Konsum von harter Pornografie ist ab dem 1. Juli 14 strafbar

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Gowinda
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Mo 14. Jul 2014, 12:18

Das neue Pornografie-Gesetz wurde per 1. Juli 2014 in Kraft gesetzt.
Die wichtigsten Änderungen

Bis anhin waren in der Schweiz Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren vor der Mitwirkung bei sexuellen Darstellungen geschützt. Die Lanzarote-Konvention setzt dieses Schutzalter jedoch bei 18 Jahren fest. Neu werden deshalb auch Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren vor der Mitwirkung in pornografischen Darstellungen geschützt. Damit wird zukünftig ein Bild als kinderpornografisch eingestuft, wenn mindestens einer der Darsteller/innen unter 18 Jahre alt ist oder zu sein scheint.

Neu ist der Konsum von harter Pornografie in der Schweiz verboten. Als harte Pornografie gelten sexuelle Darstellungen mit Kindern, Tieren oder Gewalt. Mit dieser Änderung gilt nun ein absolutes Verbot harter Pornografie. Wer also solche Darstellungen zum Beispiel online betrachtet, macht sich strafbar. Ab dem 1. Juli 2014 nicht mehr zur harten Pornografie gezählt werden hingegen Darstellungen von sexuellen Handlungen mit menschlichen Ausscheidungen (Kot und Urin). Zukünftig gelten diese als weiche (und demnach legale) Pornografie.

Der Strafrahmen wird für einzelne Delikte erhöht. Wer etwa Kinderpornografie verschickt oder Dritten zugänglich macht, riskiert neu eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren.
Die Frage die sich mir da aufdrängt ist folgende:

Wenn also jemand bei sich Zuhause den Klassiker "Die Geschichte der O" lagert, liest oder betrachtet oder privat als Film vorführt, macht er sich bereits strafbar oder braucht es dazu ein explizitere sexuelle Darstellung der Gewalt? Bundesgerichtsurteile dazu gibt es natürlich noch keine...
Mit dummen Menschen zu streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen.
Egal wie gut Du Schach spielst; Die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.
Lady-E

Mo 14. Jul 2014, 16:46

wie gseht das us, wänn me sm im internet alueget? :scratch:
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Rian
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Mo 14. Jul 2014, 22:44

also ich han gester en sm porno im internet gluegt... chömed ihr mich den cho bsuche hinder gitter? :-)
Merke: Ich bin de Boss! Okay, ich wet de Boss si! Guet, ich versuechs zumindest..... Ja, Herr, du bisch de Boss
SeineKleine
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Mo 14. Jul 2014, 23:06

Rian hat geschrieben:also ich han gester en sm porno im internet gluegt... chömed ihr mich den cho bsuche hinder gitter? :-)
also ich sitz denn i de zelle nebed dir.. zellenachberin :agent:
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Luisa
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Di 15. Jul 2014, 19:17

Die bunte schöne Welt der Grauzonen

Es ist richtig, Bundesgerichtsurteile gibt’s bis anhin keine.

Es darf indes den Schweizer Richtern, an dieser Stelle, ein ehrenhaft verdientes Kränzchen gewunden werden. BDSM hat die Gerichtssäle längst erreicht, folglich werden oder wurden in Vergangenheit durchaus vernünftige und zeitgemässe Urteile gefällt im Zusammenhang mit der BDSM-Spielart.

Ergo, ein wichtiger Aspekt, wenn nicht der Einzige, ist jener der Einvernehmlichkeit welcher beim Praktizieren der BDSM-Spielart gegeben ist.

Was viele, insbesondere im Umgang mit Facebook nicht wissen, Gewaltdarstellung ist generell verboten und dies, in der Schweiz, seit Ewigkeiten. Ergo sind die so oft hin und her geteilten ISIS-Filmchen, der brennende Esel oder was auch immer im Facebook gerade die Runde macht, nach Artikel 135 des Strafgesetzbuches längst verboten.

Indessen fällt weder der Klassiker "Die Geschichte der O" noch sonst welche Hollywood-Streifen in denen sexuelle Gewalt, oder sexualisierte Gewalt, vorkommt, da gäbe es etliche Beispiele hierfür, in die harten Pornografie Artikel 197 respektive Gewaltdarstellung nach Artikel 135. Ob hierbei die Darstellung der Einvernehmlichkeit gegeben ist, dürfte durchaus Diskussionsstoff liefern was hier definitiv den Rahmen sprengen dürfte.

Was jedoch, unser klarer Menschenverstand im Bereich des Grenzwärtigen ansiedelt, wird kaum minder Grenzwärtig von Gerichtes wegen betrachtet.

Ergo,
Ich mag mich an viele grenzantastende Sessions mit meiner Liebsten erinnern. Das abfilmen jener gelebten Momente könnte so mach Richter in Grenzbereiche einordnen also eventuell Artikel 197 verletzend.

Die Einvernehmlichkeit ist bei den Insex-Damen wie auch bei den Elite-Pain-Ladys durchaus auch gegeben doch jene punktuellen Momente überschiessen die Einvernehmlichkeit bei weitem. Dies ist zweifelsohne unmissverständlich aus so dargestellt.

Es gibt zu denen zwei Genannten etliche die solch Grenzen eindeutig nochmals überschreiten. Und dies nicht nur im Film.

Somit vertrete ich die Meinung, der gesunde Menschenverstand hilft durchaus wirksam bei Beurteilung harter Pornografie.

Der mehrheitlich mit Gewalt vernünftig umgehende BDSM-Kuchen wird von der besagten Gesetzesreform kaum betroffen sein.

Wir können nach wie vor uns mit BDSM, in Bild, Ton und Literatur auseinandersetzen indessen gibt’s durchaus Kritiker die, berechtigt, etwa Elite-Pain, Dolcett oder was auch immer, weit fern von der BDSM-Spielart ansiedeln.

Oder, wer Kifft sollte sich nicht erwischen lassen.

Liebi Grüessli

Luisa
Lady-E

Di 15. Jul 2014, 20:42

danke vill mol für d'info. i ha de film gse SM-Richter. er isch vo bruef richter gsi. er hät mit sinere frau sm praktiziert a chlinere aläss und au scho rümlichkeite gmietet. dört isch das us cho über eine wos a de polizei wieter ge hät. dem richter händs s'läbe zur höll gmacht. er hät alles verlore und en suizid versuech gmacht. de film gut unter d'hut und isch real passiert. de richter hät au gmeint gha, er machi nüd gege s'gsetz. i glaub, dass isch in belgie passiert gsi. :agent:
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Luisa
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Mi 16. Jul 2014, 18:15

Werte Lady E

Mal kurz über die Grenzen schauend und über allerlei Vergangenes sinnierend

Wahrlich es gab einst eine Zeit in welcher ein Jeder, eine Jede, die Wege mit Marc Dutroux kreuzte, in den Sog Behördlicher Verfolgung abrutschte. Ob gerechtfertigt sei durchaus Diskutabel, ich denke in vielerlei Hinsicht geschah arges Unrecht beidseitig, mehrseitig.

Eines jedoch sei klar, Behörden hin oder her. Solch ein hochemotionelles Thema wie Kindsmissbrauch wird hauptsächlich von Mob, der breiten Bevölkerung, und eben, oft nur den Emotionen folgend, gesteuert, ausgeschlachtet. Die Behörden agieren hierbei wahrscheinlich hauptsächlich auf der Druck der Masse. In Folge wurde präventiv alles was nur im entferntesten mit Kindsmissbrauch zu tun haben könnte verfolgt, ob dies nun der Erwerb einer gewissen Anzahl Zementsäcke oder das praktizieren von BDSM war, spielte hierbei kaum eine Rolle. Wer damals mit dem Normativen abweichend auffällig wurde und ein Polit, respektive Staatsposten inne hatte, war schnell mal ganz verdächtig und gleichwertig mit üblen Straftätern genannt.

Indessen waren Herren Marc Dutroux, Josef Fritzl, Wolfgang Priklopil und wie sie alle heissen mögen, Auslöser einer kritischen Auseinandersetzung mit möglichen sexuellen Fantasien und deren gewünschte Umsetzung. Mit dieser Auseinandersetzung nahm, die oft hervorgezogene, Pornodebatte, endlich, weit fern von Alice Schwarzer, annähernd konstruktive Züge an.

Bedauerlich was diesem Belgischem Richter und dessen Partnerin widerfuhr doch hauptverantwortlich zu dessen erlebte, und wahrscheinlich unberechtigte, Repressalien dürfte ein, oft nicht legitim urteilendes Volk und weniger Behördenwillkür sein.

Liebi Grüessli

Luisa
Die sich wahrlich von Facebook und co richtig übel fürchtet.
Lady-E

Mi 16. Jul 2014, 19:21

danke vill mol für die träffendi antwort. du häsches uf de punkt brocht. :wave:
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Luisa
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Fr 18. Jul 2014, 14:02

Hoi Lady E

Erstmals Danke fürs Posten

Womit wir beim Vorthema wären denn,

Wo immer wieder Möchtegerne-Ubanioks auftauchen sind auf Anklagebanken genauso Möchtegern Brent Scotts anzutreffen.

Mal hier an dieser Stelle klarstell,
Als erfahrene Szenegängerin, mit einer gewissen Ehrfurcht und Bewunderung für Brent Scotts Schaffen, ist mir besagter, im Artikel, erwähnter Typ gänzlich unbekannt. Auch so dürfte ich im Namen der IG Gleiches behaupten. Ergo saugt sich der 20Minüter ganz gewaltig was aus den Fingern.

Klar ist, der Weg zum Tod ist definitiv eine Einbahn. Solche Praktiken sind nicht annähernd zu billigen und haben, meiner Meinung nach, nix mit einvernehmlichen BDSM zu tun.

Liebi Grüessli

Luisa
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