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Neuling?

Waren wir doch alle mal…

Der Einstieg in die weite Welt des BDSM kann sehr verwirrend sein. Keine Sorge, Bedenken, Ängste und Unsicherheiten haben fast alle mal begleitet. Ein perfekter Dom oder ein perfekter Sub ist auch noch nie vom Himmel gefallen und deshalb empfehle ich einfach mal locker durch die Hose zu atmen. BDSM bedeutet zwar irgendwie anders zu sein und doch wird es je länger man es praktiziert, zur ganz persönlichen Normalität.

Aber erstmal von Anfang an. Im BDSM gibt es keine Richtlinien was Dom oder Sub zu tun hat, das hängt stark von der jeweiligen Neigung ab. Sehr wichtig ist es jedoch, dass alles einvernehmlich geschieht, ansonsten verliert man sehr schnell den Spass an der eigentlich schönsten Sache der Welt – und damit meine ich nicht Sex, sondern BDSM. BDSM in seiner reinen, facettenreichen Form.

Wichtig ist es, dass der Einstieg gut verläuft. Tja und wie steigt man richtig ein? Es gibt kein richtig oder falsch. Bisschen schnuppern kann man sicher ganz gut an einem Stammtisch. Dort lernt man die BDSMler als ganz normale Menschen kennen. Dort wird einem überhaupt mal bewusst, welche Bandbreite an Menschen an BDSM interessiert sind und es Praktizieren. Dann gibt es noch Foren wie unseres hier. Der grösste Vorteil an Foren ist bestimmt die Anonymität die zwar gegeben ist, man sich aber dennoch ungeniert austauschen kann. So kann auch mal die ein oder andere Frage, für die man sich vielleicht ein wenig schämt stellen und man bekommt seine Antworten. Des weiteren gibt es noch diverse Plattformen im Internet. Diese sind ideal um online erste Erfahrungen mit dem Spielen an sich zu machen. Meistens wird dann von online-Erziehung oder ähnlichem gesprochen. Diese Plattformen bergen jedoch auch Gefahren, denen man sich stets bewusst sein muss. Möchte man sich mit einer Person treffen, sind gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Im BDSM spricht man dabei vom sogenannten Covern.

Und dann wären da noch diese Fantasien, Hirngespinste oder ganz simpel, das Kopfkino. Diese können eine wilde Gefühlsachterbahn auslösen. Viele haben mit den Moralvorstellungen der Gesellschaft zu kämpfen „sowas macht man doch nicht“ oder „sowas ist doch krank“ sind oftmals Gedanken, die man in den meisten Fällen einfach mal beiseite räumen muss. Ja, im Grunde genommen schlägt oder demütigt man keine anderen Menschen. Im BDSM ist das jedoch nochmals etwas ganz anderes. Da alles im gegenseitigen Einverständnis passiert, kann man die Moral mal getrost unter den Teppich kehren und machen wozu man selbst und das Gegenüber Lust hat. Mit der Zeit weichen diese Bedenken der immer mehr aufblühenden Fantasie und es tun sich unglaubliche Dinge auf. Es ist etwas wundervolles, wenn man bemerkt dass der andere Part genau solche Freude und Leidenschaft für das Spiel und die Fantasien entwickelt, wie man selbst auch.

Geschrieben von Jade

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Covern

Nun hast du also im Netz jemanden kennen gelernt und ihr möchtet euch gerrn treffen.
Dass das erste Treffen auf neutralem Boden an einem öffentlichen Ort stattfinden sollte ist wohl allen klar. Dazu bietet sich eine Bar, ein Restaurant oder ein Spaziergang an einem gut frequentierten Ort an. Auch gern genutzt werden Stammtische, wenn die Chemie nicht stimmt kann man immer noch mit jemand anderem sprechen.
Gut ist es, wenn man sich Referenzen über die Person holt. Die BDSM Szene in der Schweiz ist relativ klein und man kennt sich.
Zusätzlich kann man sich Covern lassen. Dies mag bei einem öffentlichen Treffen etwas übertrieben erscheinen, ist aber beim ersten privaten (Spiel)treffen unerlässlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dazu. Allen gleich ist, dass man einer Vertrauensperson alle relevanten Daten des Dates gibt, also vollständiger Name, Nickname inkl. Plattform, Adresse, Telefonnummer, Ort und Zeit des Treffens.
Dies allein gibt schon einige Sicherheit. Zusätzlich kann man mit der Vertrauensperson absprechen, dass sie einen in bestimmten Abständen oder zu einer bestimmten Zeit anruft oder das man sich bei ihr meldet. Zusätzlich sollte ein unverfänglicher Codesatz abgemacht werden. Beispielsweise “Mir geht es EIGENTLICH gut” bedeutet “Hol mich hier raus”. Es sollte abgesprochen sein, wie die Vertrauensperson in so einem Fall reagiert, ob sie in 5 Minuten nochmal anruft um zu sagen, dass die Katze vom Auto angefahren wurde und man sofort kommen muss oder ob sie selber vorbei kommt um einem abzuholen oder die Polizei einschaltet. Für die verschiedenen Varianten können auch unterschiedliche Sätze abgesprochen werden.
Ganz wichtig ist, dass man dem Date vor dem Treffen sagt, dass man sich Covern lässt und wie dies geschieht. Wenn das Date darauf komisch reagiert ist dies ein Warnsignal.
Beim Covern ist es völlig egal, ob du Top oder Bottom bist und auch welchem Geschlecht du angehörst. In der richtigen Situation ist jeder/r ausgeliefert (ja, auch der Top, man stelle sich vor, er lässt sich vom Bottom Oral befriedigen und dieses beisst in das beste Stück…)

Geschrieben von …13…

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Das alternative Beziehungs-ABC

Was gibt es eigentlich so neben der klassischen monogamen Päärchenbeziehung? Eine Übersicht.:

Asexuelle Beziehung
Auch asexuelle Menschen gehen Beziehungen ein. Für manche ist sexueller Kontakt in dieser Beziehung keine Option – wohl aber romantische Aktivitäten wie kuscheln. Falls die andere Person nicht asexuell ist, ist eine offene Beziehung eine von vielen möglichen Lösungen. Andere Asexuelle wiederum lassen sich auf Sex ein, weil es für sie eine romantische Aktivität ist («kuscheln++»), oder der_m Partner_in zuliebe.

Beziehungsanarchie ist eine Variante der Polyamorie. Während bei der Polyamorie wichtig ist, dass mensch mit allen involvierten Personen offen kommuniziert, werden bei der Beziehungsanarchie die verschiedenen Beziehungen strikt getrennt, nach dem Motto «Was ich mit anderen Menschen mache, geht dich nichts an».

C

D/s-Beziehung
Dies ist eine Beziehungsform aus der BDSM-Welt. «D» steht für Dominanz, «s» für Submission (Unterwerfung). In dieser Beziehung hat die dominante Person jederzeit das Sagen. Varianten gibt es, ob das Machtgefälle dauernd besteht (24/7), oder nur zu bestimmten Zeiten oder an gewissen Orten (zum Beispiel in der eigenen Wohnung).

Einverständnis
Egal was ihr macht – redet vorher mit eure_r_n Partner_in_nen darüber, und entscheidet euch für eine Lösung, mit der alle involvierten Personen einverstanden sind. Falls jemensch übergangen wird, ist Drama garantiert!

Freund*_?!in
Bei Menschen, welche aus dem binären Männlich-weiblich-Schema fallen, stellt sich die Frage, als was mensch diese bezeichnen will/soll/kann/darf. «Partner» funktioniert auf Deutsch nicht so gut wie im Englischen, wo dieser Begriff geschlechtsneutral ist. «Lover» wäre eine von vielen Möglichkeiten, impliziert aber weniger Verbindlichkeit. Oder ihr entscheidet euch für ganz andere Bezeichnungen wie Zuckerschnäuzli oder Nestwärmerchen =)

Gegenseitigkeit
In nicht-monogamen Beziehungen werden nicht immer beide involvierten Menschen von den vereinbarten Freiheiten im gleichen Ausmass Gebrauch machen. Dies kann so weit gehen, dass die eine Person rein monogam lebt. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Beziehung zwischen zwei Personen mit sehr unterschiedlicher sexueller Aktivität: Die eine Person bekommt in der Beziehung alle ihre Bedürfnisse erfüllt, während die andere mehr Abwechslung braucht.

Hauptbeziehung
In offenen (und auch vielen polyamoren) Beziehungen kann es Hierarchien zwischen den Beziehungen geben; oft gibt es eine Hauptbeziehung. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn diese zwei Personen im gleichen Haushalt leben, verheiratet sind, sogar gemeinsame Kinder haben – während die andere(n) Beziehung(en) weniger langfristig, oberflächlicher oder auch einfach geografisch weiter entfernt sind.

I

J

Kommunikation
Die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen kommunizieren zu können ist ein absolut zentrales Element von allen Beziehungen. Mit mehreren Partner_innen steigt auch der Kommunikationsaufwand! Gute Kommunikation kann gelernt werden: Hängt der Haussegen wegen schlechter Kommunikation schief, dann versucht herauszufinden, was ihr daran verbessern könnt.

L

Monogamie
Solche Auflistungen erwecken oft den Eindruck, dass Monogamie veraltet und uncool ist. Dies ist natürlich nicht der Fall; genauso wie eine Hetero-Beziehung nicht uncooler ist als eine Queere. Dass Monogamiesie für viele Leute aber die unpassende Beziehungsform ist, das zeigen Statistiken zu Seitensprüngen immer wieder eindrücklich.

N

Offene Beziehung
Die offene Beziehung ist die wohl verbreitetste Variante nach der Monogamie. Eine Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen wird dabei für (mehr oder weniger regelmässige) sexuelle Abenteuer mit anderen Leuten geöffnet. Ob über die Erlebnisse ausserhalb der Beziehung gesprochen wird oder nicht, solltet ihr vorher abmachen.

Polyamorie
Während in einer offenen Beziehung eine Liebesbeziehung mit mehreren Sexpartner_innen kombiniert wird, gibt es in der Polyamorie mehrere neben- und/oder miteinander existierende Liebesbeziehungen. Die Beziehungen können räumlich und zeitlich getrennt gelebt werden, zum Beispiel heute mit Partner A, morgen mit Partnerin B. Es gibt aber auch Poly-Gruppen, welche zusammen wohnen und alle mit allen irgendwie verbandelt sind.

Queer
Nicht-monogame Beziehungen sind nicht per se etwas Queeres, die Überschneidung der queeren Subkultur mit alternativen Beziehungsformen ist aber sehr gross. Dies ist auch bei anderen Subkulturen der Fall, welche klassisch kirchliche Wert- und Moralvorstellungen über den Haufen werfen, zum Beispiel in der BDSM-Szene.

R

Swingen ist eine rein sexuelle Form nicht-monogamer Lebensweise. An Swinger-Partys (entweder in privatem Rahmen oder in Swingerclubs) haben Swinger_innen Sex mit – je nach dem ganz vielen – anderen Swingenden. Die meisten kommerziellen Swingerclubs richten sich an ein heterosexuelles Publikum , und haben oft eine gegenderte Preispolitik: viel günstiger für Frauen, teurer für Männer.

Terminkalender
Mit steigender Anzahl involvierter Leute steigt auch der Koordinationsbedarf. Online-Tools wie Google Calendar oder ein Gruppenchat auf Whatsapp können super Hilfsmittel sein.

U

Vertrauen
Ja, auch in einer offenen Beziehung kann mensch den_die Partner_in betrügen; zum Beispiel wenn eine Affäre entgegen der Abmachung nicht kommuniziert wird. Besonders wichtig ist, dass ihr eurem_r_n Partner_inn_en vertrauen könnt, dass sie sich an eure Abmachungen bezüglich Safer Sex halten.

Weitere Informationen
Dies ist nur ein kurzer Anriss von einigen Möglichkeiten. Falls dich etwas davon angesprochen hat: Im Internet findet sich zu allem weitere Informationen. Zu jeder Beziehungsform gibt es Foren und Blogs, wo Leute über ihre Erfahrungen damit berichten. Du hast lieber Papier? Das Buch «The Ethical Slut» von Dossie Easton und Janet W. Hardy gilt als Standartwerk zum Thema nicht-monogame Beziehungen.

X

Y

Ziel
Der Weg zum Ziel der für dich perfekten Beziehungsform kann sehr lang sein. Manchmal ein Leben lang. Bis dorthin kannst du viele tolle Menschen kennenlernen, dich in einige davon verlieben, mit jedem davon etwas besser machen als früher, und du wirst trotzdem immer wieder auf die Nase fallen. Niemensch kann dir sagen, wo genau du hin willst, aber einige andere Menschen sind auf dem Weg in die gleiche Richtung. Macht zusammen den Weg zum Ziel, lernt voneinander und aus jedem neuen Erlebnis, und vor allem: Habt Spass dabei!

Geschrieben von ralph_himself

Auch veröffentlicht im Milchbüechli, Ausgabe #16 (Juni ’16)

Wenn euch zu einem der fehlenden Buchstaben noch etwas einfällt schreibt uns doch eine Mail an info@ig-bdsm.ch.

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YKINMKBYKIOK

Oder ausgeschrieben: Your kink is not my kink but your kink is ok.
Zu Deutsch: Deine Vorliebe ist nicht meine Vorliebe aber deine Vorliebe ist OK.
Dies sollte die oberste Regel im Umgang mit anderen verantwortungsbewussten BDSM praktizierenden sein. Unsere Welt ist so vielfältig, die einen mögen Seile, andere Schmerzen, wieder andere Erniedrigung, und die nächsten noch etwas anderes.
Nur weil man selber etwas nicht versteht heisst dies nicht, dass es schlechter ist als die eigene Vorliebe. Dies soll nicht heissen, dass man alle Vorlieben verstehen muss. Jedoch sollte man sie respektieren so wie man für die eigene Vorliebe Akzeptanz erwartet.
Es ist klar, dass es beispielsweise mehr Menschen gibt, welche Corsetts toll finden als solche, die auf Windeln stehen. Dennoch hat beides seine Berechtigung und sollte auch so behandelt werden.

Wir sind eine eher kleine Szene, welche leider von vielen Menschen mit Skepsis betrachtet wird. Es wäre schade, wenn wir selber einen Teil der Szene ausschliessen nur weil wir nichts mit deren Vorliebe anfangen können. Dies führt nur zu einer Abspaltung und vielen kleinen Szenen in der Szene was schlussendlich nichts zur allgemeinen Akzeptanz von BDSM beiträgt.

Geschrieben von …13…

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Nichtgeschlechtsverkehr

Bei erogenen Zonen denken die Meisten nur an Geschlechtsteile, dabei gibt es so viel mehr: eine Erkundungstour.

Gründe zum Spielen mit den erogenen Zonen abseits der primären und sekundären Geschlechtsteile gibt es viele: Du sehnst dich nach Intimität und Berührungen, hast aber keine Lust auf Sex. Ihr fühlt euch miteinander verbunden, aber noch nicht genug für Geschlechtsverkehr. Du willst Spass ohne dir Gedanken zu machen bezüglich sexuell übertragbaren Krankheiten (STD/STI) oder Verhütung. Ihr wollt euer Vorspiel intensiver gestalten, euch einfach etwas Gutes tun oder mehr über euren Körper lernen.

Die erogenen Zonen sind bei jedem Mensch verschieden — dies ist zugleich eine Herausforderung wie auch eine riesige Chance! Im allgemeinen sind erogene Zonen dort, wo viele Nervenenden sind. Weitere gute Kandidaten sind nur knapp unter der Haut liegende Knochen und grosse Muskelgruppen. Was für Berührungen ihr an diesen Stellen mögt kann sehr unterschiedlich sein. Vom sanften Streicheln mit nur einem Finger über Kratzen mit den Nägeln, mit wenig oder viel Druck, kneiffen, lecken oder beissen: Schlussendlich führt kein Weg am ausprobieren vorbei. Grosse Muskelpartien sind nahezu unverwüstlich und vertragen ein kräftiges Zugreiffen. Bei Knochen und Gelenken solltest du aber vorsichtig sein, dort kann es leicht weh tun. Auch bei der Länge der Bewegungen gibt es Varianten, von kleinen lokalen Streicheleinheiten bis Rückenkratzen über die gesamte Länge der Wirbelsäule vom Haaransatz bis unter die Pobacken. Wie so oft im Leben macht Abwechslung den besten Effekt.

Falls ihr (mindestens) zu zweit seid, gebt euch Rückmeldungen. Geschlossene Augen, der leicht geöffnete Mund, ein kräftiger Atemzug kombiniert mit einem “Ah” oder “Oh” oder Gänsehaut am ganzen Körper sind offensichtliche Zeichen, aber ein konkretes “ja, genau dort!” oder “weniger Fingernägel” kann nie schaden.

Auch bei der Stellung gibt es viele Varianten, welche sich je nach Körperteil mehr oder weniger eignen. Bei gegenseitigen Interaktionen an Kopf, Hals und Rücken ist auf dem Bett sich gegenüber knien eine gute Option, da alle vier Arme zur Verfügung stehen. Beim umschlungen im Bett liegen fallen einer oder sogar zwei Arme aus, dies macht die Bettdecke je nach Temperatur aber locker wett. Für einseitige Streicheleinheiten kann eine Person auf den Bauch liegen und einfach geniessen, während sich der_die Andere_n der gesamten Rückseite von oben bis unten widmen.

Ich werde hier von Kopf bis Fuss erläutern, wo du am besten anfängst zu suchen. Diese Empfehlungen sind zum Teil sehr subjektiv, da vieles davon aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz stammt. Sehr wahrscheinlich gibt es an deinem Körper ganz andere, völlig unerwartete Stellen, welche sich super anfühlen — also nach abarbeiten dieser Liste nicht aufhören, sondern weitersuchen! Und noch etwas: lasst euch gaaaaaaaaaaaaanz viel Zeit dabei. Es gibt nichts unentspannteres als nervöse, hastige Bewegungen.

Beim Kopf kannst du kaum etwas falsch machen, da ist alles voller Nerven. Ganz besonders empfehlenswert sind die Lippen (eventuell vorher den Finger mit etwas Speichel anfeuchten) und der gesamte Haaransatz. Je nach Haarlänge kannst du dich in einen Büschel Haare verkrallen und leicht daran ziehen. Manche mögen Berührungen an den Ohren: Mit dem Finger hinter dem Ohr oder durch die Ohrmuschel durchfahren, das Ohr kneiffen, am Ohrläppchen ziehen oder sogar leicht zubeissen. Bei den Knochen sind der Kiefer bis unter die Ohren und die oberen Wangen gute Kandidaten.

Weiter geht es mit dem Hals. Hier solltest du eher vorsichtig sein, da zu kräftiger Druck am Kehlkopf und den Halsschlagadern schnell schmerzhaft sein kann. Leichtes streicheln und vorsichtiges Knabbern auf allen Seiten kommt aber fast immer sehr gut an.

Die Schultern haben einen knochigen Teil (Schultergelenke, Schlüsselbein) und einige oft verspannte Muskeln. Falls du massieren kannst, darfst du gerne kräftiger zugreiffen. Lange, zusammenhängende Streichelbewegungen von den Schultern bis hinauf ins Gesicht oder in die Haare sind ein guter Versuch.

Die Arme sind vor allem auf der Innenseite sensibel. Der eigentliche Geheimtipp sind aber die Hände — mehr Nerven haben wirklich nur die Geschlechtsteile. Halte die Hand mit der Handfläche zu dir, und streichle mit den Fingern ganz leicht über die Handfläche und die Finger, danach zwischen den Fingern. Stecke deine Finger ganz zwischen den Fingern durch und fahre in alle Richtungen. Auf dem Handrücken machst du weiter, falls es kitzelt nimmst du mehr Nägel zu hilfe. Nimm die Fingerspitzen in deine Hand und drücke sie etwas zusammen, oder ziehe leicht daran.

Beim Torso sind der gesamte Rücken inklusive Pobacken und die Seiten von der Hüfte bis hinauf zu den Achseln eine Empfehlung, mit einem speziellen Hinweis auf den seitlichen Brustansatz. Der obere Rücken ist dank dem Brustkorb und starken Muskeln sehr robust, hier kannst du richtig fest drücken; der Übergang zu einer Massage ist sowieso fliessend. Die Pobacken ertragen auch einiges, hier kannst du sogar den Ellenbogen oder das Knie zuhilfe nehmen für mehr Druck. Auf der Vorderseite sind die Brustwarzen, welche bei vielen Männern erogener sind als als gemeinhin angenommen. Achtung, sie können sehr empfindlich sein oder bei entsprechender Behandlung schnell überreizt werden. Bei gefallen kannst du kräftig kneiffen und daran ziehen oder vorsichtig reinbeissen.

An den Beinen gibt es nicht so viele Nerven, aber dafür umso grössere Muskeln. Besonders die Wade lässt sich sehr gut greiffen: Fasse möglichst viel davon mit einer Hand und drücke etwas zu, während du mit den Fingernägeln der anderen Hand die angespannte Haut kratzt, oder mit dem Daumen den Grenzen der einzelnen Muskelgruppen entlang fährst.

Ein weiterer Geheimtipp sind die Füsse, welche ebenfalls sehr viele Nerven haben. Dies kann schon oberhalb des Knöchels beginnen. Im Grossen und Ganzen empfiehlt sich ein ähnliches Vorgehen wie bei den Händen, mit dem Unterschied dass die Ferse und der Fussballen wegen der sehr dicken Haut stärkere Stimulation ertragen. Punktuell starker Druck ist für den Fuss kein Problem und ergibt eine ausgezeichnete Fussmassage.

Das Empfinden all dieser Berührungen hängt immer von der Tagesform ab. Es lohnt sich also, ab und zu wieder neue Körperstellen auszuprobieren; vielleicht kommen sie ja plötzlich besser an als in der Vergangenheit. Ausserdem können die Empfindungen mit einfachen Spielzeugen variiert werden, zum Beispiel mit einer Feder oder einem Eiswürfel. Mit einer Augenbinde oder sogar einem Gehörschutz kann der Berührungssinn stärker in den Vordergrund gerückt werden.

Und nun wünsche ich euch viel Spass beim Erkunden und Geniessen!

Geschrieben von ralph_himself

Auch veröffentlicht im Milchbüechli, Ausgabe #18 (voraussichtlich, Dez ’16)

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