Januarloch – Die Welt der Pervertables

Passend zum Januarloch und überhaupt als Inspiration, dass es nicht immer teuer sein muss – die herrlich perverse Welt der Pervertables. Mit Pervertable bezeichnen wir einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand, den wir für unsere Vergnügen zweckentfremden.

Passend zum Januarloch und überhaupt als Inspiration, dass es nicht immer teuer sein muss – die herrlich perverse Welt der Pervertables. Mit Pervertable bezeichnen wir einen gewöhnlichen Alltagsgegenstand, den wir für unsere Vergnügen zweckentfremden. Objekte, die nicht fürs Spielen gedacht sind, brauchen natürlich auch das entsprechende Risikobewusstsein und das bedeutet sich das Wissen aneignen, was wie auf den Körper wirkt. Das Thema Sicherheit überlasse ich aber hier in diesem Blog meistens euch selbst. Wenn man sich folgende Fragen stellt, hat man schonmal mitgedacht: Hat es schnittige Kanten oder spitzige Metallaufsätze? Kann es ab- oder zerbrechen? Ist es sauber? Kann ich ein Kondom drüber tun? Hat es womöglich eine stärkere Wirkung als erwartet? Wie schlimm wäre ein Worst-Case und was tue ich, wenn er eintritt? Wie wahrscheinlich sind kleinere Unfälle und wie behandle ich diese?

In der Küche finden wir mit Holzkellen und kleinen Schneidebrettern die grossen Klassiker der Pervertables. Genauso Spass macht aber auch der Spachtel aus Silikon oder Wallhölzer. Da liegt noch einiges mehr drin: Abtrocktücher eignen sich für Blindfolds. Frischhaltefolie für Bondage oder Mummifizierung. Wasser mit verschiedener Temperatur aus Gläsern oder Karaffen über den Körper des Gegenübers während dem Spiel zu giessen, macht grossen Spass im Sensationsplay. Gute Pflanzenöle sind ein hervorragender Lube1. Geputztes Gemüse, je nach Form, lässt sich in alle erdenklichen Löcher (nicht zu tief) einführen mit nem Gummi drüber. Mit Ingwerwurzel (das nennt man Figging) oder Schärferem lässt sich das auch machen, oder einfach draufreiben für je nachdem sehr intensives Chemicalplay – aber Vorsicht, wenn ihr das angefangen habt, gibt es kein zurück mehr… Aus zwei Essstäbchen, die an den Enden mit einem Gummi zusammengehalten werden, lässt sich eine tolle Klemme für Genitalien, Nippel oder Zunge improvisieren. Alle möglichen Schüsseln, Teller, Gläser eignen sich zum Auffangen und Wiederverwenden diverser Körperflüssigkeiten. Obendrauf bietet die Küche ein wundervolles Setting für Dominanz und Unterwerfungs Dynamiken und Service-Play an, in endlosen Varianten von Kochen bis Servieren.

Der Keller, Putzschrank oder Werkzeugkasten hat auch so einiges zu bieten. Für die Glücklichen, die zuhause einen Kamin haben: Auf einem gewöhnlichen Holzscheit knien zu müssen, hat es in sich. Die vielen Rohre und Leitungen im Keller können gut funktionierten, um jemanden kurzzeitig zu fixieren, aber das ist definitiv eine Sache, die vorher überprüft werden muss und wo das Anwendungsszenario durchdacht sein sollte. Mit Schnürsenkeln von den alten Wanderschuhen, Schleifen aus der Weihnachtsdekobox, Wäscheschnur oder Ketten improvisiert sich prächtig eine Fixierung dazu. Ein Putzeimer über dem Kopf verzerrt die Wahrnehmung von Geräuschen und schränkt die Sicht entsprechend ein. Mit vielgliedrigen Blechrechen, Schleifpapier, Nägeln oder groben Gartenhandschuhen kann man den Bottom aufregend streicheln. Wäschechlüpperli (also Wäscheklammern) geben tolle Klammern her und ein sauberer Teppichklopfer ein ordentliches Impacttoy. Oh und die Lichterketten im Estrich können helfen ein phänomenales Aftercaresetting zu bauen.

Das Badezimmer hat mit flachen Haarbürsten grossartige Paddles zu bieten. Auch die Vorderseiten lassen sich verwenden zum Streicheln und Kratzen, dasselbe gilt für diese grossen Rückenbürsten. Gewisse kühlende oder wärmende Salben sind seit jeher ein beliebter Teil des Chemicalplay – und auch hier wieder bedenken, dass man das nicht so leicht abwaschen kann, wenn es mal losgeht und falls auf der Packung explizit erwähnt wird, dass das nicht in Körperöffnungen gehört, Finger weg. Ein gefesseltes Gegenüber mit verbundenen Augen langsam irgendwo zu rasieren, ist ein Fest. Dem Bottom zu befehlen, sich vor den Spiegel zu stellen und zuzuschauen, was du mit ihm anstellst, genauso. Wer mit Blindfold in der Badewanne liegt, die Ohren unter Wasser, kriegt kaum noch mit, was um ihn herum geschieht. Ach und die elektrische Zahnbürste, die so schön vibriert… da bietet sich eine neue oder gut geputzte Zahnbürste an. Sich von seinem Sub waschen lassen oder umgekehrt, kann ein sehr intimes und hingebungsvolles D/s- oder Aftercare-Erlebnis sein.

Im Schlafzimmer oder Kleiderschrank lassen sich sicherlich allerlei Kleider für ein tolles Rollenspiel rauskramen. Genauso gibt es mit Kissenüberzug, langen Kleidern oder Krawatten etliche Möglichkeiten für Bondage – und das waren jetzt nur Wörter die mit K anfangen. Stoffe eignen sich gut dazu, jemandem der liegt, sitzt oder steht die Hände zu verbinden. Als ein Bondagetool das Last trägt hingegen nicht. Mit genug Erfindungsgeist, lassen sich fast alle Möbel, sei es im Schlafzimmer oder sonst wo, so verwenden, dass man sein Gegenüber dort gut festbinden kann. Mit Kleidern oder getragener Unterwäsche gibt es verschiedene Wege für ein vergnügliches Humiliationplay. Gürtel und kleine Lederhandtaschen machen sich hervorragend für Impactspiel, genauso wie das Buch auf dem Nachttisch. Und wer sich nicht benimmt, wird in den Schrank eingesperrt.

Wo auch immer ihr eure Sport- und Spielsachen für draussen versorgt habt: Pingpongschläger wie auch Pingpongbälle, Slackline, Cricketschläger, Frisbees, Boxhandschuhe, Turnschuhe, Schuhlöffel, hui, da gibt es viel zu entdecken.

Kurzum: Wer die Kinky-Brille im Haus auf hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus und fast jedes Gespräch über Alltagsgegenstände bringt einen zum Kichern…

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