern gesehen. Auch andere Rauschmittel sind verpönt.
Die Preise varieren je nach Veranstalter, oft sind alkoholfreie Getränke und Snacks inbegriffen. Oft gibt es einen Loungebereich zum gemütlichen Beisammensein sowie Spielbereiche.
Wenn jemand am Spielen ist kann man mit genügend Abstand zuschauen. Aber nicht dreinreden und auch nicht in Hörweite das Spiel kommentieren oder über andere Dinge sprechen. Wenn einem das Spiel zu heftig wird, geht man in einen anderen Raum. In ein Spiel eingreifen ist grundsätzlich ein No-Go, einzige Ausnahme ist, wenn ein Bottom ein anerkanntes Saveword (z.B. Mayday) sagt und der Top nicht reagiert. Im Zweifelsfall lieber den Veranstalter dazuholen und ihn entscheiden lassen. Wenn ihr fragen zum Spiel habt könnt ihr diese anbringen, wenn das Spiel inklusive Aftercare vorbei sind.
Private Spielsachen von anderen werden in Ruhe gelassen, allgemein zur Verfügung stehende Dinge nach Benützung gereinigt und versorgt. Auch die Möbel sollten nach der Benützung desinfiziert werden. Desinfektionsmitte steht meist bereit.
Bottoms, welche alleine sind, sind kein Freiwild, fragen kann man aber ein Nein ist immer und bedingungslos zu akzeptieren. Wie überall im Leben kommt man auch hier mit Anstand und Freundlichkeit besser an als mit einem “Hallo Sklavin, knie dich vor mich hin”

Natürlich gibt es auch Mischformen dieser beiden Partys.

Geschrieben von …13…
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