Gedicht: Neon

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Antoinette_savage
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Gedicht: Neon

Beitrag von Antoinette_savage » Fr 28. Dez 2018, 13:04

Neon

Welcher Gesichtsausdruck ist dir von mir
geblieben?
Welches Gesicht bin ich
jetzt?
Ein geöffneter Mund,
ein Schlangenwesen, welches mein Gesicht trägt,
durch die
Endlosigkeit des Momentes
kriechend,
kniend.
Vor dir
kniend,
in der grellen Neonnacht,
flehend und dem
Rausch
nahe.

Ein tierischer
Rausch;
fordernd
winde und offenbare ich
meinen schlangenähnlichen Körper in deinem
Schatten,
sich verlierend unter dem harten
Schlag des
Exzesses.

Das blaue Licht legt meine Haut
frei.

Du klammerst dich an mein Fleisch,
nicht mehr menschlich,
nicht mehr räumlich.
Selbstverständlichkeit in diesem Besitz;
Selbstliebe durch den
Verlust
des eigenen Fleisches,
des Bewusstseins,
welches du zu deinem machst,
in der Ursprünglichkeit des Verlangens nach meiner pulsierenden,
zitternden,
zuckenden Landschaft.
Flüchtig der Blick,
hart die Lust.

Es gibt keine Erlösung,
der Exzess
wird dich verfolgen,
er besitzt dich,
er besitzt uns.
Die Stadt schläft,
das Neonlicht flackert, der
Rausch
verfolgt uns an jeden verwegenen Ort.

Kalter Stein lähmt jegliches Gefühl
in meinem Fleisch,
die erschaudernden Hände an eine sandige
Wand
gepresst,
mein Gesäss in deiner Hand,
in deinem Gesicht,
in deinem
obsessiven,
klammernden
Griff.
Die irdische
Sphäre
liegt unter
uns,
über uns.
Sie liegt hinter uns.

Welcher Gesichtsausdruck ist dir von mir
geblieben?
Die fest geschlossenen Augen über dir,
den Kopf in den Nacken gelegt,
in die Höhe flehend,
die Knie aufgescheuert
am nackten Stein:
Schmerz als Hypnose, als
Ausdruck
vollkommener Transzendenz.

Welches Gesicht bin ich jetzt?
Ein fixierendes,
ein fragendes,
ein ersehnendes.
Funktionales Fleisch,
gebrauchtes Fleisch;
alles sehend, alles verzehrend.

Das Neonlicht erleuchtet meine
Brüste,
meine
Wölbungen
fliessen im Rhythmus des
Rausches.
Es gibt keine Erlösung, der
Exzess
wird dich verfolgen,
er besitzt dich,
er besitzt uns.
Die Stadt schläft,
das Neonlicht flackert, der
Rausch
verfolgt uns an jeden verwegenen Ort.

- Antoinette

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