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BDSM und psychologische Diagnostik

Disclaimer

Ich habe weder einen psychologisch-medizinischen noch einen rechtlichen Hintergrund, sondern bezeichne mich als enthusiastischen Laien. Alle Information in diesem Blog stammt aus meiner eigenen Recherche, wobei ich mich dabei oft auf Zusammenfassungen von anderen Organisationen verlassen habe [3, 7, 8]. Dieser Blog kann aktualisiert werden, falls sich inhaltliche Fehler eingeschlichen haben sollten.

DSM und ICD

Es gibt zwei Standardwerke für die Klassifizierung von psychologischen Störungen: Das “Diagnostische und Statistische Manual Psychologischer Störungen” (kurz DSM, verfasst von der American Psychiatric Association APA [1]), sowie die breiter gefasste “Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme” (kurz ICD, verfasst von der Weltgesundheitsorganisation WHO [2]), welche sich über alle medizinischen Themen erstreckt. Die aktuelle Version DSM-5 wurde im Jahr 2013 veröffentlicht. Die ICD-10 stammt aus dem Jahr 1992, wurde aber mehrmals aktualisiert, zuletzt 2016. Die neue Version ICD-11 soll 2019 veröffentlicht werden. Die ICD ist wegen der gewollten interkulturellen Perspektive oft weniger präzise formuliert, während sich die DSM vor allem auf die Situation in den USA bezieht.

Sinn und Zweck von DSM und ICD sind die klare, strukturierte Definition und Diagnose von (psychologischen) Störungen, was die Kommunikation unter medizinischem Personal erleichtert, Behandlungen zuverlässiger macht und die Forschung erleichtert. Beide Werke sind in Kapitel und Codes aufgeteilt, wobei die Codes entweder identisch sind, oder mit Tabellen einander zugeordnet werden können. So findet sich zum Beispiel in beiden Werken der Code F65.5 “Sadomasochismus”, aber in unterschiedlichen Kapiteln: In der DSM-5 unter “Paraphile Störungen”, in der ICD-10 unter “Mental and behavioural disorders -> Disorders of adult personality and behaviour -> Disorders of sexual preference”.

Da es zur DSM in Bezug auf BDSM und sexuelle Orientierung bessere Sekundärliteratur gibt, beziehen sich die fortan aufgeführten Beispiele fast ausschliesslich auf die DSM. Die Kapitel der ICD zu diesen Themen haben aber im selben Zeitraum eine sehr ähnliche Entwicklung erlebt.

Paraphilie

Unter den Fachbegriff Paraphilie fallen sämtliche Aktivitäten, welche zu sexueller Erregung führen, aber nicht die Genitalien umfassen. Dazu gehören einerseits fast sämtliche BDSM-Aktivitäten, andererseits aber auch kriminelles Verhalten ohne Einverständnis. Die DSM V definiert Paraphilie wie folgt [4]:

“Der Begriff der Paraphilie bezeichnet jedes intensive und anhaltende sexuelle Interesse, das kein sexuelles Interesse an genitaler Stimulation oder am Vorspiel für sexuelle Handlungen mit phänotypisch normalen, körperlich erwachsenen, einwilligenden menschlichen Partner ist.”

Folgende paraphilen Störungen werden explizit unterschieden:

  • Voyeurismus (andere Menschen bei sexuellen Aktivitäten beobachten)
  • Exhibitionismus (eigene Genitalien vor anderen Menschen entblössen)
  • Frotteurismus (sich an anderen, nicht einwilligenden Menschen reiben)
  • Masochismus (selber gedemütigt, geschlagen oder gefesselt werden)
  • Sadismus (andere Personen demütigen, schlagen oder fesseln)
  • Pädophilie (sexuelles Interesse an Minderjährigen)
  • Fetishismus (sexuelle Erregung durch unbelebte Objekte oder nicht-sexuelle Körperteile)
  • Travestie (sexuelle Erregung durch Crossdressing)

Diese Paraphilien werden explizit Definiert aufgrund ihrer relativen Häufigkeit verglichen mit anderen Paraphilien, und weiter wegen ihrer teilweisen strafrechtlichen Relevanz durch Schädigung unbeteiligter bzw. nicht einwilligenden Menschen.

Unter “Andere Näher Bezeichnete Paraphile Störung” fällt alles, was die Grunddefinition von Paraphilie erfüllt, aber nicht in eine der acht explizit definierten Paraphilien fällt. Zu dieser Diagnose wird ein medizinisch etablierter, aber nicht als Paraphilie definierter Begriff an die Diagnose angehängt, zum Beispiel Zoophilie.
Die Diagnose “Nicht Näher Bezeichnete Paraphile Störung” wird angewendet, wenn eine genauere Angabe nicht möglich oder nicht gewollt ist.

Der Aufbau der Kapitel ist wie folgt: Zuerst wird der Fachbegriff genannt (zum Beispiel “Sexuelle Masochistische Störung”, F65.51), gefolgt von den “Diagnostischen Kriterien”. Diese sind aufgeteilt in zwei Teile:

  • Kriterium A, also der erste Teil, umfasst die “qualitative Eigenschaft der Paraphilie” (also erforderliches Verhalten und/oder Symptome), welche für die Diagnose der Paraphilie erfüllt sein müssen.
  • Der zweite Teil, Kriterium B, beschreibt die “negativen Auswirkungen der Paraphilie (z. B. Leiden, Beeinträchtigungen oder Schädigung von anderen).”

Von essenzieller Wichtigkeit ist die Unterscheidung zwischen Paraphilie und Paraphiler Störung. Wenn nur Kriterium A erfüllt ist, handelt es sich um eine Paraphilie, also eine Diagnose ohne Folgewirkung. Wenn beide Kriterien erfüllt sind, handelt es sich um eine paraphile Störung, also eine Krankheit welche ggf. behandelt werden sollte.

Die dunkle Vergangenheit

Diagnostische Klassifizierungen werden jeweils auf dem (Un-)Wissen der jeweiligen Zeit gebildet; wobei Politik und Gesellschaft immer einen starken Einfluss darauf hatten, über was überhaupt geforscht und welche Resultate publiziert werden dürfen. Zwei Beispiele dafür sind Galileo Galilei, welcher fast hingerichtet wurde für seine ketzerische Behauptung, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, oder die höchst polemisch-misogyne Diagnose der “Hysterie”. In einer Zeit, in der Sex nur in {natürlich heterosexueller!) Ehe zwecks Fortpflanzung und allerhöchstens in der Missionarstellung stattfinden durfte, sollte es nicht überraschen dass jegliche andere Form von Sexualität als Krankheit eingestuft wurde.

In den ersten beiden Ausgaben der DSM war die Klassifizierung von BDSM vage und nicht sehr spezifisch als “sexuelle Devianz” bezeichnet.

Mit der DSM-III-R von 1987 wurde der Begriff Paraphilie (griechisch “pará” = abseits, neben; “philía” = Freundschaft, Liebe) eingeführt und die oben erwähnten zweiteiligen diagnostischen Kriterien eingeführt. So war zum Beispiel die “Sexuelle Masochistische Störung” neu wie folgt Definiert (Kriterium A):

“Über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten wiederkehrende intensive sexuelle Erregung aufgrund von Handlungen, die Gedemütigt-, Geschlagen- oder Gefesseltwerden umfassen oder auf andere Weise Leiden hervorrufen.”

Diese Definition macht soweit Sinn und ist auch in der aktuellen DSM V nahezu unverändert. Allerdings lautete Kriterium B, also die Voraussetzungen ob eine psychische Krankheit vorliegt und ggf. behandelt werden muss:

“Die Person hat diese Bedürfnisse ausgelebt oder ist durch sie merklich beeinträchtigt”

Folglich wurde jede Form von Masochismus, auch wenn nur als Phantasie oder mit einwilligenden, urteilsfähigen Erwachsenen, zwangsweise pathalogisiert. Im Einleitungstext wird ausserdem erwähnt, dass die Ausübung der Paraphilien einvernehmlich sein kann, aber normalerweise nicht ist, und somit grundsätzlich von einer pathologischen Störung ausgeht falls nicht explizit das Gegenteil bewiesen wurde.

Dies hatte auf alle Menschen mit dieser Paraphilie massive Auswirkungen von gesellschaftlicher Stigmatisierung, Brandmarkung als krank und pervers, bis hin zu rechtlichen Nachteilen, zum Beispiel im Falle von Entzug der Obhut der eigenen Kinder.

In der DSM-IV wurde Kriterium B geändert zu:

“Die Fantasien, sexuellen Bedürfnisse oder Verhaltensweisen verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, geschäftlichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.”

Auf den ersten Blick scheint nun nicht mehr automatische jede masochistische Paraphilie eine paraphile Störung zu sein – wäre da bloss nicht die Definition von “Leiden oder Beeinträchtigungen in klinisch bedeutsamer Weise”. Diese beinhaltete damals unter anderem “führt zu rechtlichen Komplikationen” und “beeinträchtigen soziale Beziehungen”. Ersteres ist klar kein medizinisches Kriterium, sondern ein Rechtliches; letzteres akzeptiert das verursachte Leid durch das gesellschaftliche Stigma als massgebend. Beides führt dazu, dass der Unterschied zwischen Paraphilie und paraphiler Störung nicht nur von subjektbezogenen medizinischen, sondern auch von gesellschaftspolitischen Kriterien abhängt.

Die aktuellen Ausgaben: DSM-5 und ICD-10

Die Kriterien für “Leiden oder Beeinträchtigungen in klinisch bedeutsamer Weise” wurden angepasst und die beiden beanstandeten Punkte ersatzlos gestrichen. Der Unterschied zwischen einer Paraphilie und einer paraphilen Störung basiert nunmehr ausschliesslich auf medizinischen Kriterien.

Weiter wird in der Einleitung zum Kapitel “Paraphile Störungen” [4] der Unterschied zwischen Paraphilie und paraphiler Störung herausgestrichen:

“Eine paraphile Störung ist eine Paraphilie, die gegenwärtig zu Leiden oder Beeinträchtigungen des Betroffenen führt, oder eine Paraphilie, deren Befriedigung mit persönlichem Schaden oder dem Risiko der Schädigung anderer verbunden ist. […] Eine Paraphilie für sich genommen rechtfertigt oder erfodert nicht notwendigerweise eine therapeutische Intervantion.”

Weiter wird betont, dass eine paraphile Störung nur dann vorliegt, wenn sowohl Kriterium A als auch Kriterium B erfüllt sind. Ausserdem wird die Selbsteinschätzung der betroffenen Person normalerweise als Beurteilungskriterium herangezogen [10].

Für weitere Paraphilien wird ähnliches angegeben, sofern sie einvernehmlich ausgeübt werden und andere Lebensbereiche der betroffenen Personen nicht beeinträchtigen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die aktuelle DSM-V ein eigentlicher Befreiungsschlag für BDSM darstellt und als einer der Grundpfeiler zur steigenden Akzeptanz in der Gesellschaft angesehen werden kann.

Mit der DSM-5 gab es ausserdem Verbesserungen für Transmenschen: Der Begriff “gender identity disorder” (Geschlechtsidentitätsstörung) wurde gestrichen, stattdessen gibt es “gender dysphoria” für Personen, die unter einem nicht mit ihrer Geschlechtsidentität entsprechenden Körper leiden. Auch hier wurde anerkannt, dass eine Diskrepanz zwischen bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht und der Geschlechtsidentität nicht zwangsweise eine pathologische Störung darstellt. Die Maxime ist fortan nicht mehr das Beheben einer Störung, sondern wie diese Diskrepanz vermindert werden kann [11]. Für die ICD-11 ist eine mindestens so fortschrittliche Betrachtung zu Transmenschen angekündigt.

Generelle Kritik an DSM und ICD

Es gibt Stimmen, die dafür plädieren dass sämtliche Paraphilien ersatzlos gestrichen werden. Dies wäre für den Ruf von BDSM’ler_innen sicherlich förderlich, aber tatsächlich unter ihren Paraphilien leidende Menschen wäre mangels medizinischer Grundlage schwieriger zu helfen. Da letzteres eines der Kernanliegen von DSM und ICD sind, ist eine solche Forderung aussichtslos.

Wie kam es zu diesen Veränderungen, und was sind die Auswirkungen?

Die spektakulärste Untersuchung zur menschlichen Sexualität jener Zeit war der erste Kinsey-Report von 1948: Darin wurde unter anderem Aufgezeigt, dass Devianz und Paraphilie bei 22% der (amerikanischen) Bevölkerung vorkommen, und wie weit verbreitet Bi- und Homosexualität tatsächlich ist. Diese Studie war dermassen kontrovers, dass Dr. Kinsey eine Zeit lang die zweitbekannteste Person der USA gewesen sein soll, geschlagen nur vom Präsidenten. Die Sexuelle Revolution der 60er-Jahre taten ihr übriges, dass sich die Forschung fortan objektiver mit dem Thema Sexualität befasste.

Dass Homosexualität in der DSM-III nicht mehr als Krankheit aufgelistet wurde, verdanken wir massivem Lobbying unter anderem von der “Gay Liberation Front”, welche an Tagungen der APA lautstark protestierten und auf Beachtung der neuen Forschungsresultate pochten.

Ein ähnlich grosser Einsatz war nötig, damit diverse Unterkategorien von BDSM nicht mehr pauschal als paraphile Störung abgestempelt werden. Ein spezieller Dank geht an Guy Baldwin [5] und Race Bannon [6], welche 1987 als Reaktion auf die DSM-III-R das erste “DSM-Project” starteten. Baldwin, selber schwuler Leatherman und Psychotherapeut, sah dass die Pathalogisierung von BDSM starke Auswirkungen auf die Gesetzgebung und Rechtssprechung hatte und somit zu massiver Diskriminierung führte.

Mit den Kontakten, welche die beiden bei ihrem Engagement knüpften, gründeten sie später die “Kink Aware Professionals”, ein Zusammenschluss von kink-friendly Fachpersonal unter anderem aus dem medizinischen Bereich.

An dieser Stelle etwas Werbung in eigener Sache: Die IG BDSM ist eine eigene Kink Aware Professionals Liste für die Schweiz am erstellen, welche sich hier findet.

Später wurde das DSM-Projekt von der “National Coalition of Sexual Freedom” (NCSF, gegründet 1997) unter der Leitung von Susan Wright [9] weitergeführt. Mit einer breit angelegten Kampagne wurden die oben genannten Verbesserungen in der DSM-V erreicht. Diese Kampagne beinhaltete unter anderem den direkten Kontakt mit verantwortlichen Personen aus der Arbeitsgruppe zum Kapitel Pharaphilie und das Aufzeigen der breiten Unterstützung der Forderungen unter Fachexperten. Darunter befanden sich auch Forscher_innen, die mit Publikationen in renommierten Wissenschaftsmagazinen den Diskurs signifikant beeinflussten.

Gemäss der NCSF werden als direkte Folge der Änderungen in der DSM-V massiv weniger Kinder der Obhut von BDSM-affinen Eltern entzogen, und die Anzahl der gemeldeten Diskriminierungsfälle fiel auf einen Bruchteil des Wertes vor der Veröffentlichung der DSM-V.

Schlussfolgerungen

An dieser Entwicklung lässt sich aufzeigen, wie wichtig wissenschaftliches und politisches Engagement der BDSM-Community im Allgemeinen und deren Exponenten im Speziellen sind. Unsere Szene hier hat viel von den Errungenschaften aus den USA profitiert, doch fehlt dadurch leider eine schlagkräftige Organisation zum Durchsetzen vor richtigen Veränderungen.

Es zeigt aber auch, dass gesellschaftlicher Wandel extrem träge ist und die Vorkämpfer für Veränderungen zum Besseren oft selber nicht mehr von ihren Errungenschaften profitieren können.

Quellen


[1]: https://www.psychiatry.org/psychiatrists/practice/dsm
[2]: http://www.who.int/health-topics/intern … f-diseases
[3]: https://ncsfreedom.org/key-programs/dsm … ogram-page
[4]: DSM V, Deutsche Ausgabe, Kapitel “Paraphile Störungen”, S. 941f
[5]: https://leatherhalloffame.com/inductees … uy-baldwin
[6]: http://bannon.com/bio/
[7]: https://www.theatlantic.com/health/arch … sm/384138/
[8]: http://www.fearlesspress.com/2013/07/26 … t-on-bdsm/
[9]: http://positivesexuality.org/sexposcon- … ight-ncsf/
[10]: DSM V, Englische Ausgabe, Kapitel “Paraphile Störungen”, S. 703
[11]: https://www.scientificamerican.com/arti … diagnosis/

Geschrieben von ralph_himself

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Nichtgeschlechtsverkehr, Teil 2

Ein Plädoyer für mehr Hirn und Hände beim Geschlechtsverkehr

Diesen Artikel sehe ich als Fortsetzung meines Artikels “Nichtgeschlechtsverkehr“, wo ich über zahllose Möglichkeiten zum Austausch körperlicher Zärtlichkeiten ohne Geschlechtsverkehr geschrieben habe. Hier möchte ich mich dafür aussprechen, dass dies auch während dem Sex angewandt wird.

Sex beginnt im Kopf

Sexuelle Erregung und Anziehung ist vor allem eine Kopfsache. Von den betörten Sinnen über den Hormonrausch bis zum vorfreudigen Kopfkino und der erwartungsvollen Sehnsucht passiert so viel in deinem Kopf, und auch im Kopf von deinem Gegenüber. Es lohnt sich also zuerst darauf zu fokussieren, denn ist der Kopf nicht bereit, dann ist es der Körper auch nicht.

Sex ist Kommunikation

Viele Menschen können alleine durch Worte stark erregt werden. Erzähl deinem_r Partner_in was du mit ihr_ihm für tolle Dinge anstellen wirst, wie sehr dir gefällt was er_sie gerade mit dir macht und was du dir gerade sehnlichst wünschst.
Es braucht Übung, sich passend ausdrücken zu können und die Worte der Situation entsprechend zu wählen. “Schundliteratur” kann dafür als Inspirationsquelle dienen, aber bitte nimm diese Bücher nicht zu ernst. Ausserdem ist noch kein_e Meister_in vom Himmel gefallen, auch gute Kommunikation will gelernt sein. Es braucht auch Selbstvertrauen und Vertrauen in deine_n Partner_in, da du dich mit dieser Art der Kommunikation sehr verletzlich machst: Alles was du sagst könnte gegen dich verwendet werden.
Zu viel Kommunikation kann ablenken und stören. Finde mit deiner_m Partner_in heraus, wie es für euch am besten passt.

Sex macht Geräusche

Klatschende Geräusche von aufschlagenden Handflächen. Schmatzende Geräusche von gerade entstehenden Knutschflecken. Knarzende Lattenroste. Gutturale Lustschreie, wohliges Schnurren und ganz viel “Ja, Ja, Jaaaa!”. Und das ist gut so, denn wenn der Hörsinn brachliegt fühlt es sich an als würde etwas fehlen.

Sex umfasst alle Körperteile

Newsflash: Sex ist viel mehr als die heteronormative Erwartungshaltung vom phalluszentrisch-penetrativen Akt. Sex kann alle Kombinationen aus Händen, Fingern, Mund, Lippen, Zunge, Beinen, Füssen, und sämtlichen primären Geschlechtsteilen umfassen

Genau wie beim Nichtgeschlechtsverkehr lohnt es sich auch während dem Sex, den Körper mit den Händen und Fingern, Mund, Lippen, Zunge, Knien, Zehen und allen anderen (un-)möglichen Körperteilen zu erforschen und stimulieren. Je intensiver der körperliche Kontakt, desto mehr Geborgenheit verspürt mensch.

Die Finger sind wohl das tollste Spielzeug überhaupt: Sie sind flink, flexibel, stark und haben einen super Tastsinn. Es gibt keinen besseren Körperteil zum ganz gezielt erkunden und fein nuanciert stimulieren. Und vor allem haben sie fast unendliche Ausdauer, so dass der Sex nicht enden muss wenn du sonst nicht mehr magst oder überreizt bist.

Es gibt umzählige Stellungen, in denen ihr miteinander Knutschen und euch dazu gegenseitig mit den Händen bzw. Fingern verwöhnen könnt. Oder mit dem Mund, und währenddessen mit den Händen den Rest vom Körper streicheln. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass wir hier gar nicht erst mit einer Aufzählung anfangen. Also packt doch bei Gelegenheit mal wieder die Experimentierfreude aus — immer im Wissen, dass es einige Versuche braucht, bis etwas Brauchbares rausschaut. Dafür ist das dann vielleicht für lange Zeit eure neue Lieblingsstellung.

Geschrieben von ralph_himself

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Der Vorstand stellt sich vor – Mark

Mein Name ist Mark, wobei mich wohl die meisten unter dem Spitznamen “Kater” kennen.

Gebürtig bin ich aus Deutschland, was man mir wohl anhört und durch meine oft sehr direkte Art jederzeit bestätigt bekommt. Zwischenzeitlich habe ich in Wien gelebt und bin nun seit über 7 Jahren in der Schweiz. Während ich dies schreibe, bin ich 33 Jahre jung.

Meine ersten Kontakte mit der Szene hatte ich schon in meiner frühen Jugend. Ich bin mit dem Thema offen und natürlich aufgewachsen. Primär, weil mein Freundeskreis mit dem Thema Sexualität offen umgegangen ist, was soll man auch von nem Haufen Gruftis Besseres erwarten, und durch die Kontakte meiner Mutter zur LGBT-Szene .

Durch diese Normalisierung des Themas konnte ich mich früh entfalten und besuchte mehrere Stammtische und Partys, meist in Verbindung mit meinen engsten Freunden, vereinzelt sogar mit meinem Vater.

Mit der Zeit übernahm ich mehrere Aufgaben, wie z.B. das Mitorganisieren bzw. Leiten von Veranstaltung, Workshops und eines Stammtisches.

Mit dem Umzug nach Wien beschränkte sich mein Kontakt zur Szene großteilig auf vereinzelte private Playpartys. Mein Wunsch, mich wieder nach aktiv zu integrieren und bestmöglich meinen Teil beizutragen, besteht erst wieder seit einem Jahr.  Ausschlaggebend war, dass ich hier wieder ein Umfeld von Menschen gefunden habe, in dem ich mich wohlfühle und mit denen ich etwas bewegen kann.

Im Hinblick auf die Szene ist mir Wissens- und Erfahrungsaustausch, besonders mit Einsteigern am wichtigsten. Ich wünsche jedem, der eine Leidenschaft in sich entdeckt, auf die gleiche Akzeptanz und Unterstützung zu treffen, mit der ich aufgewachsen bin, und versuche dementsprechend jedem den Einstieg so einfach wie möglich zu machen.

Daher übernehme ich oft die Aufgabe des Dungeon Monitors auf Playpartys, suche direkt den Kontakt zu Einsteigern auf Stammtischen und engagiere mich innerhalb der IG in den Bereichen Workshops und Newbiebetreuung.

Zusätzlich darf ich mich über das Vertrauen meiner beiden BDSM-Patenschaften freuen, denen ich als Mentor zur Seite stehe.

Bezüglich meiner Orientierung bin ich ein bunter Hund. Offen, wie ich aufgewachsen bin, ist es wohl nicht ungewöhnlich, dass ich Switch und pansexuell bin. Ich empfinde keinen Lustschmerz, mag aber den Hormonrausch, schließlich gehört Leid zur Leidenschaft.
Böse Zungen unterstellen mir zwar, dass ich dominant sein soll, jedoch kann ich das persönlich nur verneinen. Ich entfalte mich auf aktiver Seite fast ausschließlich durch den in mir brennenden Sadismus.

Meine Spezialgebiete sind Nadelspiele, Cuttings, Asphyxiophilie und Mindgames, im Gegensatz dazu kann ich mit Seilen und den meisten Schlaginstrumenten nur wenig anfangen.

Ansonsten rede ich viel, laut und bin eine sprudelnde Quelle von unnötigem Wissen, für welches andere zum Glück meistens doch noch Verwendung finden.

Geschrieben von Aequinoctium

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Der Vorstand stellt sich vor – Thomas

Mein Name ist Thomas, und ich wohne mit meiner Frau in Liechtenstein. Ich bin im Augenblick 33 Jahre alt und bin seit einiger Zeit Aktuar der IG-BDSM. Zudem bin ich für das Kink-Aware-Professionals Projekt zuständig, in der Eventorganisation tätig – insbesondere die jährlichen Bondage-Workshops – und bin verantwortlich für unseren eher bescheidenen Internetauftritt in der Sklavenzentrale. Wie meine Liebste schon erwähnt hat, übernehmen wir den Bondage-Teil an unseren Newbie-Anlässen, und organisieren selber kleine Events und Treffen in der Umgebung.

Schon während der Schulzeit war mir meine Neigung bewusst, doch ausser ein paar Experimenten blieb es lange Zeit mehr ein Mythos. Über Internetkontakte landete ich endlich mal an einem TNG, lernte reale Menschen, die ihre Neigungen auslebten, kennen und durfte in der Folge bald auch schon selbst viele wundervolle Erfahrungen machen. Im Zuge dieser Erfahrungen lernte ich an einer IG-Party meine Frau kennen und ich erlebte mit ihr Sensationen auf einem nie erahnten Level. Ich war mir bewusst, dass das Thema BDSM von nun an zentral in meinem Leben sein kann und ich es nicht mehr missen möchte. Der ursprüngliche Drang schnellstmöglich alle erdenkbaren Erfahrungen zu machen ist inzwischen einer gewissen Gelassenheit gewichen, doch es gibt nichts schöneres für mich, als mich meiner Frau voll und ganz hingeben zu können und es gibt noch so einiges dass wir zusammen noch anstreben oder noch nicht genug erforscht wurde.

Man trifft mich, oder besser uns vor allem an kinky Events, das wären neben unseren eigenen Treffen und den Veranstaltungen des Vereins vor allem Bondage-Workshops, ab und zu ein Stammtisch wie in Chur oder Zürich, oder an Playparties, seltener ist auch ein Treffen an einem Mittelalter-Spektakel möglich.

Geschrieben von Pleasetease

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Der Vorstand stellt sich vor – Simona

Hallo

Dann stelle ich mich auch mal vor, ich bin als Simona oder 13 bekannt und momentan die Präsidentin der IG BDSM.
Neben diesem offiziellen Amt habe ich natürlich auch noch ein paar Ämtchen, dazu gehört die Neulingsbetreuung der Region Zürich, die Administration der WordPressseite inklusive dem Kalender, unsere Präsenz auf Fetlife, ein Teil der Eventorganisation, das Blogschreiben und natürlich das Zusammenstellen des Jahresberichts und leiten der Generalversammlung. Zudem bin ich die Ansprechperson für Medienanfragen.

Auch wenn ich nicht mehr so oft und wild spiele wie in meiner Anfangszeit, ist BDSM immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens. Jedoch setzte ich ganz klar den Fokus auf Qualität statt Quantität. Ein Spiel braucht das richtige Gegenüber, den richtigen Raum und genügend Zeit um gut zu sein. Wenn dies alles stimmt kann ich in verschiedenen Rollen sehr weit gehen. Wenn ein Faktor nicht stimmt lasse ich es lieber und warte auf eine bessere Gelegenheit.
Ich bin vor allem Sadomasochistisch, liebe aber Reaktionen im Allgemeinen und lasse mich auch gerne Fesseln. Es gab und gibt immernoch Zeiten, in denen ich auch selber gerne Fessle, jedoch fehlt mich der Durchhaltewille um es richtig zu lernen. Mit D/S kann ich nur in Ausnahmefällen etwas anfangen. Ich bin Polyamourös und Pansexuell, lebe in einer offenen Beziehung und geniesse dies sehr. Sexualität kann, muss aber nicht in meinem BDSM mitspielen, ob sie es tut kommt immer auf das Spiel und das Gegenüber an.
Ein Spiel ist für mich ein Spiel und von der Realität losgelöst, im Alltag begegne ich allen auf Augenhöhe und erwarte dies auch von meinem Gegenüber.

Ausserhalb von BDSM bin ich Schneiderin und geniesse es in der Freizeit sehr ein gutes Buch zu lesen, meinen Garten zu pflegen und interessante Gespräche zu führen. Mit Smal-Talk kann ich hingegen nichts anfangen und langweile mich auch schnell dabei. Ich geniesse es, mit Menschen die mir wichtig sind zusammen zu sein, ziehe dabei aber ein gemütliches Grillen im Garten einer lauten Party vor. Ebenso pflege ich lieber einige wenige gute Freundschften -bei denen man sich auch mal eine gewisse Zeit aus den Augen verlieren kann, ohne dass es das Verständnis füreinender schmälert- als viele Kollegen und Bekannte zu haben.

Geschrieben von …13…

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Der Vorstand stellt sich vor – Dylan

Hallo allerseits.

Mein Name ist Dylan aus Zürich. Ich bin aktuell noch 25 Jahre alt und im Vorstand der IG-BDSM als Vizepräsident tätig.

Ich betreibe gerne networking und freue mich über neue Bekanntschaften, sowohl für die IG, als auch privat, und verbinde gerne Menschen mit ähnlichen Interessen, besonders im Bereich BDSM.

Als ich in der Pubertät anfing meinen Körper besser kennezulernen, entdeckte ich gleichzeitig den Begriff BDSM und begann Nachforschungen darüber zu betreiben. Dieser Wissensdurst hat sich bis heute nicht gelegt, sondern sich bloss verstärkt, weshalb ich mit Freuden von jedem neuen Fetisch und jedem neuen Spielzeug erfahre.
Mein Wissen gebe ich selbstverständlich gerne weiter. Es ist mir äusserst wichtig, dass Leute im Bereich BDSM und besonders Neulinge Zugang zu diesen Informationen haben, dass sie von erfahrenen Kinkstern lernen können, oder durch das Gespräch neue Anreize und Motivation erhalten. Im Mindesten möchte ich bei Fragen auf einen Ort oder eine Person verweisen können, welche zu befragtem Thema fachkundiger ist als ich.

Ich bin leidenschaftlicher Switch und spiele liebend gern auf beiden Seiten der Peitsche. Als Top habe ich mich in der Rolle des Sadisten gefunden und erfreue mich jegliche Arten auszuüben, sei es psychischer oder physischer Natur, wobei ich mich nicht gerne auf eine Art des Spiels einschränke. Ich co-dominere gerne mit anderen Tops bzw. Doms und bringe neue Anreize und Facetten in das Spiel zwischen ein oder mehr Menschen.
Auf der anderen Seite der Peitsche, geniesse ich die mentale Ruhe der Kontrollabgabe. Meine stark masochistische Ader erlaubt mir geistig zu mir selbst zu finden und den Alltag sein zu lassen. Als Sub bin ich etwas stur und aufmüpfig, doch mit strenger Hand und guter Umsorgung, versetze ich Himmel und Erde um meinen Top glücklich zu machen.
In diesem Sinne habe ich das grosse Glück meine perfekte Top, als auch perfekte Sub in meiner noch(!) Verlobten gefunden zu haben, welche ebenfalls leidenschaftlich Switch ist.

Meine Interessen im Bereich BDSM sind vielzählig und breit gefächert, wobei ich leider zugeben muss, dass ich mir bis heute noch nicht die Zeit genommen habe mich tiefer mit Bondage auseinanderzusetzen. Besonderen Schwerpunkt setze ich auf das Zufügen von Schmerzen, insbesondere durch Peitsche und Stock. Andere Schwerpunkte liegen beispielsweise im Klinikbereich, bei Humiliation Play oder auch beim Mindfuck.

Ich identifiziere mich als pansexuell, da für mich der Mensch und seine Intelligenz im Vordergrund steht und das Aussehen daher für mich zweit- wenn nicht drittrangig ist.
BDSM und Sexualität sind aus meiner Sicht nicht direkt aneinander gebunden. Ich verstehe Sexualität eher als ein Hilfsmittel der Kunst die BDSM für mich ist, welche grundsätzlich aus Geborgenheit und Vertrauen besteht.

Ich bewege mich zumeist im Kreise Zürichs, wobei man mich gerne an IG Playparties und Infoanlässen, sowie an Zürcher Stammtischen antreffen kann. Ich freue mich auf jede neue Bekanntschaft und interessante Gespräche.

Geschrieben von Night-Fang

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Der Vorstand stellt sich vor – Ralph_himself

Hallo, ich bin RalpH_himself. Ich bin aus Zürich, meistens männlich und Anfang Dreissig. Als mein Lebensmotto bezeichne ich “Erfahrung”, und ich sehe mich als utopischer Realist.

In der IG bin ich Kassier. Ausserdem bin ich als Blogschreiber tätig, oft mit einem politischen, gesellschaftlichen oder psychologischen Einschlag. An den Newbie-Workshops leite ich den Theorieteil, ich bin unseren Block an der Pride am mitorganisieren, und neuerdings bin ich auch am Playparties hosten.

Ausserhalb der IG trifft man mich sehr oft am Offenen BDSM-Kreis Zürich und am Whipped Cream Munch, ab und zu an den Seilschaften, an der Utopia, und nicht zum letzten Mal an der Xplore Kopenhagen.

Je nach Laune habe ich verschiedene Rollen, aber die meisten haben gemeinsam dass sie entweder nicht sehr D/s-lastig sind oder ich sowohl Top als auch Bottom bin. Gute Beispiele dafür sind Playfighten (miteinander kämpfen um die Top-Position) und Fesseln (sowohl als Rigger wie auch als Bunny). Ausserdem mag ich Impact Play, wobei mir die Klassiker Flogger und Spanking jedoch nur ein müdes Gähnen entlocken. Mein Ding sind Ohrfeigen und Faustschläge – was doch etwas überraschen mag, wenn man bedenkt dass ich nicht sonderlich masochistisch bin. Dominantes, degradierendes Herumkommandieren und Verhörspiele bin ich gerade für mich am Entdecken. Als Bottom bin ich meistens Little und/oder Prinzessin. Unter anderem mag ich tiefer sitzen als die anderen, der kleine Löffel sein und stundenlang bekuschelt werden :3

Ausserhalb der Kink-Welt bin Ingenieur, daher habe ich einen eher analytisch-logischen Blick auf die Welt. In meiner Freizeit organisiere ich Konzerte und Festivals, bin am irgendwelches Zeugs basteln, am Musik machen/hören und in der Politik engagiert: Bei einer Partei, die die Freiheit nicht auf der Flagge sondern im Herzen trägt. Mein Grossprojekt für die Zukunft ist eine queer-feministische, kinkfreundliche und idealerweise polyamore Grossfamilie.

Geschrieben von ralph_himself

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Der Vorstand stellt sich vor – Fabienne

Hallo zusammen

Mein Name ist Fabienne und ich komme aus Liechtenstein. Zurzeit bin ich 31 Jahre alt und im Vorstand der IG BDSM als Beisitzerin tätig.

Zu meinem Aufgabenbereich innerhalb der IG gehört die Moderation im Forum, unser Facebookauftritt, Neulingsbetreuung und ich bin in der Eventorganisation tätig. Gemeinsam mit meinem Mann übernehme ich jeweils die kleine Fesselkunde an unseren Newbie-Infoanlässen.

Zusätzlich organisieren wir ausserhalb der IG regelmässig Fesselftreffen (bloss dieses Jahr war irgendwie keine Zeit dafür…) und haben den BDSM – Treff Liechtenstein ins Leben gerufen, der sich grosser Beliebtheit erfreut.

Ich kannte den Begriff BDSM zwar schon vorher und fand es irgendwie interessant aber irgendwie hatte Sex und alles was dazugehört lange eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. 2014 wurde ich dann aber mit BDSM im Zusammenhang mit meinem Sexualleben konfrontiert und dabei bin ich dann auch geblieben. Ich kann nicht behaupten, dass ich schon alles gesehen hätte, konnte aber dennoch bereits ein breites Spektrum an Erfahrungen sammeln und nicht zuletzt habe ich dank BDSM einige richtig tolle Leute kennengelernt. Allen voran eine ganz besondere Person, die heute mein Ehemann, bester Freund und Lieblingsmensch in einem ist.

Ich bin meistens als Top unterwegs. Ich habe aber nicht nur eine dominant-sadistische Ader, sondern bin auch masochistisch veranlagt. Ich bin jedoch nicht wirklich submissiv. Meine Neigungen sind sehr vielfältig. Unter anderem fessle ich leidenschaftlich gerne und lasse mich auch gerne fesseln. Heute ist es für mich kaum vorstellbar, dass ich Bondage resp. Shibari mal als langweiliges Markamee bezeichnet hab aber dem war so. Jetzt, einige Zeit später spielt Shibari eine grosse Rolle in meinem Leben und es ist alles andere als langweilig. Wir besuchen regelmässig Trainings und Workshops und durften bisher sensationelle Personen kennenlernen und unglaubliche Erfahrungen machen. Desweiteren steh ich auf Impactplay, Humiliation, Predicaments, Feminisierung, Mindfuck etc. – nur mal um ein paar wenige Dinge zu nennen.

Meiner Sexuellen Neigung einen Namen zu geben war und ist alles andere als einfach. Weder Hetero, noch Bi noch Pansexuell war irgendwie passend. Ich stiess dann mal auf den Begriff Polysexuell (nein, das hat nichts mit Polygam/amor zu tun…) und den find ich ganz okay. Trotzdem tu ich mich schwer mich da irgendeiner Schublade zuzuordnen, verlangt aber auch keiner. Wir spielen auch mal ausserhalb der Beziehung oder zu dritt, dies bedeutet jedoch nicht, dass mein Mann oder ich Freiwild sind. Eine ungefragte Aktion von dritten ist von mir alles andere als gerne gesehen. Fragen ist aber jederzeit erlaubt und erwünscht.

Geschrieben von Jade

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Wie BDSM unseren Alltag positiv beeinflusst

BDSM erfordert einiges an Wissen und Erfahrung, belohnt dafür aber nicht nur mit Spass, sondern auch mit vielen Fähigkeiten. Diese sind nicht auf BDSM beschränkt, sondern können in diversesten Lebenslagen eingesetzt werden, vom Umgang mit Mitmenschen bis hin zu besseren Entscheidungen im Berufsleben.

Mut für Neues

Der Einstieg in BDSM ist alles andere als einfach. Man hat gewisse Vorstellungen was auf einen warten könnte, aber es ist quasi ein Sprung ins kalte Wasser. Wer den Einstieg gewagt hat, weiss wie belohnend diese Entscheidung war, und ist eher bereit, in anderen Situationen den Schritt in eine unbekannte, aber hoffentlich strahlende Zukunft zu wagen.

Entdeckungs- und Experiementierfreude

BDSM ist eine riesige Insel voller Buchten, Wälder, Berge, Städte… Während die meisten Leute am liebsten das ganze Leben am gleichen Ort verbringen, wagen sich BDSM’ler in die weite Welt hinaus, denn hinter jeder Kurve lockt etwas bisher Unbekanntes. Besonders belohnend wird das Entdecken, wenn man nicht alleine unterwegs ist, sich an allen möglichen und unmöglichen Orten Inspiration holt und gemäss dem Motto “Irgendwann ist immer das erste Mal” neue Dinge auszuprobieren wagt. Sie haben auch gemerkt, dass “The Magic” wirklich ausserhalb der Komfortzone passiert, dass man manchmal Strapazen auf sich nehmen muss, aber dass sonst alles beim Alten bleibt und man im Alltagstrott versumpfen wird.

Die eigenen Grenzen kennen

BDSM ist so individuell wie die Menschen die es praktizieren. Niemand kann dir sagen, wie weit du dich getrauen wirst – das musst du für dich selber herausfinden. Da man für das Finden der eigenen Grenzen die Komfortzone verlassen muss, scheuen sich viele Menschen davor. Nicht so die BDSM’ler: Je besser man weiss wie weit man gehen kann, desto intensiver werden die Spiele und Begegnungen, ohne ein böses Erwachen danach.

Den (eigenen) Körper kennen

Viele Menschen wissen nicht, wie ihr eigener Körper in Extremsituationen reagiert. Schockstarre, Schwächeanfall, Orientierungslosigkeit? BDSM’ler haben schon Situationen erlebt, von denen andere Menschen nicht mal zu träumen wagen, und kennen dadurch den eigenen Körper in- und auswendig. Dies gibt ihnen in alltäglichen Krisensituationen den entscheidenden Vorteil, dass sie sich nicht erst finden oder fangen müssen, sondern sofort wissen wie sie mit der Situation umgehen können. Dies und ein gutes Verständnis von allgemeiner Anatomie kann in Notsituationen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Einfühlungsvermögen

Durch Szenen mit vielen Spielpartnern entsteht die Fähigkeit, diverseste Personen anhand von ihrer Körpersprache und ihrer Situation einzuschätzen. Was fühlt die Person, was denkt sie, was will sie? Essenzielle Fragen nicht nur während dem Spiel, sondern auch im Alltag.

Höheres Selbstwertgefühl

Wer schon mal eine 30 cm grössere und 40 kg schwerere Person gedomt hat, kennt das Gefühl der absoluten Unbesiegbarkeit garantiert. Man weiss, dass einem vielleicht nicht ganz alles auf Anhieb gelingen wird, aber dass man über sich hinauswachsen und zu unmöglich geglaubten Höchstleistungen finden kann. Diese “Can Do” Attitüde bringt BDSM’ler in jeder Situation weiter und strömt eine ansteckende Positivität aus, die andere grossartige Menschen anzieht und ihr Leben in allen Aspekten bereichert.

Die eigenen Wünsche formulieren

BDSM’ler lernen die eigenen Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen sehr akkurat zu formulieren, so dass Probleme in der Kommunikation von vornherein ausgeschlossen werden. Unklarheiten werden sofort erkannt und mit scharfen Rückfragen präzisiert. Diese verbale Präsenz verhindert nicht nur unangemessene Erwartungshaltungen auf der zwischenmenschlichen Ebene, sondern führt im Berufsalltag zu besseren Leistungen und zufriedeneren Kunden.
Offen mit anderen Menschen über die eigenen Gefühle zu reden erfordert viel Mut. Aber wer anderen seine intimsten Wünsche anvertrauen kann, lernt auch über die negativen Seiten des Lebens zu sprechen. Und in vielen persönlichen Krisen hilft es schon immens, wenn man Leute kennt welche einem einfach zuhören können.

Schlusswort

Viele Punkte davon sind für das Berufsleben derart wichtige Soft Skills, dass “BDSM” eigentlich auf den Lebenslauf gehörte. Nur schade, dass sich die allerwenigsten Arbeitgeber dessen bewusst sind. Wir behalten also alle diese Fertigkeiten für uns um das Maximum aus unserem eigenen Leben zu machen. Und wir Teilen sie mit allen, die bereit sind von uns zu lernen.

Geschrieben von ralph_himself

Hier gehts zur Forumsdiskussion.

Vortrag Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten

Der Grund, warum BDSMler sich auch mit dem Thema STD (sexual transmittable diseases) befassen ist simpel. Auch wenn Gruppensex-Orgien eher die Ausnahme sind, ist der Partnertausch nicht unüblich und an gewissen Parties wird doch sehr wild durcheinander gespielt. Auch sind Überschneidungen zum Beispiel zur Polyamorie-, oder der Gay-Szene durchaus vorhanden. Daher kann es nicht schaden sich über die Risiken zu informieren, ist bei uns die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr wohl höher als in einer klassischen Zweierbeziehung ohne wechselnde Partner.

Da das Bedürfnis nach Aufklärung besteht, haben die Zwischenwelten sich diesem angenommen und den Arzt und Leiter des Checkpoints Zürich, Michael Kluschke für einen Vortrag zum Thema eingeladen. Um das Ganze noch nachhaltiger zu machen und dieses Engagement möglichst zu unterstützen, haben wir angeboten diesen, so gut wie möglich zu protokollieren und ein Factsheet über die einzelnen Krankheiten zu erstellen.

Der Checkpoint (Konradstr. 1), welcher von der Aidshilfe Zürich unterstützt wird, dient hauptsächlich Männern die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben.  Diese Einrichtung gibt es seit 10 Jahren. Sie wurde ursprünglich als Teststelle eröffnet, ist  mittlerweile aber ausgerüstet um die getesteten Krankheiten auch behandeln zu können. Nach anfänglich 2 Stunden pro Woche wird inzwischen schon der dritte Arzt eingestellt, und auch das Bedürfnis nach einem Frauenarzt wächst.

Es werden ungefähr 270 HIV-Patienten betreut, bisher 4000 HIV-Tests durchgeführt und ca. 1500 Tripper-/Chlamydien. Der Checkpoint ist somit die wohl aktivste Institution, welche in Zürich gegen Geschlechtskrankheiten vorgeht.

Da die Bilder nichts für schwache Nerven sind haben wir sie euch gesammelt auf dieser Seite zusammengestellt, so könnt ihr den Text ganz in Ruhe lesen.

Inhalt:

  • Krankheiten
  • Syphilis
  • Gonokokken (Tripper)
  • Clamydien
  • Mykoplasmen + Ureaplasmen
  • Trichomonaden
  • Humane Papillomviren
  • Pilze
  • Herpes
  • Hepatitis
  • Aids
  • Fazit
  • Lexikon

Syphilis

Bakterium

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungswahrscheinlichkeit liegt bei 60%.
Syphilisanstieg um 14 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1269, 89% Männer (57%MSM)
Während die Syphilis in frühen Stadien ansteckend bis hochansteckend ist, ist die Infektiösität in den späteren Stadien wesentlich geringer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Syphilis ist eine Schmierinfektion bei Haut/Schleimhautkontakt.
Infektion möglich an allen 3 Körperöffnungen sowie über Verletzungen und direktem Kontakt mit der Flüssigkeit, welche die Geschwüre absondern.
Nachweisbar nach 2-3 Wochen im  Abstrich aus dem Geschwür, nach 12 Wochen kann Lues ausgeschlossen werden, die Ausnahme ist eine verzögerte AK-Bildung bei HIV positiven Patienten. Schwangere können das Kind infizieren.

Therapiekontrolle nötig?
Ja, nach  3 Monaten immer über venöse Blutentnahme und Vergleich mit den Vorwerten

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner unbedingt informieren und testen lassen, Verzicht auf Sex während der ersten Behandlungswoche

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Die Krankheit ist nicht persistent, man kann sich aber erneut anstecken mit Syphilis

Test und Behandlungskosten
Syphilis Schnelltest 25 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- und Syphilis-Infektionsstatus von vor drei Monaten.

Krankheitsverlauf
10 Tage bis 3 Monate nach Infektion bildet sich an der Stelle der Infektion ein Primäreffekt. Dies kann aussehen wie ein Mückenstich, eine kleine offene Stelle, ein kleines gerötetes Geschwür in Form eines Vulkankraters, das aber in 95 % der Fälle nicht schmerzt. Dieses sondert eine farblose Flüssigkeit ab die viele Erreger enthält und äußerst ansteckend ist.

4-6 Wochen danach verschwindet dieser und die Krankheit beginnt sich auszubreiten in Form von Hautrötungen, man fühlt sich eventuell krank, die Lymphknoten könnten anschwellen. Syphillis kann auch ohne alle diese Symptome auftreten, oder durch ganz andere, zum Beispiel kreisrunder Haarausfall am Kopf, Schuppenflechte (Psoriasis) Ein ganz deutliches Zeichen für Syphilis sind Rötungen an Hand- und Fußsohlen.

Nach 3 bis 5 Jahren werden die inneren Organe befallen und es können Gummata Gummiartige Geschwüre auftreten, klassisch ist der Befall der Hauptschlagader, deren Stabilität angegriffen wird und die platzen kann.

Nach 10 bis 15 Jahren kann  das Rückenmark und das Gehirn angegriffen, was in der Regel demenzartig wirkt, aber tatsächlich auch kurzzeitig geistige Höhenflüge verursachen kann. Beim Rückenmark kann es einen steifen Gang verursachen. Die Kontrolle über Blase und Darm wird gestört.

Auch werden Nerven angegriffen, was zuerst Schmerzen und erhöhtes Schmerzempfinden verursacht, und danach sowohl Schmerz- als auch Wärmeunempfindlichkeit auslöst.

Diagnose
Abstriche, PCR, Dunkelfeldmikroskopie, Immunfluoreszenz-Test, und diverse andere.
Im Blut ist der vom eigenen Körper produzierte Antikörper zum Teil erst nach mehreren Wochen nachweisbar, der Erreger selbst kann – wie bei vielen Geschlechtskrankheiten – gar nicht nachgewiesen werden im Blut. Die bekannten Soforttests sind nur in 4 von 5 Fällen verlässlich. Sie prüfen das Blut auf einen der zwei Antikörper, der allerdings nach einer durchgemachten Syphilis lebenslang nachweisbar bleibt, so dass dann eine erneute Infektion mit Syphilis nur durch eine venöse Blutentnahme ausgeschlossen werden kann. Der Schnelltest wird nach durchgemachter Syphilis immer positiv anzeigen. Daher wären die vorherigen Blutwerte zum Vergleich nötig um eine Diagnose zusihern. Je häufiger man sich infiziert hat, umso schwerer wird diese zu erkennen. Auf jeden Fall ist es von Vorteil die Ergebnisse nach einer Syphilis aufzubewahren.

Therapie
Therapie innerhalb des ersten Jahres nach Ansteckung:
Einmalig Penicillin 2,4 Mio IE ins Gesäß spritzen. Penicillin wirkt eine Woche lang, nach 10 Tagen kann man sich bereits wieder anstecken.
Alternativ Doxycyclin 200mg/Tag 2 Wochen lang als Tablette, Sonne vermeiden wegen Ausschlagsgefahr
Ab dem 2. Jahr Injektion von 2.4 Mio IE Penicillin 3 mal im Wochenabstand wiederholen, in der ersten Woche noch unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Vorbeugung / Impfung
Durch die Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann die Übertragungswahrscheinlichkeit der Syphilis und anderer Geschlechtskrankheiten wesentlich verringert werden. Aber insbesondere Menschen, die Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten ihr Blut regelmäßig auf Syphiliserreger untersuchen lassen, da in Europa die Anzahl der Syphilisfälle seit dem Jahr 2004 deutlich ansteigt.
Eine Impfung gegen Syphilis existiert nicht.

Gonokokken (Tripper)

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 23 % auf 1895 im 2015. 80% Männer, 32% MSM
30-60% Ansteckungsgefahr beim Blasen/Deep Throat. Mann zu Frau 60%, Frau zu Mann 20 % / oral zu urethral 26%, Mutter zu Kind bei Geburt 30 %

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Schleimhautkontakt, Das Bakterium überlebt an der Luft bis 24 Stunden,
Schwangere können das Kind infizieren,
Bei Männern in der Regel 3-5 Tage bis zu merkbaren Symptomen (Lehrbuch 2-10 Tage), nicht länger (häufig  weisenSymptome die erst nach eineinhalb Wochen auftreten nicht auf Tripper sondern andere Krankheiten hin.
Bei Frauen vergehen bis zu 3 Wochen bis zu merkbaren Symptomen. 30% der Männer und 70% der Frauen haben gar keine Symptome, bei der Infektion im Rachen sind 90% symptomlos). Die Infektion kann sich auch in Narbengewebe „verstecken“ und chronisch werden.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei einem Ausbruch mit den typischen Symptomen sollten alle Partner der letzten 14 Tage informiert werden, wenn die Krankheit ohne Symptome verläuft sollten gemäß Lehrbüchern alle Partner der letzten 3 Monate informiert werden.
3-7 Tage kein Geschlechtsverkehr, auch wenn die Krankheit eigentlich nach einem Tag Behandlung schon eliminiert sein sollte.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Gonokokken sind nicht persistent, man kann sich aber wiederholt damit anstecken 

Test und Behandlungskosten
Ca 80 CHF…in DE 5-30 Euro

Krankheitsverlauf
30% der Gonokokken oder Chlamydien-infizierten haben keine Symptome, bei Frauen bis zu 70%, bei oraler Infektion sogar bis zu 90% asymptomatisch
gelblich-rahmiger Ausfluss, Druckgefühl in Blase, Halsschmerzen,  selten Gelenkbeschwerden. Kann unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.

Diagnose
PCR aus Abstrich

Therapie
Therapie ist sehr verschieden je nach nationalen Leitlinien:  Im Checkpoint behandelt man aktuell mit 1g .Rocephin i.m. (als Spritze in den Muskel ) und 1.5g Azithromycin als Tabletten ( 3 Tabletten als Einzeldosis ) was beides Antibiotika sind.
2nd Line Behandlung (für Unterwegs?) 800g Cefexin und 1,5g  Azithromycin, das sind 5 Tabletten, Nebenwirkungen sind möglicherweis e Durchfall, eventuell Magenbeschwerden,
Es treten gerade in Nordeuropa immer häufiger resistente Stämme auf, v.a. im Bereich Amsterdam, in der Schweiz gab es bisher keinerlei Resistenzen. 

Vorbeugung / Impfung
Eine Impfung existiert nicht

Chlamydien

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Anstieg um 5% auf 10167 Personen. 67% Frauen (50% Anstieg der Ansteckung bei schwulen Männern im Vergleich zum Vorjahr), 10% Übertragungswahrscheinlichkeit bei Sex

Ansteckungsart  / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion: Schleimhautinfektion, es gibt keine Antikörper, Sie können an allen 3 Körperöffnungen über die Schleimhaut übertragen werden, (sogar die Augen können infiziert sein). Somit hilft ein Kondom nur sehr eingeschränkt.. Dazu kommt, dass es relativ resistent gegenüber Umwelteinflüssen ist und trotz Luft und Austrocknung lange überlebt.

Therapiekontrolle nötig
Typ L1: Eine Woche keinen Sex, keine Therapiekontrolle
Typ L3: unbedingte Therapiekontrolle

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
4 Wochen zurück wenn symptomatisch, wenn nicht symptomatisch ca. 3 Monate (sofern realistisch…)

 Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Chlamydien sind nicht persistent, allerdings können auch unter anderem Gelenkinfektionen durch Verbreitung des Erregers im Körper vorkommen,Reinfektionen sind möglich

Test und Behandlungskosten
ca 80 CHF, bei Frage nach Subtypen bei analer Infektion ev. Typisierung, ca 250-300 CHF

Diagnose
PCR oder über „Morgenurin“, Immunfluoreszenz

Krankheitsverlauf (normaler Typ)
Ausbruch nach 3-5 Tagen
können nach ca. 3 Monaten von selbst heilen, 30% der Gonokokken oder Chlamydien-Infizierten haben keine Symptome.
Ansteckung bei Harnröhre (50%), 60% Beschwerden beim urinieren, vaginale Missempfindungen, brennen, selten Rötungen,
Ansteckung im Gesäß: 60% asymptomatisch, 15 % Entzündung im Bereich des Enddarmes, Juckreiz, Druckgefühl/Gefühl aufs Klo zu müssen
Ansteckung im Hals: Schluckbeschwerden, Druckgefühl, glasartiger, schleimiger Ausfluss
Bei der Infektion am Hals spürt man lediglich ca. drei Tage danach ein leichtes Kratzen im Hals und wird somit kaum erkannt.
Üblich ist Brennen, Jucken, es kann Entzündungen und Verklebungen den Eileiter herauf und bis zur Gebärmutter geben, was das schwanger werden erschwert. Schmerzen im Beckenbereich treten auf. Alles ist sehr schwer zu behandeln und kann chronisch werden

Therapie
Azithromycin früher 1000mg (2 Tabletten), heute zum Teil 3 Tabletten als Einzelgabe

Krankheitsverlauf: (gefährlicher Typ)
Es gibt agressivere Typen (L1-3-Typen) der Chlamydien, welche tiefer ins Gewebe eindringen, diese können Entzündungen verursachen, ins Lymphsystem (LGV) eindringen und Vernarbungen machen, diese können sich von da aus im Körper verteilen und diverse Probleme verursachen. Daher werden Chlamydien inzwischen bei jeder Ansteckung typisiert um sie entsprechend zu behandeln. (Typisierung kostet 300.-)

Therapie:
3 Wochen mit Doxycylin, falls bereits mit Azithromycin anbehandelt wurde nochmals 3 Tableten pro Woche für insgesamt 3 Wochen.

Vorbeugung / Impfung
Sexuell aktiven Frauen wird ein regelmäßiger Test empfohlen, da eine Impfung noch nicht möglich ist. Allerdings sind Harvard-Wissenschaftlern erfolgreiche Tests gelungen, vielleicht ist ein Impfstoff absehbar

Mykoplasmen + Ureaplasmen

Bakterien

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
wird während einer Schwangerschaft häufig von der Mutter auf das Kind übertragen

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Tröpfcheninfektion / Kontaktinfektion, Im Rachen beim Blasen, Lecken, anal, Harnröhre, vaginal seltener. Meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Jedoch sind auch Ansteckungen über das Blut, den Speichel oder sogar die Atmung möglich

Therapiekontrolle nötig?
Nein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Bei Beschwerden, die Meinungen dazu gehen auseinander.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit
Reinfektion jederzeit möglich.

Test und Behandlungskosten
Nachweis über PCR ca 80-90 CHF

Krankheitsverlauf
In der Regel lange keine Symptome, dann Schmerzen beim urinieren, Entzündungen und Unterleibsschmerzen, kann schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit und bei Schwangeren zum Kindstod führen

Diagnose
Abstriche, PCR, zum Teil in breiteren Tests involviert, aber nicht standardmässig

Therapie:
Wird je nach Region/Bildungslinie behandelt oder nicht, da es auch selbstheilend ist, bei Beschwerden wird es tendenziell eher behandelt, aber in der Regel nicht einmal getestet. Doxycyclin über 7 Tage, ohne Besserung  Azithromycin/Moxifloxacin

Vorbeugung / Impfung
Nein
Für den Menschen existiert noch keine Impfung.

Trichomonaden

einzelliger Parasit

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Harnröhre, oft vaginal, selten auch anal. Da bei Männern meist keine Symptome auftreten, wissen sie oft nichts von der Infektion und sind die hauptsächlichen Überträger der Parasiten .

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Wird in der Regel beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, kann aber auch trotz Kondom oder ganz selten sogar von Toilettensitzen oder von öffentlichem Badewasser aufgelesen werden. Der Parasit kann bei der Geburt aufs Kind übertragen werden.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Trichomonaden sind nicht persistent, man kann sich aber erneut damit anstecken.

Test und Behandlungskosten
Nachweisbar im Urin

Krankheitsverlauf
Bei den meisten Männern ist der Befall symptomlos. Es kann aber Entzündungen in der Harnröhre geben.
Bei 80% der Frauen kommt es nach einer längeren Phase ohne Symptome zu Entzündungen und dünnflüssigem, gelblichem, übelriechendem Scheidenausfluss, häufig tritt auch Brennen und Juckreiz auf. Der Parasit greift mit der Zeit die Vaginalflora an. Sogar eine Frühgeburt kann durch Trichomonaden ausgelöst werden.
Ein Befall führt bei Frauen zu einer erhöhten Infizierbarkeit mit HIV. Da die verursachten Narben bestehen bleiben, bleibt das Risiko auch danach. Die Infizierbarkeit gilt in beide Richtungen.

Diagnose
PCR / Abstriche

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung
Nein

Humane Papillomviren (HPV)

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Die Durchseuchungsrate ist bei fast 90%, also fast jederem, der mal Sex hatte.
Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurde, besteht ebenfalls eine Infektion, die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind sich daher der Infektion mit dem HP-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht. Dennoch sind sie Überträger.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Schmierinfektion, Kontaktinfektion, (Genital-, Anal- oder Oralverkehr). Seltener werden die Viren auch durch gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser oder Zahnbürsten übertragen.

Therapiekontrolle nötig?
N
ein

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Nein (siehe unten)

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
Rezidierend

Test und Behandlungskosten
PCR , ca 80 CHF

Krankheitsverlauf
2/3 sind asymptomatisch, 70% verschwinden relativ schnell, 90% werden innerhalb von 2 Jahren vom Immunsystem von selbst eliminiert.
Kann Feigwarzen erzeugen, ernstere Typen können Tumore oder Gebärmutterhalskrebs auslösen, bei HIV infizierten auch Analkrebs begünstigen.

Diagnose
Klinisch

Therapie
Eine spezifische Papillomvirustherapie gibt es gegenwärtig nicht.Bei Condylomen gibt es  diverse Präparate, Grünteezäpfchen,  Cremes, Tropfen, Kältetherapie, Laserbehandlung. Feigwarzen sollte man wegmachen lassen, da diese wuchern können.

Vorbeugung / Impfung möglich?
Kann geimpft werden (700.-), aber wird in der Regel nur im jüngeren bis mittleren Alter geimpft, da diese gegen bereits gesammelte Virenstämme (von bisher 100 entdeckten) nicht mehr nützt.

Pilze

z.B Candida

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Haut/Schleimhautkontakt

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner am besten mitbehandeln

Test und Behandlungskosten
Abstrich , Kultur

Krankheitsverlauf
bröckliger, grünlicher Ausfluss, Entzündung der Schleimhaut, Rötungen und Empfindlichkeit

Therapie
einmalige Behandlung mit 2g Metronidazol

Vorbeugung / Impfung möglich?
Das regelmäßige und richtige Waschen des Intimbereichs, vorbeugende Maßnahmen während der Periode, das Tragen der richtigen Kleidung, die Vorbeugung mit Milchsäurebakterien und die Verwendung von Kondomen

Herpes

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
20% der Bevölkerung hatten schon mal Herpes

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Haut-Schleimhautkontakt mit der Flüssigkeit in den Bläschen, diese ist Virusträger.

Therapiekontrolle nötig?
Da Herpes meist nicht mehr aus dem Körper verschwindet, macht eine Therapiekontrolle keinen Sinn, dennoch kann man sich informieren und lernen damit umzugehen und die Behandlung auf sich abstimmen.

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Partner informieren und die Aufmerksamkeit gegenüber dem Virus steigern um den Umgang zu erleichtern.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeitv / Persistenz
Das Virus ist persistent, bleibt also für immer im Körper. Herpes kann im Nervengewebe in einen Ruhezustand versetzt werden, kann sich aber beliebig wieder reaktivieren, zum Beispiel durch körperliche Anstrengung, durch grippale Erkrankungen oder durch Stress, Menstruation, mechanische Reibung, sogar durch einen Solariumbesuch.

Test und Behandlungskosten
PCR aus Bläschensekret

Krankheitsverlauf
Schmerzen, Jucken, Brennen, Fieberbläschen, Gefahr für Abort wenn Frau sich in den ersten 12 Wochen infiziert.
Es existieren 2 Formen von Herpes
HSV 1 „Lippenherpes“ (Geschlechtsteile, Lippen, Übertragung aufs Kind ist möglich)
HSV 2 vor allem Geschlechtsteile

Diagnose
Blickdiagnose, PCR durch Abstriche vom Bläschensekret

Therapie
bei der ersten Infektion:
Zoviraxcreme hilft möglicherweise in den ersten 2-3 Tagen, bevor Bläschen auftreten hilft je nach Klinik Viruostatika (Tabletten),  Valaciclovir  über7 Tage 2x tgl 500 mg oder Famciclovir 3x 250mg. Dadurch kann die Rezidivhäufigkeit und die Dauer der Erkrankung etwas verringert werden. Die Behandlung ist je nach Person anders und kann mit Erfahrung etwas angepasst werden, welches Medikament ab wann, in welcher Dosis und wie lange genutzt werden kann und darf. Eine Dauersuppression ist, wenn es 4-5 mal im Jahr auftaucht, sicher vorteilhaft.

Vorbeugung / Impfung
Es existiert keine funktionierende Herpes-Impfung

Hepatitis A

Virus

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
fäkal/oral (arschlecken)

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Kontaktinfektion oder Schmierinfektion

Krankheitsverlauf
Inkubationszeit 14-50 Tage
Nach 4 Wochen treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall auf. Man fühlt sich abgeschlagen, selten führt es zum Leberschaden, heilt in der Regel spontan aus

Diagnose
Blutentnahme

Therapie
keine

Vorbeugung / Impfung
Impfung möglich, nach Erstimpfung Schutz für ca ein Jahr,  nach 2.Impfung etwa 20 Jahre –lebenslang,14 Tage nach der ersten Impfung  latenter Schutz, ca 3 Wochen 100%

Hepatithis B

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
In CH etwa 100 Neuerkrankungen /Jahr, hauptsächlich Männer

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
sexuell übertragbar, Sperma, Blut
Chronifizierungsrate 10-15%

Therapiekontrolle nötig?
Abklären ob Spontanausheilung oder chronischer Verlauf, dann ggf . lebenslange Therapie

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
siehe oben

Test und Behandlungskosten
Blutentnahme

Krankheitsverlauf
Ausheilen mit lebenslanger Immunität, bei chronischem Verlauf Leberzirrhose, Leberkrebs

Therapie
Therapie:  bei chronischem Verlauf Lebenslange Therapie z.B. mit Viread, um die Ausbreitung der Viren zu hemmen

Vorbeugung / Impfung
Impfung A/B wird wirklich empfohlen, obwohl bei 10% die Impfung nicht wirkt, daher sollte 4 Wochen nach der letzten Impfung ein Bluttest gemacht werden, wenn dies versäumt wurde, kann es jederzeit nachgeholt werden.

Hepatitis C

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Übertragung über Blut, Analverkehr, Toys, Drogenkonsumenten (Kokain, Crystal Meph), früher wurden z.B. in Italien Menschen infiziert bei Impfungen.
Hepatitis kann über Monate an der Luft überleben
Inkubationszeit: 20-30 Tage, 3-4 Monate bis man den Virus nachweisen kann

Therapiekontrolle nötig?
Ja, medizinische Begleitung im Rahmen einer chronischen Infektion

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Ja, abklären ob infiziert

Test und Behandlungskosten
Behandlungskosten 60‘000.-

 Krankheitsverlauf
85 % symptomlos, Chronifizierungsrate bis zu 70%
Müdigkeit

Diagnose:
PCR

Therapie:
3 Monate 1 Tablette
Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich

HIV

Viren

Infektionsgefahr/Übertragungswahrscheinlichkeit:
Übertragungsrate 1 zu 90 MSM, Frau, angesteckter Mann 1:1000
Übertragung schwer, es dauert lange bis die Krankheit ausbricht
Zahlen gemäss BAG 2015
Es gab in der Schweiz 538 Ansteckungen mit HIV, dies entspricht 3% der sexuell aktiven Bevölkerung. 247 Ansteckungen betreffen MSM, also 50% der Neuinfektionen, daher wird dieser Personengruppe auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
HIV 1 (eher Europa)   HIV 2 (eher Afrika/Südostasien) entwickelt sich langsamer.

Ansteckungsart / Zeit bis nachweisbar
Blut, Sperma

Therapiekontrolle nötig?
Selbstverständlich

Partnerinformation/Partner mitbehandeln
Der Partner muss informiert werden und wird hoffentlich eine grosse Stütze während des Behandlungsverlaufs sein.

Rezidivhäufigkeit und Wahrscheinlichkeit / Persistenz
HIV führt zu einer chronischen Infektion, in deren Folge das Immunsystem geschädigt wird, was letztendlich zu AIDS führen kann. Heute ist es mittels einer medikamentösen Therapiemöglich , die Virusvermehrung zu unterdrücken, so dass unter entspechenden Voraussetzungen keine sexuelle Ansteckungsgefahr mehr besteht

Test und Behandlungskosten
HIV: (Kosten in DE 5-15 Euro) HIV Schnelltest im Checkpoint 60 CHF
Das negative Testresultat macht nur eine sichere Aussage über den HIV- Infektionsstatus von vor drei Monaten.) Mittels einer venösen Blutentnahme ist eine sichere Aussage nach sechs Wochen möglich.

Krankheitsverlauf
Akute Infektion:Fieber, Lymphknotenschwellung, Hautausschlag, grippale Effekte

Diagnose
PCR (allerfrüehestens 7 Tage nach Ansteckung), Bluttests (nach 4-12 Wochen möglich),

Therapie
Prep? Politisch schwierig ökonomische Diskussion ↔ Selbstbestimmung
Truvada 880.- FDE geprüfte Generika 70-100 $ 30 Tabletten, woher bekommt man das richtige?

Vorbeugung / Impfung
Keine Impfung möglich. Im Gegensatz zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist der HI-Virus glücklicherweise sehr schwer zu übertragen, geschützter Geschlechtsverkehr minimiert das Risiko einer Ansteckung ungemein.

Fazit

Eine Hepatitis AB Impfung wird durchaus empfohlen, da die Konsequenzen einer Ansteckung lebenslang zu tragen sind, und die Kosten für die Impfung durchaus tragbar.

Sexuell sehr aktive Personen mit häufigem Partnerwechsel und gerade Männer die Sex mit Männern haben, sind natürlich dem Risiko einer Geschlechtskrankheit ausgesetzt. Es wird empfohlen, sich ein oder auch zweimal im Jahr auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. In Gruppen, welche häufig untereinander aktiv sind, kann das auch gegenseitig empfohlen werden und somit vorgebeugt werden.

Sexuell aktive Frauen können sich auch zusätzlich eine HPV-Impfung überlegen. Empfohlen wird der jährliche Gang zum Gynäkologen, dort werden sowieso Abstriche gemacht – Tripper (Gonokokken), Chlamydien und Siphilis wird nahegelegt . Man kann sich auch ohne Begründung erkundigen auf was alles getestet wird. Da sollte Frau sich aber unter Umständen durchsetzen können, denn gewisse Ärzte empfinden viele Tests nicht als nötig und agieren erst wenn es mit Nachdruck gefordert wird. In Härtefällen könnte eine Lüge wie erfundener Ausfluss den Arzt überzeugen. Auch kann die private Kostenübernahme angeboten werden, da Prävention nicht Kranken-kassenpflichtig ist.

Die in den letzten Jahren zunehmende Ansteckungsrate vor allem unter homosexuellen  Männern ist auf Änderungen des sexuellen Risikoverhaltens zurückzuführen. Entscheidende Faktoren sind dabei ein zunehmender Verzicht auf Kondome und der Anstieg riskanter sexueller Kontakte mit wechselnden Partnern. Dazu kommen vermeintlich sichere Sexualpraktiken, die das HIV-Übertragungsrisiko senken (Oralverkehr ohne Ejakulation, oral-analer Kontakt), jedoch eine Übertragung bakterieller Erreger wie der Syphilis oder Gonokkoken und anderen weiter ermöglichen.

Generell empfohlen wird nach dem Geschlechtsverkehr zu pinkeln um so mögliche Infektionsgefahr aus dem Körper zu spülen, genauso wirkt Mund ausspülen zum Teil sehr effektiv vorbeugend. Diese simplen Mittel werden unterschätzt und können dazu beitragen eine Infektion zu verhindern.

Was leider auch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, ist, dass die Nutzung von Antibiotika unter anderem die Darmflora angreift. Nach einer Behandlung braucht die Darmflora bis zu einem halben Jahr um sich komplett zu erholen. Das wird inzwischen mehr beachtet und wenn nicht unbedingt notwendig auf mehrere aufeinanderfolgende Antibiotika-Anwendungen verzichtet.

Immer mehr Apotheken (z. B. Apotheke am Bodensee ??) bieten Cremes (Name?) an um die Abwehr der vaginalen Schleimhaut zu stärken, welche auch bei chronischen Entzündungen helfen. Neu gibt es auch für Männer ein Angebot.

Lexikon

Abstriche
Abstriche zur Untersuchung werden mit Hilfe von kleinen Bürsten und auch Tupfern Zellen aus den zu untersuchenden Bereichen entnommen. Diese werden in den Rachen, die Vagina, das Gesäss oder den Penis (1cm tief) eingeführt, gedreht und danach auf Schädlinge getestet.
Der Arzt rät sexuell aktiven Menschen zu regelmäßigen (1-2x im Jahr) Abstrichen um Tripper, Chlamydien und Syphilis auszuschließen.

Chemsex
Sex unter Drogen, man geht eher über Grenzen, die Errektion und Lust wird intensiver empfunden, das Risikobewusstsein nimmt ab, diese Faktoren vervielfachen die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten … publizieren?)

Dauersuppression
Dies bedeutet die permanente Behandlung mit Cremes oder anderen Mitteln um einen erneuten Ausbruch einer Krankheit vorzubeugen, oder zumindest abzuschwächen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Herpes

Durchseuchungsrate
beschreibt den Anteil der Angesteckten in Bezug auf die Gesamtbevölkerung.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beschreibt die Zeit, die zwischen Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht.

IGV
Internationale Gesundheitsvorschriften, 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)   angenommen und seit 2007 in der Schweiz in Kraft.

Kommunikation
Wie spreche ich das Thema an? Es mag nicht erotisch sein über sexuell übertragbare Krankheiten zu reden, aber das Bewusstsein schafft Sicherheit und Vertrauen. Ein Mitteilen wann und worauf man sich hat testen lassen mit der Gegenfrage zum Schluss lassen das Thema unkompliziert aufbringen und abhaken.

Kondom
Ein Kondom hilft nahezu 100% gegen HIV, aber gegen die anderen Krankheiten nur bedingt, da diese sich leichter übertragen lassen. Das heisst nicht, dass es nicht hilft, gerade auch bei Toys zum Beispiel, aber auch ein Kondom schützt nicht vor sämtlichen Krankheiten, daher sollten Tests durchaus in Betracht gezogen werden wenn Beschwerden nach dem Geschlechtsverkehr auftreten…

Krankenkasse:
Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten bei persönlichem Verdacht auf Geschlechtskrankheiten. Die Diagnose wird also in der Regel vom Patienten bezahlt.

Küssen
Küssen ist schlussendlich nicht komplett Risikofrei, dennoch ist eine Ansteckung sehr, sehr unwahrscheinlich.

Miktion
Das Entleeren der Harnblase.

MSM / FSF
Die korrekte Abkürzung für Männer die Sex mit anderen Männern haben, bzw. Frauen die Sex mit Frauen haben, da sich dies nicht nur auf homosexuelle Personen bezieht, sondern auch bisexuelle, hetero-flexible oder experimentierfreudige Menschen mit einschließt.

Parties / Gruppenevents
Eigenes Spielzeug sollte nicht unbeaufsichtigt liegen gelassen werden, fremdes nicht benutzt werden, und Flächen desinfiziert oder mit einem eigenen Badetuch abgedeckt werden.
Persönliches Gleitgel bei großen Gruppen wird empfohlen, der Arzt beschwört ein Bild eines Topfs Gleitgel in den alle beim Spiel reinfassen, am besten noch mit blutigen Händen….

Partnerinformation
Von wem habe ich die Krankheit? Und habe ich sie vielleicht sogar schon weiterverbreitet?Es ist wichtig die letzten Partner zu informieren, dass sie möglicherweise Träger eines Virus sind. Anhand des Virus und der Symptome kann zum Teil abgeschätzt werden wie lange die Ansteckung her ist und wer informiert werden muss.
Zum Teil ist der behandelnde Arzt bereit, die entsprechenden Personen zu informieren, falls man sich selbst nicht getraut.
Auch wird es geschätzt, wenn man nur den Ansteckungsort kennt (Swingerclub / Bordell / Partylocation), dass man den Betreiber informiert, dass dieser allenfalls einen Aushang machen kann, um einen Test zu empfehlen.

PCR (Polymerase-Kettenreaktion, englisch polymerase chain reaction)
PCR ist eine Methode, um die Erbsubstanz, in diesem Falle von Viren und Parasiten künstlich im Reagenzglas zu vervielfältigen. Dadurch werden allfällige Erreger identifiziert und es kann mit der Therapie begonnen werden. Im Prinzip nimmt man eine spezielle, kleine Bürste, die man 1cm in Harnröhre, bzw. in den Rachen oder anal einführen muss, einmal drehen, dann kommt das in ein Röhrchen und ins Labor.

Penetration
Penetration ist in diesem Kontext das Eindringen eines Körperteiles oder Gegenstandes in den Körper. Dies birgt schon mal an sich ein Ansteckungs-Risiko und gerade was Toys wie Dildos usw. angeht erhöht sich dieses nochmals. Eigenes und genügend Gleitgel, das Nutzen eines Kondoms und allgemeines Beachten von Hygiene hilft hier die Risiken zu vermindern.

Persistenz
Das konstante Bestehen einer Krankheit, diese kann auch passiv sein und sich rezidivieren, als wieder aktivieren.

Replikationszeit
Als Replikationszeit bezeichnet man die Zeit, welches ein Virus braucht um sich zu vervielfältigen.

Rezidiv
Ein Rückfall oder Wiederauftreten zum Beispiel einer Krankheit.

Schmierinfektion
Eine Schmierinfektion ist eine Übertragung von Krankheitserregern durch Berührung. Dabei unterscheidet man die direkte Kontaktinfektion, etwa bei Berührung eines infizierten Menschen, und die indirekte Kontaktinfektion bei der Berührung von mit Krankheitserregern kontaminierten Gegenständen.

Schnelltests
Beispiele?
Diese erreichen selbst unter optimalen Bedingungen max. 80% der Sensivität von Labortests

Sensivität
Dies beschreibt die Genauigkeit eines Tests, und zwar wie viele aller Infizierten auch positiv getestet werden.

Spezifität
Auch dies beschreibt die Zuverlässigkeit der Tests, nämlich wie viele nicht Infizierte tatsächlich negativ getestet werden.

Toys
Vorsicht ist geboten bei Fisting, grossen Plugs usw. wegen  Verletzungsgefahr und der Übertragung von Krankheiten übers Blut.
Die Übertragung über eine Peitsche ist eher unwahrscheinlich, nach der Desinfektion und einer Einwirkungszeit findet der Arzt das Risiko minimal. Dass man ein Paddel mit Stacheln nicht nacheinander an verschiedenen Leuten ausprobiert versteht sich aber hoffentlich von selbst.

Tröpfchenübertragung
Die Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft. Tröpfchenbildung beim Sprechen über den Speichel, Niesen und Husten, durch Vernebelung keimhaltiger Sekrete der Atemwege. Zur Infektion der Kontaktperson(en) kommt es, wenn die Erreger anschließend auf die Schleimhäute meist des oberen Atemtrakts gelangen und sich dort vermehren.

Vorbeugung
Die einzige Möglichkeit sexuell übertragbare Krankheiten vorzubeugen ist generell auf Körperkontakt zu verzichten. Da das aber nicht anstrebenswert ist, wird empfohlen, dass sich beide neuen Partner testen lassen. Bei oft wechselndem Partner ist Verhütung in Form eines Kondoms empfehlenswert, bietet aber auch nicht 100 % Schutz. Viele Krankheiten können auch über den Mund, oder über Blutkontakt verbreitet werden, es reicht zum Teil sogar eine Berührung. Daher werden hier Impfungen (v.a. Hepatitis AB)
empfohlen und der jährlich, oder bei sehr aktivem Sexualleben, gar der halbjährliche Test.

Quellen & Links: guidelines.ch / Wikipedia / M. Kluschke

http://www.dstig.de/literaturleitlinienlinks/sti-leitfaden.html

https://www.drgay.ch/de/starman

Geschrieben von …13… und Pleasetease

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